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49-Euro-TicketNieder mit den ÖPNV-Fürstentümern!

Deutschland leistet sich beim Öffentlichen Personennahverkehr eine viel zu teure und ineffiziente Struktur. Das 49-Euro-Ticket ist ein guter Anlass, das System von Grund auf zu reformieren. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Christian Schlesiger 14.10.2022 - 15:21 Uhr

Vielstaaterei, Fürstentümer, Flickenteppich – es gibt viele Begriffe, die den ÖPNV angemessen beschreiben. Und genauso viel Gründe, ihn deshalb neu zu organisieren.

Foto: dpa

Kennen Sie den Zweckverband ÖPNV Vogtland? Die Organisation bestellt und bezahlt jedes Jahr öffentlichen Nahverkehr in der südlichsten Region von Sachsen – mit Geld vom Bund. Das Schienennetz ist 237 Kilometer lang und hat 39 Stationen. Vier Regionalbahnen fahren ein paar Mal am Tag hin und her. Der Zweckverband erstellt einen Fahrplan, verkauft Tickets – und beschäftigt eine Geschäftsführung.

Der ÖPNV Vogtland ist einer von fünf sogenannten Aufgabenträgern in Sachsen – und damit mindestens einer zu viel. Kein Bundesland leistet sich mehr Institutionen, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu organisieren. Fünf Aufgabenträger heißt: fünf Abteilungen für Marketing, Vertrieb, Controlling, Einkauf, Recht, Personal. Und natürlich: fünf Chefs. Und die müssen kontrolliert werden – von Landräten im Aufsichtsrat.

Das 49-Euro-Ticket, das Bund und Länder im Grundsatz beschlossen haben und ab Januar 2023 eingeführt werden soll, wäre eine gute Gelegenheit, die völlig verkorkste Struktur im ÖPNV in Deutschland aufzubrechen. Es gibt 27 Aufgabenträger und ebenso viele Tarifgrenzen. Die Daseinsberechtigung holen sich die Verkehrsverbünde und Nahverkehrsgesellschaften vor allem über die Streckenplanung, ihren Tarif und den eigenen Vertrieb.

Doch was bleibt von all dem, wenn die Menschen eine Deutschland-Flatrate für den Nahverkehr in der Tasche haben?

Vielstaaterei, Fürstentümer, Flickenteppich – es gibt viele Begriffe, die den ÖPNV angemessen beschreiben. Und genauso viel Gründe, ihn deshalb neu zu organisieren. Anna-Theresa Korbutt, Geschäftsführerin des Hamburger Verkehrsverbunds, sagte der WirtschaftsWoche vor einigen Wochen: „Das Ziel muss sein, Jobs wie meinen abzuschaffen.“ Das 49-Euro-Ticket wäre ein guter Anlass.

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