Autobau Volkswagen perfektioniert das Lego-System

Schon länger verwenden Autohersteller für verschiedene Autos die gleiche Plattform. Der VW-Konzern treibt das Gleicheteilespiel jetzt noch einen Schritt weiter und baut Autos mit Modulen aus einem großen Baukasten zusammen. Ziel ist nicht nur Autos kostengünstiger herzustellen, jede noch so kleine Nische soll zudem schnell besetzt werden können. Die ersten Modelle aus dem neuen Baukasten sind der neue Audi A3 und der nächste VW Golf.

Der Baukasten von Volkswagen
Der Modulare Querbaukasten Quelle: Pressebild
Audi A3 Quelle: dapd
Golf VII Quelle: Pressebild
Scirocco Quelle: Pressebild
TiguanAuch der SUV Tiguan basiert beispielsweise auf der Golfplattform. Wenn nötig können Tiguan, Golf und Passat bald auf einem Band produziert werden. (Im Bild: Produktionsstraße für Golf und Tiguan) Quelle: dpa
Skoda Octavia Quelle: Pressebild
New Beetle Quelle: Pressebild
Seat Leon Quelle: Pressebild
Polo Quelle: Pressebild
Sharan Quelle: Pressebild
Passat Quelle: Pressebild
CC Quelle: Pressebild

Lego ist ein wunderbares Spiel: Mit den immer gleichen Steinen lassen sich ganz unterschiedliche Dinge bauen. Genauso wollen Autohersteller am liebsten ihre Autos zusammen setzen. Man nehme Motor, Getriebe, Achsen, Abgassysteme und kombiniere sie mit einer anderen Karosserie zu immer neuen Autos.

Bisher nannten die Hersteller das Plattformstrategie, weil meist Chassis und Radaufhängung die Basis für unterschiedliche Modelle sind. Ganz viele Hersteller wie Renault und Nissan, Citroen oder Peugeot arbeiten so. Aber natürlich auch deutsche Hersteller. Der Porsche Boxster und der Cayman sind beispielsweise Autos mit gleichen Plattformen, aber unterschiedlichem Aussehen.

Auf der gleichen Plattform namens C1 aufgebaut sind beispielsweise  Ford Focus, Ford C-MAX, Ford Kuga, Volvo S40/V50, Volvo C30, Volvo C70 II, Mazda 3 und Mazda 5.

Volkswagen perfektioniert diese Strategie jetzt mit dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB) so, dass es dem Ideal des Legospiels schon sehr nahe kommt. In dem Baukasten befinden sich Boden, Motoren, Getriebe, Klimaanlagen, Armaturenbretter, Sitze oder Assistenzsysteme – kurzum praktisch alles, was man braucht um ein Auto zu bauen. Von Toyota hat VW dabei gelernt, dass man nicht für jedes neue Auto sämtliche Teile wie Lichtmaschine oder Kühlbehälter jedes Mal komplett neu konstruieren muss.

