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Boom bei Kreuzfahrten"Glückliche Mitarbeiter – glückliche Gäste"

Größere Schiffe, mehr Platz - die Kreuzfahrtbranche strotzt vor Optimismus. Michael Zengerl, Geschäftsführer von MSC Kreuzfahrten, glaubt an eine Verdopplung der Passagierzahlen.Thorsten Firlus 16.09.2016 - 15:10 Uhr
Foto: Pressebild, Montage

WirtschaftsWoche: Herr Zengerle, Ihr Unternehmen plant, bis 2026 die Flotte massiv zu erweitern, von jetzt zwölf auf dann 23 Schiffe, von denen einige zudem deutlich größer als ihre bisherigen sind. Das Institut Allensbach ermittelte für die vergangenen vier Jahre hingegen eine konstante Zahl von Menschen, die sich für eine Kreuzfahrt interessieren. Wo nehmen Sie ihren Optimismus her?

Michael Zengerle: Die Umfrage nennt eine Zahl von 15 Millionen Menschen, die sich dafür interessieren und stellt aus unserer Sicht das langfristige maximal erreichbare Potenzial dar, auch wenn nicht jeder, der sich dafür interessiert, eine Kreuzfahrt antritt. 2016 wird unsere Branche dennoch erstmals wohl mehr als zwei Millionen Hochseekreuzfahrer aus Deutschland an Bord haben – das sind dann grob mehr als zwei Prozent aller Deutschen, da ist also noch ganz wahnsinnig viel Luft nach oben. Wir rechnen ganz klar damit, dass in den kommenden Jahren mehr Menschen eine Kreuzfahrt antreten werden, die das bislang noch nicht getan haben.

Amalfiküste

Sommerzeit ist Urlaubszeit – und wer im Urlaub reichlich Sonne und Strand möchte, der ist unter anderem an der Amalfiküste genau richtig. Auch Promis wie Heidi Klum, Beyoncé und Jay Z entspannen hier gelegentlich. Aber vermutlich nicht im gleichen Hotel wie der Durchschnittsurlauber. Denn eine Nacht im „Monastero Santa Rosa Hotel & Spa“ kostet stolze 1672 Euro. Schon Jacky Kennedy hat in dem ehemaligen Kloster, das direkt am Meer liegt, zu Mittag gegessen. Prince Albert und Prinzessin Charlene von Monaco zählen ebenfalls zu den Gästen des 5-Sterne-Hauses. Eine Spritztour auf einem privaten Boot von der Insel Capri entlang der Amalfiküste kann für 869 Euro gebucht werden. An der Westküste Italiens kann man auch mit kleinem Budget urlauben...

Quelle: Tripadvisor

Foto: imago images

Heidi Klum wird hier vermutlich nicht zu Gast sein, dennoch können Urlauber mit kleinen Budget in Hotels ab knapp 130 Euro übernachten. Eine abendliche Bootstour bei Sonnenuntergang von Positano oder Amalfi aus, bei der Reisende unterwegs schwimmen und schnorcheln können, gibt es schon ab 30 Euro.

Foto: AP

Côte d'Azur

Die französische Mittelmeerküste ist der Innbegriff des Jet-Set-Lebens. Ob Saint Tropez, Nizza oder Monaco – die Stars lieben diese Orte. Neben Luxusherbergen und Jachthäfen gibt es auch tolle Aussichten – und das kostet: eine Nacht in einem der Top-Hotels wie dem „Hotel La Residence de la Pinede“ kostet 905 Euro. Audrey Hepburn und Brigitte Bardot waren hier schon Gäste...

Foto: dpa

In diesem Jahr waren bereits die Models Lena Gercke (Foto) und Elle McPherson an der Côte d'Azur, um zu entspannen. Wer aber nicht so viel Geld wie die Prominenten ausgeben möchte, findet auch günstige Alternativen. Hotels gibt es ab 92 Euro die Nacht.

Foto: dpa Picture-Alliance

Hawaii

Das Surferparadies ist das Urlaubsdomizil für Stars. Das Luxusresort „Four Seasons Resort Lanai“ auf der Insel Lanai ist ein bekannter VIP-Hotspot, vor allem die Präsidenten-Suiten mit Privatstrand sind gefragt. Eine Nacht gibt es hier ab 886 Euro. Die Schauspieler Megan Fox und Brian Austin haben hier im Jahr 2010 geheiratet. Ein 90-minütiger privater Hubschrauberflug über West-Maui und Molokai kostet satte 2.192 Euro...

