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  4. Wirecard-Prozess heute: Ex-Wirecard-Chef Markus Braun soll aussagen

+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 1. März vor Gericht

Früher trat Ex-Wirecard-Chef Markus Braun als Techguru auf. Jetzt steht er vor Gericht. Heute soll er die Fragen des Richters beantworten. Unser Reporter berichtet live aus dem Gericht. Lesen Sie hier den Live-Blog. 01.03.2023 - 16:02 Uhr aktualisiert

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Nun, knapp zweieinhalb Jahre nach dem Kollaps, hat in München die Verhandlung gegen Ex-Konzernchef Markus Braun begonnen. Die Anklage wirft dem Manager und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

Unsere Reporter sind hautnah dabei und berichten für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

01.03.2023 – 15:02 Uhr Volker ter Haseborg
Und jetzt geht dieser Sitzungstag zu Ende. Morgen geht es hier weiter - allerdings ohne Wiwo-Liveblog. Aber wir kommen wieder, versprochen! Einen schönen Tag noch - und bis bald!
01.03.2023 – 15:01 Uhr Volker ter Haseborg
Von Erffas Verteidigerin Sabine Stetter sagt, dass sich das Team von Erffa der Erklärung Dierlamms anschließt.
01.03.2023 – 15:00 Uhr Volker ter Haseborg
Dierlamms Fazit: Viele Unterlagen sind noch nicht von der Staatsanwaltschaft ausgewertet worden. Dass das Verfahren weiter läuft, verstößt gegen das Recht auf ein faires Verfahren. 
01.03.2023 – 14:55 Uhr Volker ter Haseborg
Brauns Verteidigung hätte auch keinen vollständigen Zugriff auf die Email-Konten der Wirecard-Beschuldigten gehabt, sagt Dierlamm. 
01.03.2023 – 14:53 Uhr Volker ter Haseborg
Dierlamm will Beweise vorlegen, dass es das Drittpartnergeschäft von Wirecard doch gegeben hat.
01.03.2023 – 14:53 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt spricht Brauns Anwalt Alfred Dierlamm. Es geht um den Aussetzungsantrag, den er für das Verfahren hier gestellt hat. Die Kammer hat diesen Ende Januar abgelehnt. 
Dierlamm spricht von den vielen Akten, die den Verteidigern auch während des Prozesses noch zugeleitet wurden. Diese könnten die Verteidigung und Braun nicht auswerten. Das sei mit dem Recht auf ein faires Verfahren nicht zu vereinbaren. Das Gericht solle das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zurückgeben, diese solle weiter ermitteln. Dierlamm wirft der Staatsanwaltschaft vor, Unterlagen zurückgehalten zu haben, um die Eröffnung des Verfahrens nicht zu gefährden. 

01.03.2023 – 14:47 Uhr Volker ter Haseborg
Abrechnungen aus dem TPA-Geschäft habe er nicht gesehen. Diese seien wie andere Abrechnungen auch ganz normal durch die Buchhaltung gelaufen, sagt Braun. 
01.03.2023 – 14:44 Uhr Volker ter Haseborg
Eine Anmerkung zu dem, was Braun hier heute vorträgt: Er sagt ja sinngemäß, dass er Marsalek spätestens ab Frühjahr 2020 absägen wollte. Und belegt das mit der Suche nach den neuen Vorständen. 
Ich habe dazu in den vergangenen Tagen mit mehreren ehemaligen Wirecard-Leuten gesprochen. Sie alle haben übereinstimmend gesagt, dass Marsalek mitnichten abgesägt werden sollte. Klar, zwei neue Vorstände sollten kommen. Aber Marsalek sollte weiter Vorstand bleiben. Und, das finde ich besonders wichtig: Er sollte nach Angaben mehrerer Ex-Wirecard-Leute auch weiterhin seine Zuständigkeit für das TPA-Geschäft behalten: "Das war doch das einzige, was er konnte."
01.03.2023 – 14:34 Uhr Volker ter Haseborg
Es geht jetzt um die letzten Tage von Wirecard. Die philippinischen Banken teilten KPMG mit, dass die Dokumente zum Beleg der Treuhand-Milliarden  "spurious" seien, also gefälscht. 
Er habe darauf bestanden, dass die Vorstände der beiden Banken die Existenz des Geldes bestätigen sollten. "Das wurde uns bis zum 18.6. versichert, dass das kommen sollte." 
Doch es kam nicht. Dann habe Marsalek gesagt, dass er auf die Philippinen fliegen wolle, um das Geld zu suchen. Eigentlich sollten Compliance-Chef Steinhoff oder James Freis (der erst Vorstand wurde, dann Brauns Nachfolger) mitfliegen. Sie flogen nicht mit. Warum, das wisse er nicht. Am 19. Juni war Braun nicht mehr Chef von Wirecard. 
01.03.2023 – 14:28 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt fragt wieder Födisch. 
01.03.2023 – 14:27 Uhr Volker ter Haseborg
Und weiter geht's. Braun reicht noch einen Chat nach zwischen CFO von Knoop und Marsaleks Mitarbeiterin Dagmar S. Aus dem hervorgeht, dass die Treuhandkonten nach dem Abschluss der Prüfungen in die Schweiz oder nach Liechtenstein gehen sollen. "Marsalek hätte kurz nachher die Verantwortung für den Digitalbereich verloren." 
01.03.2023 – 14:02 Uhr Volker ter Haseborg
15 Minuten Pause.
01.03.2023 – 14:00 Uhr Volker ter Haseborg
Den Plan, Marsalek komplett zu ersetzen, sei im Februar, März 2020 gereift, sagt Braun. Marsalek hätte den Titel Vertriebsvorstand verloren und auch das Digitalressort. Er wäre dann für "business development" verantwortlich gewesen. "Business Development ist gar nichts", sagt Braun.  
Das sei Marsalek bewusst gewesen. 

