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Jungunternehmer Millionenimperium aus Müll

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Schild eines Walmart Einkaufszentrums Quelle: dapd

Der "Wormboy", wie Szaky in den USA genannt wird, mit Heißhunger nach "Wormpoop" schmeißt das Studium. Seine Eltern, die mit ihm 1987 von Ungarn nach Toronto ausgewandert sind, sind wenig begeistert. Sie halten es für dumm, eine angesehene Uni zu verlassen. Seine Geschäftsidee haben sie sowieso gehasst. Aber sie können ihn nicht stoppen.

Szaky arbeitet täglich bis zu 18 Stunden. Und das zahlt sich aus: 2004 nehmen der US-Einzelhändler Walmart und die US-Baumarktkette The Home Depot seinen Wurmdünger in ihr Programm auf. Kurz darauf steigt die Nachfrage, und schließlich gehen ihm die Flaschen aus. Daher bittet Szaky Schulen, ihm gebrauchte Flaschen zu schicken, und sucht Sponsoren, die den Transport finanzieren. Die Idee des gesponserten Sammelns ist geboren.

Eines Tages fragt ihn Seth Goldman, der Gründer des US-Getränkeherstellers Honest Tea, ob er nicht auch aus seinen gebrauchten Tee-Trinktüten Neues kreieren könne. Tom entwirft eine Tasche und Goldman ist begeistert. Als ihn daraufhin Dutzende weitere Konsumgüterfirmen beauftragen, aus ihren Verpackungen Neues zu schaffen, ändert Tom die Richtung und macht Terracycle, das bis dahin den Dünger herstellte, recycelte Flaschen sammelte und Taschen fertigte, zu einem Rohstoffvermittler.

Vom Internet ins Geschäft

Seitdem suchten er und seine Kollegen zwar weiterhin nach neuen Möglichkeiten der Wiederverwertung. Doch die Masse des Mülls vermitteln sie an Unternehmen, die ihn weiterverarbeiten – nach den Konzepten von Szaky.

Ende 2012 sollen von Terracycle entwickelte oder zertifizierte Recyclingprodukte wie Stiftehalter, Gießkannen oder Mülltonnen, die es bisher nur online zu kaufen gibt, auch bei den ersten deutschen Einzelhändlern zu haben sein. Stolz zieht Szaky ein Capri-Sonne-Mäppchen aus seinem Rucksack.

"Für die Umwelt wäre es die beste Lösung, wenn Menschen so wenige Produkte wie möglich erwerben würden", sagt er. "Aber das ist unrealistisch." Und weil Szaky dann kein Geld mehr verdienen könnte, würde er das auch nicht wirklich wollen.

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