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+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 06.05.2024 vor Gericht

Das Gericht hatte mehrere Sachverständige damit beauftragt, Stephan von Erffa zu begutachten. Es geht um dessen Schuldfähigkeit im Wirecard-Skandal. Lesen Sie hier den Live-Blog. 06.05.2024 - 17:50 Uhr aktualisiert

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Seit gut eineinhalb Jahren läuft in München der Prozess. Die Anklage wirft Braun und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

Am an diesem Montag geht es um den angeklagten ehemaligen Chefbuchhalter von Wirecard: Stephan von Erffa. Das Gericht hat mehrere Gutachter beauftragt, von Erffa in der Hauptverhandlung zu begutachten. Es geht um die Frage, ob er im Tatzeitraum psychisch beeinträchtigt war. Wenn das so festgestellt würde, könnte dies von Erffas mögliche Schuld mildern oder sogar ausschließen. Heute erstatten die Gutachter im Gericht ihren Bericht.  

Unser Reporter ist dabei und berichtet live im Blog:

06.05.2024 – 15:50 Uhr Volker ter Haseborg
Danke fürs Mitlesen - und bis bald!
06.05.2024 – 15:49 Uhr Volker ter Haseborg
So, das war's für heute. Nachricht des Tages: Die Sachverständigen haben keine psychische Beeinträchtigung von Wirecards Ex-Chefbuchhalter Stephan von Erffa festgestellt.
06.05.2024 – 15:49 Uhr Volker ter Haseborg
Es gebe ein anderes Gutachten, sagt Stetter, das festgestellt habe, dass von Erffa Schwierigkeiten habe, Blickkontakt zu halten und dass er abschweift. "Würden Sie es für möglich erachten, dass sich unser Mandant deshalb in dieser Expoloration besonders bemüht hat, Blickkontakt zu halten?" Prof. Falter-Wagner sagt, dazu könne sie nichts sagen. Sie hätte den Blickkontakt von Erffas nicht als ungewöhnlich wahrgenommen. 
06.05.2024 – 15:46 Uhr Volker ter Haseborg
Wertz sagt, dass von Erffa bei den Befragungen motiviert gewesen sei. Er habe auch Hintergründe zu den Tests bekommen wollen. Kann man daraus schließen, dass er gute Testergebnisse erzielen wollte und dass ihm die Verteidigung gar nicht so wichtig war? Fragt Stetter. Födisch sagt, das sei eine Frage, die das Gericht beantworten muss - nicht ein Sachverständiger. 
06.05.2024 – 15:30 Uhr Volker ter Haseborg
Bis 18 Uhr geht's heute noch, hat Richter Markus Födisch gerade gesagt. 
06.05.2024 – 15:16 Uhr Volker ter Haseborg
"Die Normalität deckt einen breiten Bereich von Verhaltensweisen, Empfindungen und Selbstdarstellungen ab." 
Prof. Norbert Nedopil
06.05.2024 – 15:15 Uhr Volker ter Haseborg
Seine Anwältin will darauf hinaus, dass von Erffa wegen seiner Alexithymie möglicherweise daran gehindert wurde, Störungen zu kommunizieren.
06.05.2024 – 15:13 Uhr Volker ter Haseborg
"Mir persönlich hat Herr von Erffa keine Beeinträchtigungen geschildert", sagt Professor Nedopil. Er habe auch keine wahrgenommen. "Insofern habe ich auch keine Störung festgestellt."
06.05.2024 – 14:57 Uhr Volker ter Haseborg
Inhaltlich geht's hier gerade nicht voran. Deshalb noch ein bisschen Material zum Lesen: Das Gericht hat in den vergangenen Wochen den Druck auf von Erffa erhöht: Jetzt sei der letzte Zeitpunkt, zu dem ein Geständnis ihm noch etwas bringt. 
06.05.2024 – 14:35 Uhr Volker ter Haseborg
Nedopil stellt nochmal fest, dass Alexithymie ein Wesenszug ist wie ein erhöhter Intelligenzquotient. "Der Begriff ,Diagnose' ist schon falsch." Das sei in der Persönlichkeitspsychologie in vielen Bereichen so.
06.05.2024 – 14:26 Uhr Volker ter Haseborg
Warum wurden keine weiteren Tests zur Abklärung von Alexithymie durchgeführt? Alexithymie stelle lediglich einen Persönlichkeitszug dar, deshalb sei die Selbstauskunft ausreichend gewesen, sagt Wertz. Er habe auch Rücksprache mit Prof. Falter-Wagner gehalten.
Jetzt soll er auf Wunsch Stetters noch die Ursachen von Alexithymie darstellen. "Da muss ich mich erst einlesen." 
Feststellungen über die Ursachen von Alexithymie bei von Erffa habe er nicht getroffen. 
