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Armageddon im Dax Unzureichende Belege: Wirecard verschiebt Jahresabschluss erneut

Quelle: dpa

Gau im Dax: Wirecard muss seinen Jahresabschluss erneut verschieben, weil dem Wirtschaftsprüfer EY keine ausreichenden Belege vorgelegt worden sind. Die Aktie stürzte in der Folge massiv ab – der Konzern sieht sich derweil als Opfer eines „gigantischen Betrugs“.

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Armageddon im Dax: Wirecard hat die Vorlage seines Jahresabschlusses erneut verschoben. Der Grund dafür ist laut einer Pflichtmitteilung Wirecards an die Börsen, dass der Wirtschaftsprüfer EY „noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise“ für „Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro“ erlangen konnte. Die 1,9 Milliarden Euro entsprechen einem Viertel der Konzernbilanzsumme, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung.

Der technische Name Treuhandkonto verschleiert, wie elementar die Treuhandkonten für Wirecard sind. Geschäftspartner sollen auf diese Konten Gebühren eingezahlt haben, die sie Wirecard schulden. Wenn also weiterhin Nachweise für die Konten fehlen, ist unklar, ob die Geschäftspartner das Geld jemals eingezahlt haben. Dadurch stehen große Teile von Wirecards Zahlenwerk in Frage.

Zudem heißt es in der Mitteilung, dass EY „unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden“, damit EY „ein unrichtiges Vorstellungsbild über das Vorhandensein der Bankguthaben (…) zugunsten der Wirecard-Gesellschaften erhalte“. Der Vorstand arbeite mit Hochdruck daran , den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären.

Wirecard nennt in der Mittelung keinen neuen Termin für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses. Der Konzern weist darauf an, dass Kreditgeber Darlehen an Wirecard in Höhe von zwei Milliarden Euro kündigen können, wenn der Dax-Konzern nicht bis morgen seinen Jahresabschluss vorlegt.

Die Wirecard-Aktie brach in Folge der Nachricht zeitweise um mehr als 50 Prozent ein.

Der Konzern selbst will derweil Strafanzeige gegen unbekannt erstatten, wie ein Wirecard-Sprecher am Donnerstag sagte. Das Unternehmen sehe sich als mögliches Opfer eines „gigantischen Betrugs“.

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