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Umfrage unter 1800 Autohändlern Dramatischer Preisverfall bei gebrauchten Diesel-Pkw

Exklusiv
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Händler sind bei Leasing-Rückläufern im Risiko

Laut ZDK haben die Händler die bei den Restwerten von Leasing-Fahrzeugen „die Hauptlast zu tragen“. Auch Dudenhöffer sagt, dass Leasingfirmen den Wertverlust „häufig zu 100 Prozent an den Handel weitergeben“. Gerade durch die Rückläufer aus Leasingverträgen sei der Autohandel nun massiv bedroht: „Bei üblichen Laufzeiten von drei Jahren kommen jetzt die Diesel aus dem ersten Jahr des Dieselskandals, also 2015, in den Handel zurück. Damals wurden viel höhere Restwerte angesetzt.“ Wenn die Händler nun zu deutlich niedrigeren Preisen weiterverkaufen müssten, könnte das etlichen Betrieben wirtschaftlich das Genick brechen.

In den 2017er-Bilanzen der Autohändler werde sich „ein roter Streifen durchziehen“, sagt Dudenhöffer: „Um mehr als fünf Milliarden Euro wird den Markenhändlernetzen in Deutschland in den nächsten Jahren Eigenkapital und Liquidität entzogen. Man muss davon ausgehen, dass die Sparkassen und Banken ihre Linien für Autohändler glatt stellen. Eine gefährliche Schieflage vieler Autohäuser wird der Effekt sein.“

Der beste Ausweg für den Handel sei die Ausrüstung von schmutzen Dieseln mit einer zusätzlichen Abgasreinigung, die sogenannte Hardware-Nachrüstung, sagt Dudenhöffer. Damit seien die Diesel nicht mehr von Fahrverboten betroffen und es könnten viele Fahrverbote verhindert werden, weil die Luft in den Städten besser wird. „So wird die Dieseldebatte zumindest auf längere Sicht beendet, der Preisverfall der Gebrauchten verlangsamt und wir würden langsam wieder auf normale Verhältnisse zusteuern“, so Dudenhöffer.

Auch der ZDK fordert Politik und Hersteller zu schnellen Handware-Nachrüstungen auf. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer müsse seinen ersten Ankündigungen, ernste Gespräche mit den Herstellern zu führen, jetzt schnell Taten folgen lassen, heißt es beim ZDK. „Wir brauchen dringend eine Nachrüst-Verordnung für ältere Diesel mit bereits erfolgreich erprobten Hardware-Systemen“, so ein Sprecher des Verbandes. Die Autohersteller seien „moralisch in der Pflicht, sich an Finanzierung der Hardware-Nachrüstung zu beteiligen.“

Darüber hinaus sei es unabdingbar, mit den Vertretern der Händlerverbände „sehr schnell tragfähige Lösungen für die extrem hohen Belastungen der Händler zu schaffen, um eine Pleitewelle im Automobilhandel zu verhindern.“ Bereits im Jahr 2017 stieg laut ZDK die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe um rund zehn Prozent. Die Zahl der markengebundenen Betriebe seit um drei Prozent zurückgegangen. Es sei zu befürchten, dass sich diese Trends fortsetzen und eher noch beschleunigen.

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