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High Voltage Formel-1-Star Nico Rosberg: „Meine Töchter werden definitiv keinen Verbrenner mehr fahren“

Nico Rosberg Quelle: imago images

Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ist mit dem Verbrenner berühmt geworden, weint ihm aber keine Träne nach. Im WirtschaftsWoche-Podcast „High Voltage“ spricht er über seine Sicht auf die neue Mobilitätswelt – in der seine Töchter vielleicht noch nicht mal mehr einen Führerschein machen werden.

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Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ist davon überzeugt, dass Autos mit Elektroantrieb „im Alltag die finale Lösung“ sind. „Das ist ganz, ganz sicher“, sagte er im E-Mobility-Podcast High Voltage der WirtschaftsWoche. Er sieht für seine jetzt sechs und vier Jahre alten Töchter eine Zukunft ohne Benziner und Diesel: „Meine Töchter werden definitiv keinen Verbrenner mehr fahren.“

Weil Autos künftig autonom fahren sollen, ist es nach Rosbergs Einschätzung für seine Kinder womöglich auch nicht mehr nötig, selbst am Steuer zu sitzen. Bei seinen Töchtern stelle sich „die Frage, ob sie überhaupt noch einen Führerschein haben werden“, so der frühere Motorsportler. „Interessieren wird es sie dann nicht mehr so richtig.“ 
(Lesen Sie auch: Soll ich mir noch einen Verbrenner kaufen?)

Im Privatleben der Rosbergs spielten Elektroautos inzwischen „eine sehr große Rolle“, erzählte der Ex-Motorsportler, Investor und Juror der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Privat fahre er das Elektroauto Audi e-tron: „Ich habe heute Morgen meine Kinder mit dem e-tron zur Schule gefahren. Das ist jetzt unser Familien-Auto und da fühlen wir uns super wohl.“

Leider lasse die Ladeinfrastruktur in Monaco, wo Rosberg lebt, und in Südeuropa noch zu wünschen übrig: „Wenn ich eine Reise mache, dann habe ich schon noch ein bisschen Kopfschmerzen. Dann nehme ich eher einen Hybrid.“ So habe er sich kürzlich ein Auto gemietet, um nach Italien zu fahren, sagte Rosberg. Er gehe aber davon aus, dass die Ladeinfrastruktur auch in Südeuropa „in den nächsten Jahren sehr schnell besser“ werde. 

Abkehr von Verbrennern und Führerschein – in der Formel-1-Dynastie der Rosbergs sind das neue Töne. Bereits Nico Rosbergs Vater Keke war Formel-1-Weltmeister. Bis vor Kurzem konnte Keke Rosberg der Elektromobilität nicht viel abgewinnen, wie Nico Rosberg im Podcast erzählte. Als er in die elektrische Rennserie Formel E investiert habe, habe sein Vater ihn sehr kritisch angeschaut und ihn gefragt: „Bist du völlig Banane?“.

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    Inzwischen aber verfolge Keke Rosberg mit Begeisterung sämtliche Rennen der Formel E. Auch habe ihn eine Probefahrt im Audi e-tron überzeugt: „Letztens bin ich zum ersten Mal mit ihm in meinem Audi e-tron gefahren und dann habe ich ihn fahren lassen“, sagte Rosberg. „Er ist dann ausgestiegen und hat gesagt: Hey, das ist einfach eine coole Lösung.“ Er habe seinen Vater allerdings noch nicht komplett für Elektroautos begeistern können, so Rosberg. Wenn sein Vater zu Besuch in Deutschland sei, wolle er gern mal mit einem Verbrenner über die Autobahn rasen. Aber was den Stadtverkehr angehe, sei er „total überzeugt“.

    Nico Rosberg glaubt selbst erst seit wenigen Jahren an den Durchbruch der E-Autos. „Der richtige Aha-Moment für mich war, als ich 2017 Tesla besucht habe“, sagte Rosberg. Tesla-Chef Elon Musk habe ihn ein Tesla Model S mit dem sogenannten Ludicrous Mode (Verrückter Modus) fahren lassen: „Da konnte ich auf dem Gelände mal ein bisschen rumbrettern und das war phänomenal. Das Auto sieht von außen ganz normal aus und dann hast du eine Beschleunigung von 2,9 Sekunden auf 100. Da habe ich gesagt: Elektromobilität kann auch richtig Spaß machen.“

    Allerdings habe er damals „nicht gedacht, dass es die Zukunft ist“. Es sei unklar gewesen, ob die Technologie sich in der Breite durchsetzen könne. Inzwischen ist es nach Rosbergs Einschätzung klar, dass der Elektroantrieb „die beste Lösung“ sei. „Ich sehe keine Chance für das Wasserstoffauto“, sagt Rosberg.

    Auch klimafreundliche, synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) seien deutlich im Nachteil: „Bei synthetischen Kraftstoffen verliert man bis zu vier Fünfteln der Energie. Es bleiben nur 20 Prozent übrig für den Antrieb.“ Auch seien synthetische Kraftstoffe dreimal so teuer wie herkömmliche Kraftstoffe. Trotzdem sollten sie weiter erforscht werden, meint Rosberg. Denn damit könne der Fahrzeugbestand von weltweit rund eine Milliarde Verbrenner-Autos vielleicht klimafreundlicher genutzt werden.

    Den vollständigen Podcast mit Nico Rosberg hören Sie hier.

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