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Internet der Dinge Vernetzte Industrie bietet Gründern Chancen

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Wer gut vernetzt ist, tut sich leichter

Christian Deilmann, Valentin Sawadski, Leopold von Bismarck und Johannes Schwarz (von links), Tado. Quelle: Presse

Und genau dort setzt ihr Unternehmen an: ICE Gateway kombiniert effiziente LED-Beleuchtung mit intelligenter Steuerungselektronik und senkt so für seine Kunden die Energiekosten. Die Mission der Gründer: Deutschlands Straßenlaternen ins Internet zu bringen.

Dafür tauschen sie in den Laternen die Betriebsgeräte gegen Minicomputer aus, die sich übers Mobilfunknetz mit dem Rest der Welt verbinden. So lassen sich nicht nur die energieeffizienten Leuchtmittel in der Laterne aus der Ferne steuern und Kosten sparen.

Die Laternen könnten zukünftig auch Touristen Informationen bereitstellen oder den Straßenverkehr erfassen. Kunden wie Städte, Konzerne und Flughäfen sollen die Technologie quasi umsonst bekommen: Die Kosten werden durch die Ersparnisse ausgeglichen, die die hochgerüsteten Laternen einspielen.

„Allerdings müssen wir eine ganze Reihe von Entscheidern überzeugen“, sagt Mokhtari, „und das geht nur, wenn Sie zeigen können, wie viel Wissen hinter Ihrem Produkt steht.“

Tado

Wer gut vernetzt ist, tut sich leichter: Reza Etemadian von Itizzimo etwa hat von seinen Industriekontakten aus seiner Zeit bei SAP profitiert. Für Meiko Heckers Unternehmen spielte ein Professor den Türöffner. Und Bernd Groß von Cumulocity gelang es, über seine Kontakte aus Nokia-Zeiten die Deutsche Telekom als Kunden zu gewinnen. Außerdem konnte er den High-Tech Gründerfonds als Investor an Bord holen. „Seitdem ist es für uns auf dem deutschen Markt einfacher“, sagt Groß, der bereits 20 Mitarbeiter beschäftigt und demnächst eine weitere Finanzierungsrunde abschließen will.

Ignoranz als Chance

Wer solche Netzwerke nicht hat, muss Wege finden, sie aufzubauen. Andreas Wilzeck ist deswegen mit seinem Unternehmen WiseSense, das Funksysteme zur störungsfreien Kommunikation zwischen Maschinen entwickelt, dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie beigetreten.

Das koste zwar 2.000 Euro pro Jahr, sagt Wilzeck. Aber dafür kann der Gründer im Arbeitskreis Wireless in der Automation Kontakte zu Vertretern der Industrie knüpfen. „Total wichtig“ sei das gewesen, sagt Wilzeck.

Man kann die Ignoranz der Industrie aber auch als Chance begreifen – so wie Christian Deilmann und Valentin Sawadski es getan haben. Als die beiden 2011 mit ihrem Unternehmen Tado starteten, setzten auch sie große Hoffnungen auf Kunden und Partner aus der Industrie.

Ihre Geschäftsidee: Heizungen via Smartphone und Internet mit ihren Benutzern vernetzen. Entfernen die sich von ihrer Wohnung, regelt die Heizung die Temperatur herunter. Nähern sie sich, sorgt sie für angenehme Wärme. Wer seine Heizung auf diese Weise sich selbst überlässt, kann laut Deilmann Heizkosten sparen und über sein Smartphone verfolgen, wie sich der Energieverbrauch entwickelt.

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