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Nach langem Streik General Motors hat seine Prognosen gekappt

Nach langem Streik durch die Automobilgewerkschaft UAW hat General Motors nun die Prognosen angepasst. Doch der Gewinnrückgang konnte einigermaßen begrenzt werden. Quelle: dpa

Der Nettogewinn von General Motors ist im Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar gesunken. Der mehrwöchige Ausstand durch die Automobilgewerkschaft hat Milliarden gekostet. Doch der SUV-Boom hat angehalten.

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Der 40-tägige Streik der Automobilgewerkschaft UAW verdirbt General Motors die Aussichten für das laufende Jahr. Der größte US-Autobauer kippte am Dienstag seine Gewinnprognose und führte als Grund hohe Kosten durch den Stillstand praktisch der gesamten Produktion in Nordamerika während des Ausstands an. Zuvor hatte bereits der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford seine Aussichten für dieses Jahr gedämpft und dafür einen höheren Aufwand für den Konzernumbau angeführt. Die Autobranche ringt derzeit weltweit zudem mit den Folgen des US-Handelsstreits mit China und den Unsicherheiten durch den Brexit. Deshalb hatte schon der französische Renault-Konzern seinen Ausblick kassiert.

GM gelang es allerdings, den Gewinnrückgang im dritten Quartal dank des gestiegenen Verkaufs margenstarker Pick-ups und SUVs in Grenzen zu halten. Dadurch schlug auch das schwache China-Geschäft nicht so stark zu Buche. Der Reingewinn des Konzerns sank binnen Jahresfrist um rund 200 Millionen Dollar auf 2,3 Milliarden Dollar und damit nicht so stark wie von Analysten befürchtet. Der Umsatz schrumpfte leicht auf rund 35,5 Milliarden Dollar von 35,8 Milliarden Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,72 Dollar. Experten hatten nach Daten von Refinitiv im Schnitt mit 1,31 Dollar gerechnet. Die Aktie gewann an der Wall Street fünf Prozent.

„Geschäft im Quartal war stark“

„Das zugrundeliegende Geschäft war in diesem Quartal stark“, sagte Finanzchefin Dhivya Suryadevara zu Journalisten in der Detroiter GM-Zentrale. Die Folgen des Streiks beschrieb sie als „einmalige Auswirkung“. Die UAW hatte GM über mehrere Wochen lahmgelegt, um einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen. Es war der längste Ausstand in der US-Autoindustrie seit 1970. Vergangenen Freitag hatten die Beschäftigten den Abschluss angenommen, der auf vier Jahre angelegt ist. Die Vereinbarung sieht vor, dass GM neun Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten investiert. Davon sollen 7,7 Milliarden in die Werke fließen, der Rest ist für Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen. Analysten schätzen die Kosten des Streiks auf mehr als zwei Milliarden Dollar. Nach dem Tarifabschluss mit General Motors will die Gewerkschaft nun mit Ford verhandeln.

GM teilte mit, der Ausstand habe die nordamerikanischen Aktivitäten praktisch zum Erliegen gebracht und den Konzern im Quartal eine Milliarde Dollar beim Vorsteuergewinn beziehungsweise 52 Cent je Aktie gekostet. Suryadevara sagte, durch die Arbeitsniederlegungen seien etwa 300.000 Fahrzeuge nicht gebaut worden. Für das Gesamtjahr schätzt das Management die Auswirkungen beim Gewinn auf etwa zwei Dollar je Aktie oder rund drei Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie werde zwischen 4,50 bis 4,80 Dollar liegen statt der bisher in Aussicht gestellten Spanne von 6,50 bis sieben Dollar.

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