Briten kämpfen gegen Luftverschmutzung "Die Luft in London ist ein Killer"

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Umweltzone vom Hyde Park bis zum Bankenviertel

Das giftige Gas Stickstoffdioxid (NO2) finde sich hingegen an allen stark befahrenen Straßen deutscher Städte. Extrem hohe Werte werden ebenfalls vor allem in Stuttgart und sowie an der Landshuter Allee in München erfasst.

In London wurde die jährliche Luftverschmutzungsgrenze der EU in diesem Jahr schon am 5. Januar überschritten. Eine weitere Mahnung für den 2016 gewählten Bürgermeister, der Londons Luft nun gründlich reinigen will: Bis 2020 plant Khan, eine Umweltzone vom Hyde Park bis zum Bankenviertel einführen. Schadstoffreiche Fahrzeuge sollen daraus verbannt werden - es sei denn, die Fahrer zahlen eine City-Maut.

Khan (l) schaut sich den Bus ganz genau an. Quelle: dpa

Für die schwarzen Taxen gibt es nun eine Altersgrenze. Rund 6000 von ihnen dürfen nicht mehr fahren. Langfristig sollen Elektro-Taxen zum Einsatz kommen. Am nördlichen Polarkreis werden sie derzeit getestet. Viele Doppeldecker-Busse wurden bereits erneuert. Die Bus-Flotte gehöre nun zu den „saubersten und neuesten der Welt“, heißt es auf der Webseite des Bürgermeisters.

„Wir freuen uns, dass der Bürgermeister die Luftverschmutzung ernst nimmt, aber er könnte noch weiter gehen“, sagt Anna Heslop, Anwältin bei der Umweltorganisation ClientEarth. So solle die Umweltzone für den ganzen Raum London und für alle Fahrzeuge gelten. „Außerdem gilt die City-Maut nur für alte Autos, sie sollte aber auch für die schmutzigsten Fahrzeuge gelten“, so die Anwältin.

„Eine City-Maut gibt es in Deutschland nicht. Ein wichtiges Instrument sind jedoch die Umweltzonen“, betont Langner. „Grundsätzlich empfehlen wir, dass nur noch Diesel-Pkw in Innenstädte einfahren dürfen, die unter realen Fahrbedingungen Stickoxide von maximal 120 Mikrogramm pro Kilometer freisetzen.“ Derzeit erfüllten nur die allerwenigsten Diesel-Autos diese Anforderung.

Um den Feinstaub weiter zu reduzieren, ist es Langner zufolge auch wichtig, in Ballungsräumen nicht mit Holz zu heizen. Besonders gefährlich ist der Einsatz von Kohle. Dies wurde den Londonern einst bei bestimmten Wetterlagen zum Verhängnis: Beim „Großen Smog“ von 1952 starben über 12.000 Londoner an den Folgen des giftigen Nebels. Den hatten sie zuvor verharmlosend „Erbsensuppe“ genannt.

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