Air Berlin 80 Prozent der Mitarbeiter mit guter Job-Chance

Die Verkaufsgespräche von Air Berlin mit Lufthansa und Easyjet sind auf einem guten Weg. Rund 80 Prozent der Mitarbeiter hätten gute Chancen auf neue Arbeitsplätze, so Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann.

Air Berlin Quelle: REUTERS

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin sieht sich bei den Verkaufsgesprächen mit Lufthansa und Easyjet auf gutem Weg. Allerdings sei ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen Grundvoraussetzung für den Erfolg, warnte der Generalbevollmächtigter Frank Kebekus am Montag. "Alles andere gefährdet die Verhandlungen." Ungewöhnlich viele Krankmeldungen von Piloten hatten vor zwei Wochen zu zahlreichen Flugausfällen und damit zu einem Vertrauensverlust von Passagieren geführt. Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann fügte hinzu, man werde nicht alle 8000 Arbeitsplätze erhalten können. Er betonte aber: "Wir sind auf dem Weg, für rund 80 Prozent unserer Kolleginnen und Kollegen gute Chancen für neue Arbeitsplätze bei den Bietern erreichen zu können." Aufatmen könne man erst, wenn die EU den Deal absegne.

Air Berlin liegen nach eigenen Angaben von der Lufthansa Angebote für die Regionalflug-Tochter Walter (LGW), die österreichische Ferienfluggesellschaft NIKI sowie Teile der Air Berlin vor. "Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen eröffnet eine Perspektive für mehrere tausend Mitarbeiter", erklärte Air Berlin. Zum Kaufpreis von Lufthansa und Easyjet äußerte sich die Airline nicht. Hierzu hieß es nur: "Wenn die Abschlüsse wie geplant finalisiert werden, besteht eine gute Chance, den KfW-Kredit zurückzuzahlen." Die Bundesregierung hatte eine Finanzhilfe von 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ohne dieses Geld hätte man den Flugbetrieb von Air Berlin kurz vor dem Insolvenzantrag am 15. August einstellen müssen, sagte Winkelmann. "Andernfalls hätten wir am Wochenende 12./13. August 2017 die Flotte grounden müssen."

Die EU-Kommission wird nach Worten von Sachwalter Lucas Flöther das Bieterverfahren prüfen. "Wir hoffen, dass der Prozess bis Jahresende abgeschlossen ist." Vorwürfe von Interessenten über einen Einfluss der Politik auf das Verfahren bezeichnete Flöther als "völlig abwegig". Vertreter der Bundesregierung und des Landes Berlin hatten sich allerdings für die Lufthansa starkgemacht.

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