US-Bank: Gewinn von Goldman Sachs bricht ein
Der Rückzug aus dem Massengeschäft mit Normalkunden und höhere Personalkosten haben der US-Investmentbank Goldman Sachs im Sommer einen Gewinneinbruch eingebrockt. Hohe Abschreibungen und stagnierende Erträge ließen den Überschuss im dritten Quartal um mehr als ein Drittel sinken. Bankchef David Solomon sagte dem Geldhaus am Dienstag in New York aber eine bessere Startposition für 2024 voraus – auch wenn die Erträge zuletzt stagnierten. Aufwärts ging es bei Bank of America. Dass deren Gewinn stieg, lag allerdings nicht nur an höheren Einnahmen – sondern auch an einer geringeren Steuerlast.
Bei Goldman Sachs rächte sich im dritten Quartal ein weiteres Mal der fehlgeschlagene Ausflug ins Massengeschäft mit Normalverdienern. So trennt sich die Bank von ihrem Online-Kreditvermittler Greensky, den sie erst im vergangenen Jahr für 1,7 Milliarden Dollar übernommen hatte. Jetzt bekommt Goldman Sachs nicht einmal halb so viel dafür. Im dritten Quartal musste Goldman Sachs auf die Sparte rund eine halbe Milliarde Dollar abschreiben. Auch deshalb verdiente die Bank in den Monaten Juli bis September nur knapp 1,9 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) und damit 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Im abgelaufenen Quartal hatte die Investmentbank zudem mit rückläufigen Erträgen und deutlich gestiegenen Kosten zu kämpfen. Weil der Zinsüberschuss um fast ein Viertel einbrach, sanken die gesamten Erträge der Bank um ein Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar. Positiv wirkte sich aus, dass Goldman Sachs fast kein Geld für drohende Kreditausfälle zur Seite legte.
Die Bank of America verdankt ihren Gewinnanstieg im Sommer vor allem einer geringeren Steuerlast. Im dritten Quartal verdiente das Institut 7,8 Milliarden Dollar und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie es in Charlotte mitteilte. So stiegen die Erträge um drei Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar. Auch das Handelsgeschäft wuchs stärker als gedacht. Andererseits legte das Institut mit 1,2 Milliarden Dollar rund ein Drittel mehr für drohende Kreditausfälle zur Seite als im Vorjahreszeitraum.
Vor Steuern sank der Gewinn daher von 8,3 Milliarden auf 8,1 Milliarden Dollar. Die geringere Steuerlast machte den Rückgang unter dem Strich aber mehr als wett.
Lesen Sie auch: So kämpft David Solomon um die Zukunft der Großbank