Diese Cabrios vertreiben den Winter
Mazda hat seinen Kult-Bestseller MX-5 in diesem Jahr zwar nicht neu erfunden, hält aber mit der Version Hamaki ein schickes Sondermodell bereit. Der Hamaki feiert auf dem Genfer Automobilsalon seine Premiere und ist als Roadster mit Stoffverdeck für 23.690 Euro oder als Roadster Coupé mit elektrischem Hardtop zum Preis von 25.290 Euro erhältlich. Äußerlich sollen Chrom-Akzente an Kühlergrill, Scheinwerfern und Türgriffen für Premiumflair sorgen, während innen die in „Havannabraun“ gehaltenen Ledersitze den exklusiven Auftritt unterstreichen. Erstmals kommt beim Hamaki ein integriertes Navigationssystem im MX-5 zum Einsatz. Quelle: PR
Lancia präsentiert voraussichtlich im Juli ein viersitziges Mittelklasse-Cabrio und lässt mit ihm wieder den traditionellen Namen Flavia auferstehen. Der 4,90 Meter lange Flavia mit automatisch öffnendem Stoff-Faltdach hat US-Wurzeln und rollt als Chrysler 200 auf amerikanischen Straßen. Für Europa bekommt der Wagen eine eigene Frontpartie. Es wird ihn ausschließlich in Vollausstattung und mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Automatikgetriebe geben. Lediglich die Farben für den Lack, das Verdeck und den Innenraum sind wählbar. Preise gibt es noch nicht. Quelle: PR
Morgan bringt wieder einen Plus 8 und vertraut beim Antrieb auf den BMW-V8 mit 4,8 Liter Hubraum, der 270 kW/367 PS mobilisiert. Mit Sportauspuff sind es gar 291 kW/390 PS. Das ist genau doppelt soviel wie der zuletzt auf 4,6 Liter Hubraum vergrößerte V8 von Rover über die Hinterräder herfallen ließ. Morgan beziffert die Zeit für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 für den neuen +8 auf 4,5 Sekunden. Quelle: MID
250 Kilometer Höchstgeschwindigkeit werden in der Praxis kaum relevant. Der neue +8 ist der erste klassische Morgan, der auch mit einem automatischen Sechsgang-Getriebe erhältlich ist. Als technische Zugeständnisse an moderne Zeiten dürfen auch die künftige Ausstattung mit Servolenkung und ABS verstanden werden. Über die Preise schweigt sich Morgan noch aus. Aber sechsstellig wird der Betrag sicher ausfallen. Quelle: PR
Zu den bezahlbaren Neuheiten gehört der Mini Roadster, der als erster offener Zweisitzer der Marke ab sofort dem Mini Cabrio zur Seite gestellt wird. Der agile Flitzer basiert optisch wie technisch auf dem Mini Coupé, ist 20 Millimeter niedriger als das Cabrio und verfügt über ein ganzjahrestaugliches Textilverdeck. Quelle: PR
Drei 1,6-Liter-Benziner mit 90 kW, 135 kW und 155 kW (122 PS, 184 PS und 210 PS) sowie ein Zweiliter-Diesel mit 105 kW/143 PS stehen für die offenen Ausfahrten bereit. Die Preise für das Spaßmobil: 22.600 Euro für den Mini Cooper Roadster, 26.750 Euro für den offenen Cooper S und 31.900 Euro für die Topversion John Cooper Works. Der Cooper SD kommt auf mindestens 27.750 Euro. Quelle: PR
Nach über einem Jahrzehnt Abwesenheit ist er nach Europa zurückgekehrt, in einem aufsehenerregenden Design, sofort erkennbar und absolut modern: Chevrolet hat den Camaro für europäische Straßen auf dem Nürburgring abgestimmt. Mehr Power und Ausstattung für so wenig Geld bietet hierzulande keiner. Trotz guter Ausstattung und bärigen 432 PS aus 6,2 Litern Hubraum startet der Wagen bei 38.990 Euro. Bleibt die Frage: Coupé oder Cabrio, Automatik oder Schaltung? ... Quelle: PR
Der Chevrolet Camaro als Coupe und Cabrio hat in Europa acht Zylinder, 405 bis 432 PS und eine auf dem Nürburgring erarbeitete Fahrwerksabstimmung. Das Auto steht in bester Tradition amerikanischer Pony-Cars. Die offene Version kostet 5.000 Euro mehr als das Coupé. Quelle: PR
Lotus kommt mit einer weiteren Motorenvariante für seinen offenen Mittelmotor-Sportwagen Elise. Ab Anfang März gibt es die Version Elise S für 47.610 Euro. Der weniger als 1.000 Kilogramm leichte Wagen mit Aluminiumrahmen und Epoxidharz-Karosserie wird von einem 1,8-Liter-Vierzylinder mit 162 kW/220 PS angetrieben. Quelle: PR
Porsche bietet mit dem 911 Cabrio und dem Boxster gleich zwei neue Modelle für Frischluft-Freunde. Das brandneue 911 Cabrio startet im März mit 257 kW/350 PS starkem 3,4-Liter-V6 zu Preisen ab 100.532 Euro. Für den offenen Carrera S mit dem 3,8-Liter-Sechszylinder mit 294 kW/400 PS müssen 114.931 Euro locker gemacht werden. Quelle: PR
Das neue entwickelte, voll elektrische Stoffdach öffnet und schließt auch während der Fahrt bis Tempo 50 km/h. Gegen Zugwind schützt ein elektrisch ausfahrendes Windschott hinter den Sitzen. Quelle: PR
Und wem gut 100.000 Euro für einen offenen 911 zu viel sind, bekommt ab 48.291 Euro mit dem neuen Boxster ebenfalls echtes Porsche-Cabrio-Feeling. Für rund die Hälfte des 911er-Preises ist ab April der neue, im Vergleich zum Vorgänger rund 50 Kilogramm leichtere Boxster zu haben. Der Mittelmotor-Sportler kommt zunächst mit 2,7-Liter großem, 195 kW/265 PS starkem Sechszylinder und als Boxster S mit 3,4-Liter und 232 kW/315 PS für 59.120 Euro. Später sollen auch Vierzylinder-Motoren folgen. Quelle: PR
Mercedes feiert den 60. Geburtstag der SL-Baureihe mit einer Neuauflage des luxuriösen Zweisitzers. Der traditionsbewusste Roadster kommt mit einer Vollaluminium-Karosserie, was ihn je nach Ausstattung um bis zu 140 Kilogramm leichter werden lässt. Quelle: PR
Als SL 350 mit 225 kW/ 306 PS starkem V6 kostet der schicke Schwabe mindestens 93.534 Euro. Mit dem bereits aus der S-Klasse bekannten 4,7-Liter-V8 mit 320 kW/(435 PS sind für den SL 500 exakt 117.096 Euro fällig. Darüber hinaus bringt Mercedes im Frühjahr auch den von der Tuningtochter AMG veredelten SL 63 AMG mit 5,5-Liter großem V8, der Preis ist noch heiß. Quelle: PR
Für viele finanziell ein leider unerfüllbarer Traum bleibt das bildschöne Jaguar XKR-S-Cabriolet. Der 2+2-Sitzer mit 405 kW/550 PS starkem, mittels Kompressor aufgeladenem Fünfliter-Achtzylinder, ist das schnellste jemals bei der britischen Edelschmiede gebaute Serienmodell. Quelle: PR
Das dreilagige, klassische Softtop öffnet und schließt sich binnen 18 Sekunden. Wesentlich zügiger gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h, nämlich in schnellen 4,4 Sekunden; bei 300 km/h wird elektronisch abgeregelt. Kostenpunkt für Jaguars sportlichste Open-Air-Version: 138.300 Euro. Quelle: PR
Und es geht noch exklusiver: Bentley liefert Ende des ersten Quartals die ersten Exemplare des rund 178.000 Euro teuren viersitzigen Cabriolets Continental GTC mit Vierliter-V8-Biturbo an betuchte Kunden aus. Quelle: PR
Der 373 kW/507 PS starke Motor mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 290 km/h ist für den sparsameren Umgang mit Kraftstoff mit einer Zylinderabschaltung ausgestattet, die dafür sorgt, dass im Teillastbereich nur vier Töpfe aktiv sind. Quelle: PR
Nahezu unerschwinglich für die meisten und nur etwas für den wirklich prall gefüllten Geldbeutel ist der McLaren MP4-12C Spider. Den Roadster gibt es noch nicht zu kaufen. Unter der Haube wird der gleiche 3,8-Liter-Biturbo-V8 zum Einsatz kommen wie in der geschlossenen Version des Supersportlers, das bedeutet: 441 kW/600 PS und 330 km/h Spitze. Preise gibt es noch keine, für den MP4-12C verlangt McLaren rund 200.000 Euro. Quelle: PR
Nicht komplett neu, aber in dieser Form begrenzt ist dieser weiße Franzose: Lederpolster, Aluräder und ein Windschott zeichnen das Sondermodell "Roland Garros" aus, das Peugeot ab sofort in einer auf 600 Exemplare limitierten Serie anbietet. Das kompakte 207 CC Cabrio ist in drei Motorvarianten lieferbar. Der Preisvorteil durch die Extras beträgt laut Hersteller 1.430 Euro. Quelle: PR