Foto: AP

Britney Spears (Foto), Taylor Swift und Katie Perry verbringen gelegentlich ihren wohlverdienten Urlaub auf Hawaii. Für Nichtprominente gibt es Hotelzimmer ab 128 Euro die Nacht. Ein Hubschrauberrundflug ist hier zwar mit 45 Minuten kürzer, aber auch mit 201 Euro deutlich günstiger.

Foto: dpa

Ibiza

Die Baleareninsel Ibiza ist vor allem für ihre lauten Partys bekannt. DJs wie Paris Hilton legen hier regelmäßig auf und checken im „Hotel Mirdor de Dalt Vila“ ein. Das 5-Sterne-Hotel ist ein ehemaliges Stadthaus aus dem Jahr 1904 und von der historischen Stadtmauer umgeben. Eine Übernachtung gibt es ab 626 Euro. Wer noch 1.200 Euro übrig hat, kann sich eine private Luxus-Segeltour gönnen...

Foto: dpa

Zu den Ibiza-Urlaubern gehören Grace Capristo (Foto), Alessandra Ambrosio und Sarah Jessica Parker, die es eher luxuriös mögen. Wer aber nicht so tief in die Tasche greifen möchte wie die Promis, kann bereist ab 109 Euro in einem 3-Sterne-Hotel übernachten. Eine private Bootstour kann ab 115 Euro gebucht werden.

Foto: imago images

Dubai

Die Metropole am Golf bietet viele Hotels mit gehobenem Standard. Kein Wunder, dass hier die Promis die Seele baumeln lassen – zum Beispiel im Luxusresort „Residence Spa at One & Only Royal Mirage“. Die Kosten für eine Nacht liegen bei 365 Euro. Stars wie Michael Jackson und David Beckham waren hier zu Gast. Wer unter freiem Himmel übernachten möchte, kann für knapp über 1.200 Euro eine Tour in die Wüste machen...

Foto: imago images

Promis wie Cathy Hummels (Foto) und Schauspielerin Rebel Wilson haben bereits Sonnentage in Dubai verbracht. Günstige Alternativen gibt es für Nichtpromintente bereits ab 77 Euro. Eine Safari im Geländewagen in der Wüste von Dubai mit einer Quad-Fahrt und einem Kamelritt ist ab 73 Euro verfügbar.

Foto: dpa Picture-Alliance

Was macht Sie so sicher, dass das für sie bislang erfreuliche Wachstum so stark zunimmt? Immerhin plant MSC die Verdoppelung der Bettenkapazitäten.

Wenn Sie als Grundlage nehmen, dass sich das Konsumverhalten von US-Amerikanern und Europäern in vielen Branchen stark ähnelt, dann gibt es Grund für Zuversicht. Der Anteil an US-Amerikanern, die eine Kreuzfahrt auf Hochsee antreten, ist mit etwa vier Prozent doppelt so hoch. Das kann unsere Branche unserer Ansicht nach mit deutschen Gästen ebenfalls hinbekommen. Dieses Jahr werden wir ungefähr 200.000 deutsche Gäste an Bord unserer Schiffe haben und wollen das auf gut 400.000 bis zum Jahr 2022 erhöhen. Und bis 2026 ist dann unser Kabinenangebot etwa verdreifacht und da spielt der deutsche Markt eine große Rolle. Er ist für MSC bereits der zweitwichtigste nach Italien.

Platz 10: Cala Comte, Ibiza, Balearen

Im Nordwesten von Ibiza lockt der Cala Comte mit karibischem Flair, feinem Sand und klarem Wasser. Zwei breite Sandstreifen können Urlauber hier entdecken: Der eine von Felsen umsäumt und besonders geeignet für Familien, der andere von Sanddünen umgeben. Reisende locken unter anderem die Sonnenuntergänge und das gute Essen in den nahegelegenen Restaurants.

Die Travellers' Choice Gewinner zeigen die beliebtesten Orte am Meer. Basierend auf Millionen von Bewertungen und Meinungen der TripAdvisor-Community, wird die Auszeichnung in diesem Jahr an 343 Strände rund um den Globus verliehen.

