Preisfrage: So setzt sich der Preis für eine Flasche Bio-Apfelsaft zusammen
Ob verdünnt als Schorle oder pur, als Stärkung am Frühstückstisch oder als leckere Erfrischung am Abend: Die Menschen in Deutschland trinken gerne Fruchtsäfte. 2023 haben Deutsche pro Kopf im Schnitt 26 Liter Fruchtsaft oder Nektar konsumiert.
Mit etwa 11,6 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist die deutsche Fruchtsaftindustrie vergleichsweise groß. In Frankreich lag der Umsatz beispielsweise nur bei rund 4 Milliarden Euro, in Italien waren es etwa 1,2 Milliarden Euro.
Wer in Deutschland gerne Fruchtsaft trinkt, musste in den vergangenen Jahren immer tiefer in die Tasche greifen: Seit 2020 hat sich Apfelsaft um 32 Prozent, Gemüsesaft um 39 Prozent, Multivitaminsaft um 42 Prozent und Orangensaft um 56 Prozent verteuert.
Das Unternehmen „Bio Company“ gibt Einblick in seine Kostenstruktur bei seinem Feinlese-Apfelsaft aus ökologischer Herstellung, der im Handel für 2,99 Euro erhältlich ist.
Bio Company verwendet laut eigenen Angaben Äpfel von deutschen Streuobstwiesen aus der Region Brandenburg. Da es sich um ein nach ökologischen Richtlinien hergestelltes Produkt handelt und Gifte wie Pestizide verboten sind, seien „die sorgsame Pflege der Bäume und der Bodenkultur durch den Menschen hier etwas aufwändiger“.
Mit 1,52 Euro entfällt der Großteil der Kosten auf die Apfelproduktion und die Herstellung des Apfelsafts. Unter ersteres fallen die Obstbaumpflege, die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen sowie die Ernte von Hand. Bei der Herstellung des Safts spielen Aspekte wie das Sammeln der Äpfel in der Mosterei, das Keltern oder Auspressen der Früchte sowie die Abfüllung in Glasflaschen eine Rolle.
37 Cent kommen für die Logistik zum Großhändler und die Lagerung der Flaschen hinzu. Die Kosten im Handel beziffert das Unternehmen inklusive der Marge auf 62 Cent. Hierzu gehören Personal-, Energie- und Mietkosten. Schließlich werden noch 48 Cent an Mehrwertsteuer fällig.
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