Marsalek habe ihn im Mai angerufen: "Er hat zu mir gesagt, ob ich mir bewusst bin, dass er von 1500 Leuten auf 35 Leute zurückgestutzt wird. Es war ihm vollständig bewusst, dass das eine komplette Entmachtung ist."
01.03.2023 – 13:54 Uhr Volker ter Haseborg
War der Treuhand-Übergang nur eine Finte? Wollte die Wirecard-Bande damit das Geld wegen der KPMG-Sonderuntersuchung verschleiern? "Dazu habe ich keine Kenntnisse. Ich wüsste nicht, auf welchen Belegen das aufbaut", sagt Braun.  
01.03.2023 – 13:50 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek hätte mindestens Finanzvorstand von Knoop über den Treuhänderwechsel informieren müssen, sagt Braun. Marsalek habe seine Informationspflicht verletzt. 
01.03.2023 – 13:49 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt geht es nochmal um dem Treuhänder-Wechsel. Er habe Anfang Februar 2020 von Marsalek davon erfahren. Braun hat das hier schon erzählt. Födisch will wissen, ob nicht spätestens jetzt Schritte unternommen wurden, um den Treuhänder zu überprüfen. Marsalek habe dargestellt, dass der neue Treuhänder Tolentino gute Kontakte in "höchste Kreise" habe, dass zwei renommierte Banken für die Treuhandkonten bereitstehen. "Seine Botschaft war damals: Es ist jetzt erst mal wichtig, hier Ruhe reinzubringen", sagt Braun. 
"Mir kommt das jetzt sehr wenig vor, dass Herr Marsalek sagt - überspitzt - 'passt schon'", sagt Födisch. 

Braun sagt: Sicher sei gewesen, dass die Treuhandkonten nach dem Abschluss 2018 in die Schweiz abgezogen werden sollten. "Das haben im Wesentlichen von Knoop und ich besprochen" 
01.03.2023 – 13:41 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt zeigt Födisch ein paar Bankbestätigungen vom zweiten Treuhänder Mark Tolentino von den Philippinen. "Wann haben Sie die zum ersten Mal gesehen?", fragt er Braun. Finanzvorstand Alexander von Knoop habe ihm solche Bestätigungen mal gezeigt. 
Zweifel daran sein nicht aufgekommen. "Ich könnte überhaupt nicht beurteilen, wie eine Bankbestätigung auf den Philippinen aussehen kann oder aussehen muss." - 
Brauns Nachfolger James Freis hat später erklärt, er habe gesagt, dass er eine Nacht gebracht habe, um den Betrug zu entdecken. Weil auf den Bestätigungen Euro-Beträge auftauchten, weil es sich um Geldsummen in Euro handelte, die vom Volumen her niemals auf den Philippinen hätten sein können. 
Braun sagt sinngemäß, dass auch er hinterher mehr wisse. Vorher hätten Experten aber nichts an den Unterlagen beanstandet. "Offensichtlich war es nicht so leicht, wie Herr Freis es darstellt", sagt Braun. Er hatte damals keine Kontoauszüge. "Es war nicht meine Ebene."
01.03.2023 – 13:35 Uhr Volker ter Haseborg
Die Auswahl des Treuhänders sei damals "auf Ressortebene entschieden worden", sagt Braun. 
01.03.2023 – 13:35 Uhr Volker ter Haseborg
"Jedem anderen, der einen Kredit will, würde man bis auf die Nieren gucken. Auch wenn's der Nachbar ist."
Markus Födisch, Vorsitzender Richter
01.03.2023 – 13:35 Uhr Volker ter Haseborg
Für ihn habe gezählt, dass die Treuhandkonten bei der renommierten Bank OCBC waren. "Ich hatte keinen Anlass, dass die Fachabteilung hier nicht den entsprechenden Komfort hatte", sagt Braun. 
01.03.2023 – 13:33 Uhr Volker ter Haseborg
Ihm sei gesagt worden, dass "Shan" mit "hochreputierlichen Banken zusammenarbeitet", sagt Braun. Er habe nicht an dessen Reputation gezweifelt. 
01.03.2023 – 13:32 Uhr Volker ter Haseborg
Den Namen Shanmugaratnam kann Födisch noch nicht unfallfrei aussprechen. :-) (Ich hab auch lange geübt.)
01.03.2023 – 13:31 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch wirft eine Saldenbestätigung des Treuhänders Shan an die Wand. Aus dem Jahr 2015. Er habe gewusst, dass es die Saldenbestätigungen gibt: "Ja, ich glaube schon, dass mir das bekannt war." Gesehen habe er diese aber nicht.
01.03.2023 – 13:28 Uhr Volker ter Haseborg
Dass man die Treuhandkonten gezielt so konzipierte, damit man das Geld in der Bilanz als Cash ausweisen konnte? Davon will Braun keine Kenntnis haben.
01.03.2023 – 13:25 Uhr Volker ter Haseborg
Braun sagt, er habe es als "großen Komfort" gesehen, dass Wirecard jederzeit auf das Treuhandkonto Zugriff hatte. 
meb, vth
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