Quelle: TripAdvisor

Foto: TripAdvisor

Platz 9: Fig Tree Bay, Zypern

Der goldgelbe Sandstrand liegt am Badeort Protaras, im Nordosten von Zypern. Das klare, türkisfarbene Wasser lockt viele Urlauber. Auch für Sportbegeisterte gibt es Wassersport- und Freizeitmöglichkeiten. Mit Glasbodenbooten können Reisende zum Beispiel die Unterwasserwelt erkunden.

Foto: TripAdvisor

Platz 8: Iztuzu Beach, Dalyan, Türkei

Nicht nur Urlauber lieben diesen Strand, sondern auch die unechte Karettschildkröte (siehe Bild). Die Iztuzu Strand in Dalyan gilt als die Brutstätte der bedrohten Meeresschildkröte und steht deshalb auch unter Naturschutz. Der Sand an diesem Ort ist besonders weich und fein. Auch das abfallende Wasser ist ein großer Pluspunkt für den Strand an der türkischen Agäis.

Foto: dpa

Platz 7: Porto Limnionas Beach, Zakynthos, Ionische Inseln

Etwas versteckt liegt dieser Strand im Westen der Insel, Urlauber erreichen ihn über das Bergdorf Agios Leon. Die malerische kleine Felsen-Bucht mit ihren Höhlen und Grotten lädt zum Baden und Schnorcheln ein.

Foto: TripAdvisor

Platz 6: Playa de Cofete, Fuerteventura, Kanarische Inseln

Viele Ziegen, 15 Bewohner, keine Geschäfte: Cofete auf Fuerteventura ist ein seltsamer, menschenleerer Ort auf einer ansonsten überfüllten Insel. Mehr als zehn Kilometer zieht sich der breite Sandstrand nach Norden. Er steht unter Naturschutz und darf nicht bebaut werden. Viele Reisende finden allein die Anreise mit dem Jeep schon spektakulär, ebenso wie die wilde Naturschönheit des Strandes, der mehr zum Wandern als zum Baden einlädt.

Foto: gms

Platz 5: Playa de Bolonia, Andalusien, Spanien

Der Playa de Bolonia liegt im Süden Spaniens an der Meerenge von Gibraltar. Reisende verbinden mit diesem Ort vor allem die Düne von Bolonia, die sich am westlichen Ende das Sandstrands befindet. Unter Windsurfern wird der Strand wegen des starken Windes als Paradies angesehen.

Foto: TripAdvisor

Platz 4: El Cotillo Beach & Lagoons, Fuerteventura, Kanaren

Im Nordwesten von Fuerteventura liegt das kleine, historische Fischerdorf El Cotillo, das bisher vor allem unter Surfern bekannt ist. Doch auch bei anderen Urlaubern wird der Strand mit den Buchten, die durch Lavafelsen und Steine im Wasser voneinander getrennt werden, immer beliebter.

Foto: TripAdvisor

Platz 3: Praia da Marinha, Carvoeiro, Algarve, Portugal

An der Algarve, der südlichsten portugiesischen Provinz, liegt der Strand Praia da Marinha. Zum Norden hin ist der Badeort durch 30 Meter hohe Felsklippen geschützt, die gerade in der Nebensaison kühlere Nordwinde abhalten. So können Urlauber auch in der Winterzeit bei angenehmen Temperaturen sonnenbaden.

Foto: AP

Platz 2: Elafonissi Beach, Elafonissi, Kreta

Der Traumstrand Kretas, Elafonissi ist eine Insel, die vor der Südküste von Chania liegt. Das Besondere: Urlauber können zu Fuß durch das Meer zu der Insel gehen. Wegen der schillernden Farben der Lagune und der weißen Strände ist Elafonissi an warmen Tagen sehr voll. Auch für die Einheimischen ist es ein beliebtes Wochenend-Ziel.

Foto: TripAdvisor

Platz 1: Playa de ses Illetes, Formentera, Balearen

Platja de ses Illetes ist vier Kilometer von la Savina entfernt und liegt auf der Halbinsel Trucadors, zwischen Punta des Pas und Platgeta des Carregador. Die Umgebung, wo sich viele FKK-Anhänger einfinden, ist Teil der Área Natural de Especial Interés ses Salines und die Neptunsgraswiesen, Posidonia, die sich unter ihrem Wasser befinden, sind von der Unesco zum Naturerbe der Menschheit erklärt worden. Dies und das kristallklare Wasser haben dazu geführt, dass Unterwassersportler aus der ganzen Welt zum Tauchen an diesen privilegierten Ort kommen.

