WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Betrugsvorwurf Bosch widerspricht Hindenburg-Anschuldigungen zu Nikola Motor

Exklusiv
Quelle: imago images

Ein Leerverkäufer wirft dem Wasserstoff-Start-up Nikola Motor systematischen Betrug vor. Auch der deutsche Nikola-Partner Bosch kommt in dem Bericht vor – und widerspricht nun den Aussagen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Die Anschuldigungen sind massiv: „Wir haben noch nie ein solches Maß an Täuschung in einem öffentlichen Unternehmen erlebt“, schreibt das Leerverkäufer-Unternehmen Hindenburg Research in einem Blogbeitrag, der am Donnerstag auf seiner Webseite erschien, über das Wasserstoff-Start-up Nikola Motor. Das börsennotierte Unternehmen sei „auf Dutzenden Lügen gebaut“.

Auch der deutsche Nikola-Partner Bosch kommt in dem Bericht vor, insgesamt 19 Mal wird der Autozulieferer darin genannt. Konkret schreibt Hindenburg Research, Nikola-Chef Trevor Milton habe im Juli behauptet, fünf seiner Nikola Tre Trucks kämen gerade aus der Fertigung in Ulm. Ein Bosch-Sprecher habe im September dagegen widersprochen und gesagt: „Nein, sie sind noch nicht fertig.“

Auf Anfrage der WirtschaftsWoche widerspricht Bosch nun den Schilderungen von Hindenburg. „Der gestern (…) von Hindenburg Research veröffentlichte Bericht zu Nikola Motor ist uns bekannt“, heißt es in dem Statement. „Aussagen in dem Bericht, die einem Bosch-Mitarbeiter zugeschrieben werden, wurden aus dem Zusammenhang gerissen und sind nicht zutreffend.“

Konkret geht es um ein Telefongespräch zwischen Hindenburg und Bosch am 9. September. „Fragen zu Nikola wurden direkt an Nikola verwiesen“, äußert sich Bosch dazu nun. „Das übrige Gespräch drehte sich um die Pläne von Bosch für die inzwischen abgesagte Nutzfahrzeug-IAA sowie um die Brennstoffzellen-Aktivitäten von Bosch und das europäische H2Haul-Projekt.“ Bosch äußere sich grundsätzlich nicht zu Kunden.

Bosch ist seit einigen Jahren Zulieferer von Nikola Motor. Gegenüber der WirtschaftsWoche bekräftigt Bosch, die Partnerschaft mit Nikola fortzuführen: „Die beiden Unternehmen planen, auch in Zukunft – und auch bei Brennstoffzellen – zusammenzuarbeiten“.

Mehr zum Thema
Der amerikanische Hersteller Nikola will mit Wasserstofflastern das Transportgewerbe revolutionieren. Deutsche Speditionen sind skeptisch. Sie warten schon allzu lange auf den Durchbruch der Technologie.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%