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Tesla-ChefElon Musk wirft Mitarbeitern Sabotage vor

Läuft es bei Tesla so schlecht, weil es Sabotage der Mitarbeiter gibt? Diesen Vorwurf äußerte Tesla-Chef Elon Musk am Montag in einer E-Mail an seine Mitarbeiter. 19.06.2018 - 13:05 Uhr aktualisiert

„Wie Sie wissen, gibt es eine lange Liste von Organisationen, die Tesla den Tod wünschen“, schrieb Elon Musk in einer E-Mail an seine Mitarbeiter.

Foto: AP

Dem Elektroautobauer Tesla macht nach Angaben von Firmenchef Elon Musk ein Feind im eigenen Hause zu schaffen: Ein Mitarbeiter habe „umfassende und schädliche Sabotage“ begangen, schrieb Musk den Tesla-Angestellten am Sonntagabend in einer E-Mail, die der US-Sender CNBC am Montag (Ortszeit) veröffentlichte. Das volle Ausmaß sei noch nicht klar, doch was der Mitarbeiter bislang zugegeben habe, sei schon „ziemlich schlecht“. Ein offizielles Statement des Unternehmens gab es zunächst nicht. Tesla steht derzeit wegen eines holprigen Produktionsstarts des Hoffnungsträgers Model 3 stark unter Druck.

Der Angestellte nahm laut Musk unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vor und leitete große Mengen hochsensibler Daten an noch unbekannte Dritte weiter. Sein Motiv sei gewesen, dass ihm eine Beförderung versagt geblieben sei. Es könnte aber noch weit mehr dahinter stecken, deshalb werde die Untersuchung diese Woche in aller Tiefe fortgeführt. „Wie Ihr wisst, gibt es eine lange Liste von Organisationen, die wollen, dass Tesla stirbt“, warnte Musk die Mitarbeiter mit Verweis auf die Öl- und Gasindustrie sowie auf Wall-Street-Spekulanten, die gegen die Aktie der Firma wetten.

In einer zweiten, ebenfalls von CNBC veröffentlichten E-Mail offenbarte Musk, dass die Produktion des Model 3 durch einen Brand gestört worden sei. „Letzte Nacht hatten wir einen weiteren merkwürdigen Zwischenfall, der schwer zu erklären ist“, heißt es darin. Es sei zu „einem kleinen Feuer“ gekommen, durch das der Karosseriebau für einige Stunden gestoppt worden sei. Auch hier deutete Musk einen Sabotageakt an. Es könne sich zwar durchaus um Zufall handeln, doch: „Nur die Paranoiden überleben“. Die Mitarbeiter sollten auf alles achten, das „nicht im besten Interesse unseres Unternehmens ist“.
An Sabotage hatte Musk auch schon einmal gedacht, als eine Rakete seiner Raumfahrt-Firma SpaceX 2016 beim Betanken auf der Startrampe explodierte. Am Ende erwies sich jedoch ein technisches Problem als Auslöser. Die Explosion vernichtete einen teuren Internet-Satelliten von Facebook.

Mail an Mitarbeiter

Tesla-Chef Elon Musk fordert „radikale Verbesserungen“

von Katja Joho

Erst am Freitag hatte Musk in einer Nachricht an die Tesla-Mitarbeiter geschrieben, dass „radikale Verbesserungen notwendig“ seien, um Teslas Quartalsziel für die Produktion des Model 3 zu erreichen. Vor rund zwei Wochen hatte sich der Tesla-Chef beim Aktionärstreffen optimistisch für das Erreichen des Ziels gezeigt und die wöchentliche Produktionsrate mit rund 3500 Model 3 angegeben.
Bei Tesla brodelt es. Tesla kämpft derzeit weiter mit Anlaufproblemen bei der Massenfertigung seines ersten günstigeren E-Autos, dem Model 3. Musks Firma liegt bereits ein halbes Jahr hinter ihrem ursprünglichen Zeitplan und will die Marke von 5000 Fahrzeugen pro Woche nun bis Ende Juni erreichen. Am Freitag gratulierte Musk den Mitarbeitern zwar zu den bereits gemachten Fortschritten, forderte aber zugleich „radikale Verbesserungen“. Vor rund zwei Wochen hatte sich der Tesla-Chef beim Aktionärstreffen optimistisch für das Erreichen des Ziels gezeigt und die wöchentliche Produktionsrate mit rund 3500 Model 3 angegeben.

Automatisierte Model-3-Produktion

Warum Musks Tesla-Vision eine Traumfabrik ist

von Katja Joho

Um das Ziel zu erreichen, ließ Musk eine weitere Montagelinie neben der Fabrik in Fremont in einem großen Zelt einrichten. Sie war zwar als provisorische Maßnahme gedacht, könne auch aber dauerhaft bleiben, deutete der Tesla-Chef bei Twitter an: „Bin nicht sicher, ob wir überhaupt ein Gebäude brauchen.“ Und sie sei binnen zwei Wochen zum Teil mit restlicher Technik aus dem Lager aufgebaut worden - „viel besser als die andere Montagelinie, die hunderte Millionen Dollar gekostet hat“. Die automatisierte Linie des von Tesla übernommenen deutschen Maschinenbauers Grohmann sei in der „Gigafactory“ in Nevada im Einsatz. Das Grohmann-Team habe gute Arbeit geleistet: „Heiliger Strohsack!“, schrieb Musk auf Deutsch.

Aber nicht nur bei der Model-3-Produktion läuft es mehr als unglücklich. Der E-Auto-Pionier ist rasant gewachsen, hat aber neben verfehlten Produktionszielen mit Verlusten, der Abwanderung von Führungskräften und (teils tödlichen) Unfällen mit seinen Elektroautos zu kämpfen.

Der Druck auf Tesla-Chef Elon Musk steigt stetig. Produktionsprobleme beim Modell 3 und jetzt auch noch Sabotage – findet Tesla den Weg aus der Krise?

dpa, kjo
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