Foto: Imago

Platz 1: Playa de ses Illetes, Formentera, Balearen

Platja de ses Illetes ist vier Kilometer von la Savina entfernt und liegt auf der Halbinsel Trucadors, zwischen Punta des Pas und Platgeta des Carregador. Die Umgebung, wo sich viele FKK-Anhänger einfinden, ist Teil der Área Natural de Especial Interés ses Salines und die Neptunsgraswiesen, Posidonia, die sich unter ihrem Wasser befinden, sind von der Unesco zum Naturerbe der Menschheit erklärt worden. Dies und das kristallklare Wasser haben dazu geführt, dass Unterwassersportler aus der ganzen Welt zum Tauchen an diesen privilegierten Ort kommen.

Foto: AP

Wie wollen Sie denn Menschen, die Kreuzfahrten nicht kennen oder gar Schiffsmuffel sind, dazu bewegen, es zu versuchen?

Es ist eine sehr komfortable Art, die verschiedenen Länder, die Kulturen und Landschaften kennen zu lernen. Nehmen Sie als Beispiel das westliche Mittelmeer: Da steigen Sie in Genua am Abend ein, essen abends an Bord, trinken einen Cocktail, sehen vielleicht die Show an Bord und dann wachen Sie in Rom auf und können sich die Stadt anschauen. Danach wachen Sie in Palermo auf und schauen sich die Stadt mit einem guten deutschsprachigen Reiseführer an, dann schwimmen Sie mit Delfinen auf Malta…

…begriffen, begriffen…
… so geht es sieben Tage lang. An Bord können sich Familien aufteilen, jeder seiner Wege gehen oder Dinge gemeinsam tun. Man ist zusammen, ohne sich auf die Nerven zu gehen. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angesichts der vielen inklusiven Leistungen im Vergleich zu Urlaub in einem Ferienclub ausgesprochen attraktiv. Sie haben das Transportmittel, das Hotel, die Verpflegung, das Entertainment-Angebot alles in einem.

Die „Harmony of the Seas“ beim Verlassen des Werfthafens im französischen St. Nazaire. Begleitet von zahlreichen Schaulustigen an Land und auf Schiffen nahm der 362 Meter lange und 72 Meter hohe Gigant am Sonntag Fahrt auf in Richtung Southampton in Großbritannien.

Foto: dpa

Von Großbritannien aus (hier in Southampton) brach das rund 1,15 Milliarden Euro teure Schiff nach Barcelona auf. Von dort aus ging es am Donnerstag nun zur ersten Kreuzfahrt Richtung Mittelmeer.

Foto: AP

Laut Reederei ist Platz für knapp 5500 Passagiere. Während die Innenkabinen des Schiffes mit virtuellen Balkonen auskommen müssen, verfügen die luxuriösen Suiten über einen Zugang zu einem gesonderten Sonnendeck.

Foto: AP

Die „Harmony of the Seas“ wird mit einer schwimmenden Stadt verglichen: Sie wartet mit 20 Speisesälen, 23 Swimmingpools und einem Park auf, in dem es mehr als 10.000 Pflanzen und 50 Bäume zu bewundern gibt.

Foto: REUTERS

Ein Blick in den Bauch des gigantischen Schiffes.

Foto: REUTERS

Sich an Bord zu langweilen wird schwierig. Für Unterhaltung sorgen unter anderem ein Casino...

Foto: REUTERS

...ein Theatersaal...

Foto: REUTERS

...und nicht nur für die kleinen Gäste auch mehrere Wasserrutschen.

Foto: dpa

Am Heck sind die Rutschen über mehrere Stockwerke des riesigen Schiffes installiert.

Foto: REUTERS

Gerutscht wird durch das weit geöffnete Maul eines Tiefsee-Anglerfischs.

Foto: REUTERS

Um den Dampfer zu betreiben, ist jede Menge Personal nötig: Auf den 16 Decks der "Harmony of the Seas" arbeiten rund 2100 Besatzungsmitglieder.

Foto: dpa

Die Werft STX France baute die Anfang 2013 in Auftrag gegebene Kreuzfahrtschiff in gut zweieinhalb Jahren.

Foto: dpa

Gebaut wurde das 120.000 Tonnen schwere Kreuzfahrtschiff für die US-Reederei Royal Carribean Cruises.

Foto: AP

Wem wollen Sie denn die Kunden abspenstig machen? Die Zahl der Urlaubstage nimmt ja nicht zu. Den Hotelurlaub-Anbietern, Clubs, Studienreise-Anbietern oder Nordsee-Bädern?

