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Elektroauto-Bestseller Tesla Model 3 ist das meistverkaufte E-Auto

Tesla Model 3 in einem Showroom. Quelle: AP

Nach Anlaufschwierigkeiten bei der Produktion hat sich Teslas Model 3 nun zum Welt-Bestseller unter den E-Autos aufgeschwungen. Deutsche Modelle finden sich unter den zehn gefragtesten Stromern nicht.

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Das Tesla Model 3 hat den Elektroauto-Thron erobert. Mit knapp 60.000 weltweiten Neuzulassungen in den ersten acht Monaten verdrängt die Mittelklasse-Limousine den Nissan Leaf und die E-Reihe des chinesischen Herstellers BAIC auf die Plätze, wie aus einer Statistik des Beratungsunternehmens Inovev hervorgeht. Weltweit erfolgreichstes deutsches Modell unter den Autos mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb ist der BMW i3 mit rund 20.000 Verkäufen auf Rang 14.

Die Marktdominanz des Model 3 könnte nach Anlaufschwierigkeiten in den kommenden Monaten noch wachsen. Tesla hat nun nach eigenen Angaben eine monatliche Produktionskapazität von 20.000 Einheiten erreicht, was einem Jahresausstoß von 240.000 Autos entspricht. Ein Wert, den weltweit kein anderes Modell auch nur annähernd erreicht. Trotzdem bleibt der Hersteller Tesla vorerst nur zweitgrößter E-Autokonzern; Renault-Nissan übertrifft die Kalifornier in den ersten acht Monaten mit 122.000 gebauten Fahrzeugen um knapp 7000 Einheiten.

Insgesamt wurden seit Jahresbeginn weltweit 1,08 Millionen E-Autos und Plug-in-Hybride verkauft. 545.000 davon in China, 242.000 in Europa. Auf die USA entfielen 190.000 Einheiten, auf Japan 41.000.

So ist Teslas Hoffnungsträger aufgebaut
Tesla Model 3 Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Innenraum Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Antrieb Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Karosserie Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Akku Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Akku-Module Quelle: Illustration: Niko Wilkesmann
Tesla Model 3 Lithium-Ionen-Zelle

Tesla-Chef Elon Musk sieht die jahrelange Durststrecke überwunden. „Wie ich bereits früher in diesem Jahr sagte, glaube ich, dass wir in allen weiteren Quartalen mehr Geld einnehmen als ausgeben werden“, sagte Musk in einem am Freitag veröffentlichten Podcast des US-Technologieblogs „Recode“. „Man sollte nie selbstgefällig werden, also müssen wir weiter hart arbeiten - aber ich denke, wir sind über den Berg.“
Tesla kämpfte monatelang mit massiven Anlaufproblemen bei der Produktion seines ersten günstigeren Wagens Model 3. Die angepeilte Marke von 5000 Fahrzeugen des Model 3 pro Woche wurde erst ein halbes Jahr später als geplant im Sommer erreicht. Dadurch liefen hohe Verluste auf und sorgten sich viele Analysten um die Kapitalausstattung des Konzerns. Musk bekräftigte erneut, dass Tesla ohne eine weitere Kapitalspritze auskommen könne.

Zuletzt hatte Tesla erstmals seit zwei Jahren einen Quartalsgewinn eingefahren, weil das neue Modell starken Absatz fand und den Umsatz hochschnellen ließ. Zum Quartalsende lag die wöchentliche Produktionsrate bei 5300 Wagen des Model 3, ausgeliefert wurden im Quartal 56.065 Stück. „Nun arbeiten wir daran, auf 6000 und dann 7000 Model 3 pro Woche zu erhöhen, während wir die Kosten im Griff behalten“, sagte Musk. Tesla hatte rund 400.000 Reservierungen für das Model 3 bekommen.

Musk kann Rückenwind gut gebrauchen, der Starunternehmer stand zuletzt oft in der Kritik. So etwa wegen der schnell wieder aufgegebenen Überlegung, Tesla von der Börse nehmen zu wollen. Auf die über Twitter veröffentlichte Idee folgten Klagen von Investoren und Strafen der US-Börsenaufsicht, die einen Versuch der Marktmanipulation sah. Musk muss als Konsequenz den Vorsitz des Verwaltungsrates für drei Jahre abgeben.

Das Geld für den Börsenrückzug sollte nach Musks Plänen von einem staatlichen Investmentfonds aus Saudi-Arabien kommen. Jetzt würde er „vermutlich“ kein Geld mehr aus dem Land annehmen, sagte Musk mit Blick auf den gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens.

In dem „Recode“-Interview gab Musk erneut eine Kostprobe seines berühmt-berüchtigten Selbstbewusstseins. Er sehe in den großen Autokonzernen keine Konkurrenten bei der Entwicklung von Roboterwagen-Technologien sehe, erklärte der Tech-Milliardär. „Sie sind einfach nicht gut bei Software. Und das ist ein Software-Problem.“ Tesla sei zumindest auf Kurs, seine Autos im kommenden Jahr autonom fahren zu lassen, stellte Musk in Aussicht. Allerdings hatte er auch schon für dieses Jahr die automatisierte Fahrt eines Tesla zwischen den US-Küsten angekündigt, die immer wieder aufgeschoben wurde.

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