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Elektroautos 2019 wird das Jahr des Tesla – danach kommt die Wende

Teslas Model 3 - wenn es denn in Deutschland erhältlich ist, dann wird es 2019 ein Erfolg, so eine Studie von Branchenexperten. Quelle: imago

Doppelt so viele Neuzulassungen von Elektroautos: Kommendes Jahr soll die Elektromobilität in Deutschland neuen Schwung bekommen. Treiber sind dabei nicht die deutschen Autokonzerne, sondern Tesla.

Die Zahlen klingen imposant: 20 Milliarden Euro für neue Batteriezellen bei Daimler bis 2030, neun Milliarden Euro Investition bei der Marke Volkswagen bis 2023 für Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren. Dennoch wird es im kommenden Jahr kein deutscher Autohersteller sein, der den Markt für Elektrofahrzeug in Deutschland dominiert, sondern Tesla. Das zumindest erwartet Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

„Klappt es mit der Produktion und einem frühen Verkaufsstart von Model 3 in Deutschland, sind für Tesla insgesamt bis zu 20.000 Verkäufe hierzulande in 2019 möglich“, schreibt Dudenhöffer in einer Marktstudie. Damit läge Tesla weit über den Zahlen, die die erfolgreichsten Elektroautos 2018 in Deutschland erreichten.

Auf Grundlage der Verkaufszahlen von Januar bis Oktober 2018 hat Dudenhöffer Hochrechnungen für das Gesamtjahr 2018 erstellt. Danach käme Smart dieses Jahr auf 7030 Exemplare, VWs Elektroautos summierten sich auf 6420, Renault (5150) und BMW (5150) folgen auf den Plätzen drei und vier. Tesla hat von den in Deutschland verfügbaren Modellen bis Oktober 1678 Stück verkauft und käme bis Ende des Jahres laut Prognose auf 1920 Stück.

Die Beschleunigung bei den Verkaufszahlen liegt laut Dudenhöffer jedoch nicht allein an dem neuen Modell. Getrieben wird sie auch durch eine Änderung in den Regelungen zu Dienstwagen. Dabei werden künftig Elektroauto und Hybridfahrzeuge unterschiedlich besteuert. Bislang müssen Arbeitnehmer, die ihren Firmenwagen privat nutzen, einen Prozent des Listenpreises monatlich als geldwerten Vorteil versteuern. Dieser Satz wird für Elektroautos auf 0,5 Prozent halbiert. Bei in etwa gleichteuren Fahrzeugen wie einem Model 3 und einem Mercedes E 220d kann das einen Unterschied von mehr als 200 Euro ausmachen.

Für die Hersteller ist der Markt für Firmenwagen eine wichtige Säule. Knapp 800.000 Neuwagen werden jährlich im Kundenfirmenmarkt gekauft, davon etwa 50.000 aus der Wagenklasse, in der sich Audi A6, der 5er BMW oder die Merdes E-Klasse bewegen.

China dominiert die Entwicklung für E-Autos

Allein auf dieser Basis geht CAR davon aus, dass 2019 schon 80.000 Fahrzeuge zugelassen werden, die mit Elektroantrieb ausgestattet sind. Neben Tesla kommen laut der Studie sieben weitere reine Elektroautos in der zweiten Hälfte 2019 auf den Markt.

„2019 wird in Deutschland Startpunkt der Zeitenwende im Automarkt und Tesla wird 2019 in Deutschland Marktführer bei den batteriebetriebenen Elektroautos“, sagt Dudenhöffer. "Nach 2021 wird die große Modelloffensive von VW Tesla wieder von der Marktspitze bei den reinen Elektroautos verdrängen, aber im nächsten Jahr tanzt Elon Musk mit seinem Model 3 den deutschen Autobauer in ihrem Heimatmarkt auf der Nase herum.“ Das könnte den Nebeneffekt haben, dass Deutschland im Markt für reine Elektroauto den bisherigen Spitzenreiter Norweger ablöst.

Das Schicksal der Elektromobilität wird jedoch in andernorts entschieden: In China. Dort werden laut einer Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) schon im Jahr 2018 fast eine Million E-Fahrzeuge zugelassen. Damit würde laut Stefan Bratzel vom CAM der Anteil an Neuzulassungen am Gesamtmarkt von 2,7 auf 4,6 Prozent steigen. Die schlechte Nachricht für Hersteller von Audi über Mercedes bis Tesla: Zu 95 Prozent stammen diese Fahrzeuge von chinesischen Herstellern.

In den USA, dem zweitgrößten Mark für Elektrofahrzeuge, dominiert hingegen Tesla, wo bereits in den ersten elf Monaten von 2018, so Bratzel, 159.000 Tesla verkauft wurden und der Marktanteil der E-Autos von 1,1 auf 2,1 Prozent gestiegen ist.

Studienleiter Stefan Bratzel sagt: „Die Elektromobilität nimmt in vielen Ländern bereits erheblich an Fahrt auf. Dabei wird die Dynamik vor allem von regulatorischen Rahmenbedingungen und attraktiven
Modellangeboten einiger Hersteller getrieben. Die Elektromobilität wird zwar auch im nächsten Jahr weiter an Bedeutung gewinnen. Jedoch ist erst ab dem Jahr 2020 von einer sehr hohen Dynamik auszugehen.“

Die Studie attestiert Tesla dabei die höchste Innovationsstärke. Das könnte dann auch 2019 auf Deutschlands Straßen deutlich sichtbar werden, wenn das Model 3 dort erstmal fährt.

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