Schon heute baut VW  verschiedene Wagen wie den New Beetle, den VW Bora, Caddy Life, die Seat-Modelle Leon und Toledo, den Skoda Octavia, aber auch den Audi A3 und den Audi TT auf der Golf-Plattform. Doch künftig entstehen Modelle vom Kleinwagen Polo über den Millionenseller Golf und den Mittelklassewagen Passat in den Produktionsstätten überall auf der Welt mit Hilfe des neuen  Baukastens, die die bisherige Plattformstrategie deutlich erweitert.  

Das Ziel ist klar: Kosten senken, und dabei schnell, flexibel und qualitativ hochwertig möglichst viele Autovarianten bauen. Denn schließlich wollen die Wolfsburger mit ihren Marken zum weltgrößten Autohersteller aufsteigen. Das ist aber nur möglich, wenn die rund 448 000 Mitarbeiter die mehr als 220 verschiedenen Modelle an rund 90 Produktionsstandorten weltweit mit möglichst vielen gleichen Teilen bauen können.

Das Besondere an dem Baukasten-System: Schwächelt in irgendeinem Markt der Absatz des Passat lassen sich künftig auf dem gleichen Band mehr Golf und Tiguan produzieren. Früher war das nur mit teurer Umrüstung machbar.

Auf MQB-Basis sollen über 30 Modelle der Kompakt- und Mittelklasse aus dem Volkswagen Konzern auf den Markt kommen. In der Folge erwartet der Konzern eine Senkung von Stückkosten und Einmalaufwendungen für Werkzeuge um jeweils 20 Prozent.

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