Bei Neukunden sind alle Gruppen interessant. Wir wollen Familien etwas anbieten, ebenso wie Paaren die vielleicht luxuriöser reisen möchten und die bei uns im MSC Yacht Club - im „Schiff auf dem Schiff“ - einen besonderen Service und exklusive Bereiche vorfinden. Auf dem Schiff sind zu gleicher Zeit Urlauber mit verschieden Wünschen und Ansprüchen vertreten.

Buchen die Luxusverwöhnten nicht lieber gleich auf einem teuren Schiff wie der MS Europa oder einer Silver Cloud, um den Luxus ohne Einschränkung zu haben?

Die gibt es, aber bei uns bekommen sie zusätzlich durch die Größe der Schiffe beispielsweise das spektakulärere Entertainment-Programm. Wir arbeiten auf unserem neuen Flaggschiff MSC Meraviglia mit dem Cirque du Soleil zusammen und haben allein in die erforderliche Bühnentechnik 20 Millionen Euro investiert. So etwas funktioniert zum Beispiel nur auf Schiffen ab einer bestimmten Größe.

Rückkehr nach Deutschland

Am 14. März 2016 übernahm Aida Cruises mit der Aida Prima den ersten Neubau einer neuen Schiffsgeneration von der japanischen Werft Mitsubishi Heavy Industries in Nagasaki. Zuvor hatte die Reederei ihre Schiffe bei Meyer im emsländischen Papenburg bauen lassen, wo das sogenannte „Clubschiff“-Konzept ursprünglich entwickelt wurde. Nachdem Mitsubishi beim Bau der Aida Prima und des Schwesterschiffs Aida Perla (Auslieferung Frühjahr 2017) einen Verlust von 1,7 Milliarden Dollar einfuhr, werden sich die Japaner aus diesem Geschäft wieder zurückziehen. Die nächsten Kreuzfahrtschiffe wird Aida nun wieder an der Ems bauen lassen.

Foto: WirtschaftsWoche

Höhepunkt in Hamburg

Die Aida Prima, das elfte Mitglied der Flotte mit dem Kussmund, wird am 7. Mai 2016 als glanzvoller Höhepunkt des 827. Hafengeburtstag Hamburg von Emma Schweiger getauft. Das Schiff kostete bei Mitsubishi 650 Millionen Dollar. Die Auslieferung musste – unter anderem wegen mehrerer Brände auf der Werft – zweimal verschoben werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Optimistische Ziele

Felix Eichhorn, Präsident von Aida Cruises: „Vor 20 Jahren ist Aida mit dem Konzept der modernen Kreuzfahrt gestartet. Wir betreten wiederum Neuland und bieten als erste Reederei ganzjährig Kreuzfahrten ab Deutschland an. An Bord von Aida Prima sei man vom schlechten Wetter völlig unabhängig. Das Schiff ist dazu mit Erlebniswelten ausgestattet. Insider bezweifeln aber, dass die Reederei die Aida Prima in der kalten Jahreszeit voll bekommt.

Foto: WirtschaftsWoche

Rundreise durch Europa

Hamburg ist ab 30. April 2016 Start- und Zielhafen für siebentägige Rundreisen von Aida Prima zu den westeuropäischen Metropolen London/Southampton, Paris/Le Havre, Brüssel/Zeebrügge und Rotterdam.

Foto: WirtschaftsWoche

Kabinen mit allem Komfort

Das Schiff verfügt über 1.647 Kabinen, bei denen 14 Varianten zur Auswahl stehen. 77 Prozent aller Gästekabinen verfügen über eine Veranda – mit einem sechs bis zwölf Quadratmeter großen Sonnenbereich, der Platz für bis zu zwei Liegen bietet.

Foto: WirtschaftsWoche

„Activity Deck“ und „Lazy River“

Bei der Gestaltung der neuen „Activity-Decks“ standen die Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer Pate: Über vier Decks verläuft die Doppel-Wasserrutsche Racer. Gäste können sich dort aber auch treiben lassen auf dem Lazy River. Zudem bietet das Schiff einen Klettergarten in luftiger Höhe, ein Sportdeck, auf dem man ebenerdig verschiedenen Sportarten nachgehen kann. Auch Public Viewing auf einer riesigen LED-Wand wird geboten. Damit man sich jeden Tag und zu jeder Jahreszeit an Deck vergnügen kann, hat das sogenannte „Four Elements“ ein auffahrbares Foliendach und ist damit wetterunabhängig.