Prof. Nedopil erklärt, dass er sich mit der Alexithymie bei von Erffa nicht weiter auseinandergesetzt habe.
06.05.2024 – 14:21 Uhr Volker ter Haseborg
Ihr Mandant habe als Kind unter ADHS gelitten, sagt Stetter. Das habe von Erffa in den Gesprächen auch gesagt, sagt Wertz. 
06.05.2024 – 14:15 Uhr Volker ter Haseborg
Stetter will herausarbeiten, dass die emotionale Intelligenz eines hoch alexithymen Probanden weniger stark ausgebildet ist, wenn dieser Proband schon seit seiner Kindheit an Alexithymie gelitten hat. Doch Prof. Falter-Wagner will ihr das nicht bestätigen. Es gebe dafür zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse. 
06.05.2024 – 14:10 Uhr Volker ter Haseborg
Es geht gerade um Alexithymie, übersetzt "Gefühlskälte", die die Sachverständigen bei von Erffa festgestellt haben. Diese sei übermäßig ausgeprägt, sagt Gutachter Wertz. Rechtsanwältin Stetter will wissen, welche Verhaltensauffälligkeiten es in diesem Fall allgemein gebe: Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen und ihrer Beschreibung. Von Erffa habe sich selbst gegenüber ihm so beschrieben. 
06.05.2024 – 13:55 Uhr Volker ter Haseborg
Stetter will jetzt wissen, wie sich die Wissenschaftler untereinander ausgetauscht haben.  Er habe mit Wertz kommuniziert, der wiederum mit Falter-Wagner in Kontakt stand. "Wir sind alle drei zu einer übereinstimmenden, gleichartigen Diagnose gekommen", sagt Nedopil. 
06.05.2024 – 13:47 Uhr Volker ter Haseborg
Die Fragen, die Rechtsanwältin Stetter stellt, zielen in die Richtung, dass die beiden Gutachter Wertz und Nedopil für die Themen Autismus und ADHS nicht die besten Experten gewesen sind. Professorin Falter-Wagner wäre "die absolute Expertin" gewesen, sagt sie. Die hat aber "nur" zugeliefert. 
06.05.2024 – 13:35 Uhr Volker ter Haseborg
Auch im Fall der Professorin will Stetter herausarbeiten, wie ihre Expertise bei ADHS ist. Der Bereich nehme bei ihr nicht so großen Umfang im Vergleich zu Autismus ein, sagt Falter-Wagner. 
06.05.2024 – 13:32 Uhr Volker ter Haseborg
Sabine Stetter, Anwältin von Stephan von Erffa, hat ein paar Fragen an die drei Sachverständigen. 
06.05.2024 – 13:29 Uhr Volker ter Haseborg
.... und weiter geht's!
06.05.2024 – 13:14 Uhr Volker ter Haseborg
Auch Falter-Wagner wird gefragt, wie viele Menschen sie schon begutachtet hat. "Mehrere Hundert", sagt sie. Keine Fragen vom Gericht, keine von der Staatsanwaltschaft. Kurze Pause, dann geht es weiter. 
06.05.2024 – 13:10 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch fasst zusammen: Nur beim Einfühlungsvermögen gab es eine Auffälligkeit. Beim Rest nicht. Die Sachverständige widerspricht nicht.
06.05.2024 – 13:03 Uhr Volker ter Haseborg
Spontanität sei kein Problem für Stephan von Erffa, sagt Falter-Wagner. In der Kommunikation sah sie keine Auffälligkeiten, ebenso wie auch bei der Gestik. 
In der sozialen Interaktion - vom Blickkontakt, dem mimischen Ausdruck, der sprachlichen Äußerung - sieht sie auch keine Auffälligkeiten. Das Einfühlungsvermögen sieht sie leicht eingeschränkt. 
Das Verantwortungsempfinden für das eigene Handeln sieht sie nicht eingeschränkt. 

06.05.2024 – 12:48 Uhr Volker ter Haseborg
Von Erffa habe angegeben, dass er oft das Gefühl habe, eine Rolle zu spielen. Das könne als Gefühlskälte rüberkommen.
06.05.2024 – 12:40 Uhr Volker ter Haseborg
Manchmal nehme er Dinge zu wörtlich, aber absichtlich, so Falter-Wagner über von Erffa. Bei Autisten geschehe das nicht absichtlich. 
06.05.2024 – 12:39 Uhr Volker ter Haseborg
In den Gesprächen ging es auch um von Erffas Führungsrolle bei Wirecard. Er habe nie den Chef heraushängen lassen, der Umgang sei kollegial gewesen. Von Erffa habe soziale Zusammenhänge verstanden und auch seine eigene Rolle, sagt Falter-Wagner. Sein Verhältnis zu Vorgesetzten sei gut gewesen. Er habe das Gesamte im Blick gehalten, nicht nur seinen eigenen Bereich. Soziale Konventionen habe er verstanden. 
vth
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