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Chemie Die Stärken und Schwächen des neuen BASF-Chefs Kurt Bock

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Der frühere Bosch-Chef Quelle: AP

Etliche Manager haben Bock während seiner Karriere beeinflusst, etwa der frühere Bosch-Chef Hermann Scholl, der den Autozulieferer internationalisierte und nach vorn brachte, dabei aber eher leise auftrat. Bock arbeitete damals, in den Neunzigerjahren, für Bosch. Bei BASF hat der aufstrebende Manager viel vom früheren Finanzvorstand Max Dietrich Kley gelernt – zumindest, was die fachlichen Qualitäten betrifft. Wesentliche charakterliche Züge hat er nicht übernommen: Kleys joviale und zuweilen ruppige Art blieb Bock immer fremd.

Freunde & Gegner

Den Aufstieg an die Spitze verdankt Bock BASF-Aufsichtsratschef Eggert Voscherau. Der Bruder des früheren Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau hat Bocks Karriere gefördert und ihn 1998 von Bosch zurück zur BASF geholt. Zu Bocks Förderern gehört auch der ehemalige BASF-Chef Jürgen Strube. Im Kampf um den Chefsessel hat sich Bock gegenüber seinem internen Rivalen Martin Brudermüller durchgesetzt

Der leitet derzeit von Hongkong aus unter anderem das Asien-Geschäft der BASF, bekommt aber bald eine neue Aufgabe – als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Es wird spannend, wie sich das Chefduo Bock/Brudermüller dann verstehen wird. Voscherau, so heißt es, habe gestört, dass Brudermüller beim Rennen um den Chefposten einen Tick zu siegesgewiss aufgetreten sei. Bock dürfte zudem davon profitiert haben, dass die Rolle des Finanzvorstands in der aktuellen Krise an Bedeutung gewonnen hat.

Sein Humor ist knochentrocken, seine Kompetenz unbestritten. Bock drängt nicht ins Rampenlicht, tritt formell und zurückhaltend auf. Als „analytisch stark“ hat ihn etwa der Berliner Unternehmensberater Thomas Warnke in Erinnerung. Die beiden haben vor 25 Jahren beim Bonner Betriebswirtschafts-Professor Horst Albach promoviert und im Rahmen eines Forschungsprojekts „kritische Wachstumsschwellen in der Unternehmensentwicklung“ ergründet.

Die Erkenntnisse seien auch mal bei einem Glas Bier vertieft worden, erinnert sich Warnke, der seinen früheren Forschungskollegen als „kooperativ“ beschreibt. Finanzanalysten loben ihn wegen seiner Klarheit. Bald wird sich der Analytiker Bock auch auf anderen Feldern beweisen müssen: Als Chef des größten Chemiekonzerns der Welt ist bald auch seine Meinung zu Politik- und Wirtschaftsthemen gefragt.

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