1nce: Das nächste Leben des Christoph Vilanek
Der Branche spekuliert schon lange über den nächsten Schritt des Vorstandschefs von Freenet, Christoph Vilanek. Der Österreicher, 56 Jahre alt, der den Serviceprovider seit 15 Jahren führt, verkündete schon im vergangenen Sommer, dass er Ende 2025 ausscheiden werde.
Jetzt hat er eine neue Aufgabe übernommen: Bei 1nce, einem Mobilfunkanbieter für das Internet der Dinge, wird er neuer Beiratsvorsitzender. Er löst Bruno Jacobfeuerborn, den Chef der Telekom-Tochter Deutschen Funkturm, ab. Die Deutsche Telekom, mit 46 Prozent der Anteile an 1nce beteiligt, stellt weiterhin drei Vertreter im Beirat.
Vilanek bringt Kapitalmarkterfahrung zu 1nce, das einen Börsengang vorbereitet: „IoT ist ein Riesenthema – darauf haben die Anleger Lust.“ Vermehrt bauen Hersteller Sim-Karten in Produkte von Autos über Rasenmäher bis zu Kaffeemaschinen ein, um ihren Weg durch den Produktionsprozess zu steuern, Updates aufzuspielen, Wartungsprotokolle auszulesen und dem Nutzer eine Steuerung über eine App zu ermöglichen.
Börsenwert versiebenfacht
Unter Vilaneks Ägide versiebenfachte sich der Freenet-Kurs von vier Euro in 2009 auf aktuell knapp 29 Euro, erreichte das Allzeithoch von vor der Weltfinanzkrise aber nicht mehr. Bevor er den Chefsessel in Hamburg übernahm, hatte er als Berater für McKinsey gearbeitet.
Vilanek gilt als Verkaufstalent. Nicht immer aber zahlten sich seine Deals für Freenet aus. Die neunprozentige Beteiligung bei MediaMarkt-Mutter Ceconomy hat seit seinem Einstieg 2018 60 Prozent ihres Wertes verloren. Die Freenet-Tochter Gravis, die für ihre Apple-Produkte bekannt war, wurde abgewickelt. Zuletzt soll der Aufsichtsrat eine von ihm ausgehandelte Übernahme des PayTV-Senders Sky in letzter Sekunde gestoppt haben.
Vilanek sitzt bereits in den Aufsichtsräten von Ströer Media, dem Schweizer Mobilfunkanbieter Sunrise, der MediaMarkt-Mutter Ceconomy und des Smart-Home-Anbieters Shelly Group.
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