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Waymo startet in LondonMit Waymo beginnt in Europa das Endspiel beim Autonomen Fahren

Wenn die deutsche Autoindustrie das Rennen um die wichtigste Zukunftstechnologie nicht verspielen will, muss sie deutlich mehr ins Risiko gehen. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Artur Lebedew 17.10.2025 - 14:44 Uhr
Ein fahrerloses Robotaxi der Google-Schwesterfirma Waymo in San Francisco – und demnächst auch in Europa. Foto: PR

Beim Autonomen Fahren umtrieb die europäische Autobranche seit Jahren eine Befürchtung: Kommt Googles Waymo nach Europa, beginnt das Endspiel. Nun steht fest: Waymo kommt. Mitte dieser Woche verkündete das Unternehmen, ab nächstem Jahr seine autonomen Shuttles auch in London zu betreiben, zunächst mit einem Sicherheitsfahrer, dann vermutlich völlig autonom, so machte es das Unternehmen in seiner Heimat.

Waymo, das sind Milliardeninvestitionen und Millionen gefahrener Kilometer – kein anderes Unternehmen auf der Welt verfügt beim Autonomen Fahren über mehr Erfahrung und Ressourcen. Ein echtes Schwergewicht also.

Zuerst London, dann das Festland, könnten Googles Europa-Eroberungsfantasien lauten. Und für die deutschen Autobauer und ihre großen Zulieferer? Für die heißt es jetzt angesichts der neuen Konkurrenz tatsächlich: All-in or All-out! Oder wie es Augustin Friedel von der Management- und IT-Beratung MHP formuliert: „Wer in Zukunft in Europa erfolgreich sein will, muss jetzt die Technologie skalieren und die Marktlücken besetzen.“

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Der ChatGPT-Moment für das Autonome Fahren ist gekommen. Jahrelang haben die Europäer (und mit ihnen ihre Autobosse) fahrerlose Taxis als Zukunftsmusik abgetan, als risikoreiche und verlustbringende Tech-Verliebtheit aus San Francisco und Shanghai. Eben wie KI-generierte Sprachassistenten, die in Filmen die Fantasie anregten, aber doch niemals nützlich sein könnten!

Nun, ChatGPT hat diese Gewohnheit wie weggewischt. Die Sprachassistenten sind Alltag geworden. Und auch wenn europäische Unternehmen wie das französische Mistral oder Flux aus dem Schwarzwald in Nischen mithalten können, setzen mal wieder Amerikaner und Chinesen die Standards.

Etwas Ähnliches geschieht gerade auch in der Autowelt: Die Technologie für das Autonome Fahren ist reif – und wird immer sicherer. Auch die europäischen und nationalen Behörden versuchen, im Standort-Wettlauf mit China und den USA die Markteinführung der Shuttles zu ermöglichen. Wohl deshalb wagt Waymo nun den Sprung in den neuen Markt. Und sie sind nicht die einzigen mit großen Ambitionen: In München startet Uber ab dem kommenden Jahr zusammen mit dem chinesischen Softwareanbieter Momenta einen vollautonomen Fahrdienst.

Deutsche Unternehmen müssen mehr ins Risiko gehen

Und natürlich ist es nicht so, dass die Deutschen komplett blank dastehen. Das Pilotprojekt von Volkswagen und seiner Shuttleservice-Tochter Moia in Hamburg war sicherlich ein gelungener Start in den Markt. Auch Mercedes und BMW haben mit ihren Lösungen im Hochpreissegment bewiesen, dass sie die Technologie beherrschen, wenn auch bislang nur mit langsamen Geschwindigkeiten auf ausgewählten Autobahnen.

Im Endspiel wird das kaum reichen: Volkswagen wird seine Moia-Flotte schon bald ausweiten, BMW und Mercedes werden ihre Lösungen für breitere Anwendungen und Schichten anbieten müssen. Und auch Bosch, das sich offiziell auf einfachere Fahrassistenzsysteme fokussieren will, muss entscheiden, ob es auf seinem europäischen Heimatmarkt bei der wichtigsten Auto-Zukunftstechnologie noch ein Wörtchen mitsprechen will.

Wenn die Europäer das Nachsehen beim Autonomen Fahren verhindern wollen, müssen sie ihre Anstrengungen und Risikobereitschaft jetzt deutlich erhöhen. Sonst kommt auch die nächste Alltagstechnologie aus dem Ausland.

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