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BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria: Chronik eines skandalträchtigen Todes

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März 2007

Die BayernLB informiert ihren Verwaltungsrat über die Kaufabsichten und teilt der Hypo Alpe Adria brieflich mit, dass sie die österreichische Bank übernehmen wolle.

Mai 2007

Die BayernLB bietet offiziell 1,5 Milliarden Euro für 50 Prozent plus eine Aktie an der Hypo Alpe Adria. Der Deal war hinter den Kulissen längst eingefädelt worden. Ende Mai 2007 ist der Deal unter Dach und Fach: Insgesamt 1,62 Milliarden Euro investiert die BayernLB in das österreichische Geldinstitut und spricht von großartigen Wachstumsperspektiven in Südosteuropa.

Tilo Berlin übernimmt den Vorstandsvorsitz der Hypo Alpe Adria und beginnt mit dem „Auskehren“, wie er es nennt. Für ihn und seine Investorengruppe hat sich der Deal mit der BayernLB ausgezahlt:  Die Bayern zahlen Berlin für seinen 25-Prozent-Anteil 750 bis 780 Millionen Euro. Innerhalb von wenigen Monaten fährt Berlin so einen Gewinn von 150 bis 180 Millionen Euro ein.

November 2007

Die Probleme bei der österreichischen Tochter häufen sich: Die BayernLB muss 440 Millionen Euro nachschießen, damit die Bank weiterarbeiten kann.

Februar 2008

Die BayernLB gerät wegen Milliardenverlusten aus anderen Geschäften in Turbulenzen. Für Werner Schmidt wird der Druck zu groß: Er muss seinen Posten räumen. Sein Nachfolger Michael Kemmer macht deutlich mehr Druck auf die Zentrale der Hypo Alpe Adria in Klagenfurt, was die Restrukturierung betrifft.

November 2008

Der ehemalige HAA-Chef Wolfgang Kulterer gesteht die Bilanzfälschung – und wird rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 140.000 Euro verurteilt. Er habe die Swap-Verluste verschwiegen, um die Bank zu schützen, rechtfertigt sich Kulterer. Daher habe er in Kauf genommen, dass „in Ansehung der Stillen Reserven und der Ertragskraft der Bank der Jahresabschluss 2004 eventuell unrichtig gewesen sein könnte“.

Die BayernLB muss ihrer österreichischen Tochter nochmals unter die Arme greifen: 700 Millionen Euro braucht die Hypo Alpe nun von ihrer deutschen Mutter. Denn die Kredite auf dem Balkan fallen reihenweise aus und gefährden das Überleben des Geldinstituts

23. Dezember 2008

Weihnachtsgeschenk für die nun schwerst angeschlagene Bank: Aus dem österreichischen Bankenhilfspaket erhält die Kärntner Landesbank nun 900 Millionen Euro. Der Anteil des Landes Kärnten an der Bank sinkt dadurch auf 12,42 Prozent.

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