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Künstliche Intelligenz Mein Chef ist ein Computer

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Angestellte ohne Streikrisiko

Und warum nicht auch Kundenanfragen per Software beantworten? 500.000 Callcenter-Mitarbeiter in Deutschland helfen via Telefon weiter, wenn der Internet-Zugang streikt oder ein neues Handy fällig ist. Doch Schritt für Schritt werden Maschinen auch Hotlines übernehmen. BMW setzt in Großbritannien bereits einen SMS-Dienst namens iGenius ein, der Fragen über die neuen Elektroautos des Münchner Autoherstellers beantwortet. Die Antworten schreibt eine Software des britischen Anbieters London Brand Management.

Und auch, wer am Flughafen oder im Shoppingcenter hinter einem Schalter sitzt, muss bald mit Maschinen konkurrieren. Diese Jobs, so das nüchterne Urteil der Oxford-Forscher Frey und Osborne, erfordern – trotz des Umgangs mit Menschen – „nicht zwingend hohe soziale Intelligenz“.

Der britische Roboterhersteller Engineered Arts will das beweisen – mit einem Service-Roboter namens Socibot. Der Androide hat ein Gesicht aus Plastik, auf das ein Projektor das Bild von Augen, Mund und Nase wirft. Zwei Kameras und ein Raumsensor erkennen, wenn sich jemand nähert. Die Maschine kann einfache Gespräche führen – und weiß per Gesichtserkennung auch, ob das menschliche Gegenüber gut oder schlecht gelaunt ist. Umgerechnet 17.600 Euro kostet der Socibot – ein Angestellter ohne Streikrisiko.

Die Stars unter den Maschinenwesen
Der Sensible Quelle: Massachusetts Institute of Technology (MIT)
Mondspinne Quelle: dpa
Helfer fürs Heim Quelle: AP
Eiserne Hand Quelle: DLR
Genossin Frida
Nächste Stufe Quelle: Honda
Flinker Putzer Quelle: dapd

Verkäufer in der Handy-App

Das US-Softwareunternehmen Fluid geht den umgekehrten Weg – weg von der realen, dreidimensionalen Welt – und entwickelt virtuelle Modeverkäufer für den Online-Handel. Diesen Sommer startet das Unternehmen für die Outdoor-Marke North Face einen Smartphone-Assistenten, mit dem sich Kunden auf ganz natürliche Weise unterhalten können. Kaufinteressenten, verspricht Fluid, sollen auch auf komplexe Fragen gescheite Antworten erhalten, wie etwa: „Ich will im Winter nach Patagonien, was muss ich mitnehmen?“ Der virtuelle Verkäufer weiß die Antwort, und wenn nicht, fragt er gezielt nach.

Seine Intelligenz verdankt das System einem der schlauesten Computer, der derzeit auf dem Markt ist: Watson, ein rasend schnelles Silizium-Gehirn des Softwarekonzerns IBM. Der Supercomputer versteht gesprochene Sprache und sogar wissenschaftliche Studien. Pro Sekunde durchstöbert er 500 Gigabyte an Daten – das entspricht einer Million Büchern. Und er lernt mit jeder Interaktion dazu.

Seit November erlaubt IBM es Programmierern, ihre Smartphone-Apps mit Watson zu koppeln. Jedes Handy kann dadurch bald Dienste bieten, die auf modernster künstlicher Intelligenz basieren.

So arbeitet sich Kollege Computer die Karriereleiter hoch. Sogar in komplizierten Metiers wie der Medizin. Schon jetzt führen Roboter vorprogrammierte Operationsschritte durch – und entlasten Chirurgen. Software wie R2 Digital CAD vom Hersteller Hologic durchsucht Röntgenbilder nach Krebsgeschwüren. Prüfen heute zwei Ärzte eine Mammografie, reichen bald ein Arzt und ein Computer.

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