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Dieselkrise nur ein GrundDaimler gibt erneut Gewinnwarnung aus

Die Ermittlungen im Dieselskandal sind nur einer von mehreren Gründen: Der Autokonzern Daimler hat am Freitag seine Gewinnziele für 2018 weiter nach unten geschraubt. 19.10.2018 - 18:16 Uhr aktualisiert

Das Logo von Mercedes-Benz.

Foto: dpa

Daimler passt seine Ergebniserwartungen für 2018 erneut nach unten an. Grund seien aktuelle Entwicklungen, heißt es in einer Pflichtmitteilung des Stuttgarter Autobauers für die Börse am Freitag. Für das laufende Jahr erwarte man nun ein Konzern-Ebit deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus. Der Rückgang solle mehr als zehn Prozent betragen. Der Konzerngewinn im dritten Quartal schrumpfte demnach laut vorläufigen Zahlen auf 2,488 Milliarden Euro, nach 3,409 Milliarden vor Jahresfrist, was einem Minus von 27 Prozent entspricht.

Drei große Gründe nennt Daimler:

- Einen Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden Verfahren, die Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge betreffen.
- Auslieferungsverzögerungen im Bereich Mercedes-Benz Vans und damit einhergehend geringere Absätze. Schuld sei die Umstellung auf die neue Abgasmessung WLTP.
- Eine Risikovorsorge „für eine möglicherweise erforderliche Umrüstung bestimmter Fahrzeuge“, die noch mit dem früher verwendeten Kältemittel R134a ausgestattet seien. Als Hintergrund führt Daimler eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs an.

In der Pkw-Sparte holpert es besonders, hier gibt der Konzern vorläufig einen Einbruch des operativen Gewinns im dritten Quartal um mehr als ein Drittel an. Das Lieferwagen-Segment fuhr sogar in die roten Zahlen. Einem operativen Gewinn vor Jahresfrist von 214 Millionen Euro steht nun ein Minus von 93 Millionen Euro entgegen.

Gewinnwarnung ausgegeben

Handelsstreit ruiniert Daimlers Bilanz

Bereits im Juni hatte Daimler seine Prognose kassiert. Damals wurde der schwelende Handelsstreit mit den USA als Hauptgrund angeführt. Erst zum Anfang dieser Woche wurde auch Audi geschoren: Die Ingolstädter mussten eine Strafzahlung in Höhe von 800 Millionen Euro akzeptieren und kündigten in der Folge an, die Jahresziele deutlich zu unterschreiten. Bereits im Dezember schraubte BMW seine Gewinnprognose für das Jahr 2018 nach unten – Auslöser waren unter anderem Rabattschlachten wegen der WLTP-Umstellung sowie erhebliche Investitionen in die Entwicklung des autonomen Fahrens.

Die Daimler-Aktie brach am Freitag binnen weniger Minuten um bis zu 6,9 Prozent auf 48,77 Euro ein und erreichte damit ein Fünfjahrestief. Später erholten sich die Papiere wieder und gingen mit einem Minus von rund 2 Prozent (51,39 Euro) aus dem Frankfurter Handel. Der Abwärtssog riss auch andere Hersteller mit, der Branchenindex fiel zeitweise auf ein Zweijahrestief von 473,70 Punkten; die Titel von Renault und Peugeot gaben bis zu fünf Prozent nach.

jre
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