Foto: WirtschaftsWoche

Neue Kinderfreundlichkeit

Die schwimmende Eisbahn auf dem Sportdeck von Aidaprima ist ein weiteres Highlight in den vielfältigen Freizeit- und Sportangeboten an Bord. Erstmals gibt es neben dem Kids- und Teens Club zudem auch einen Mini Club für die Betreuung von Kleinkindern ab 6 Monaten.

Foto: WirtschaftsWoche

Strand im Dom

Im „Aida Beach Club“ können Gäste unter Palmen am Pool verweilen. Unter einem UV-durchlässigen, für das Auge fast nicht wahrnehmbaren Foliendom genießt man selbst im Winter eine entspannte Strandatmosphäre. Am Abend dient der sogenannte Foliendom als Projektionsfläche für einen virtuellen Sternenhimmel oder für Lasershows.

Foto: WirtschaftsWoche

Hawaianisch entspannt

Das Lanaideck ist eine Reminiszenz an die klassischen Promenadendecks. Namensgeberin für dieses neugestaltete Deck mit den Infinity Pools, Entspannungszonen und einer Promenade ist die hawaiianische Insel Lanai.

Foto: WirtschaftsWoche

Spaß im Spa

Der „Body & Soul Organic Spa“ soll für Entspannung sorgen. Dazu gehören eine Wellnesslandschaft mit verschiedenen Saunen, Indoor- und Outdoor-Pools, ein Tepidarium und ein Kaminzimmer.

Foto: WirtschaftsWoche

Interaktive Kugel

Herzstück des Entertainments ist das weiterentwickelte „Theatrium“, ausgestattet mit einer neuentwickelten Rundbühne, LED-Technik, Flugwerken für Artistenshows sowie einer interaktiven schwebenden Kugel.

Foto: WirtschaftsWoche

Kulinarisch bestens ausgestattet

Das Schiff bietet nicht nur zwölf Restaurants und drei Snackbars, sondern auch Kochstudios für Hobbyköche. Ein Highlight ist die Kochschule von Tim Mälzer, die auf Aida Prima Premiere feiert. Der TV-Koch will im Rahmen einer flottenweiten Kooperation mit Aida Cruises kulinarische Erlebnisse für die Gäste kreieren und an ausgewählten Terminen für die Kochschulen an Bord sein.

Foto: WirtschaftsWoche

Weniger Emissionen

Aidaprima erhielt ein umfassendes Filtersystem zur Reduzierung der Abgase. Mit dieser bislang einzigartigen Technologie zur Abgasnachbehandlung können erstmals alle drei Emissionsarten – Rußpartikel, Stickoxide und Schwefeloxide – gefiltert werden und somit die Emissionen zwischen 90 und 99 Prozent reduziert werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Neuer Antrieb

Ein neuartiges Rumpfdesign steigert die Energieeffizienz. Ein Novum in der Kreuzfahrtindustrie ist zudem das noch von der japanischen Werft entwickelte „Mitsubishi Air Lubrication Systems“. Es lässt die Schiffe auf einem Teppich aus Luftbläschen gleiten, wodurch der Treibstoffverbrauch zusätzlich reduziert wird. Als erste Passagierschiffe weltweit werden die Schiffe der neuen Aida-Generation mit sogenannten Dual-Fuel-Motoren ausgerüstet und können in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit im Hafen fast emissionsfrei auch mit Flüssiggas betrieben werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Wenn man sich als Kunde auf Youtube vor der Entscheidung für eine Kreuzfahrt ein paar Imagevideos anschaut, dann gleitet immer ein mehr oder weniger gleichförmiges weißes Schiff durch flaches Wasser, Poollandschaften erstrecken sich am Oberdeck, Kellner servieren feines Essen, Cocktailbars werden zum Club an Bord. Wenn ich Sie mit verbundenen Augen in ein Schiff bringen würde – woran würden Sie erkennen, dass es sich um eines von MSC Kreuzfahrten handelt?

Sie hören es. Sie werden nicht nur Englisch und Deutsch hören, sondern viele Sprachen. Wir sind ein europäisches Unternehmen für internationale Gäste und haben unsere Wurzeln in Italien. Wir haben sehr viele verschiedene Nationen an Bord, das schafft automatisch eine ganz eigene Atmosphäre. Ich behaupte, dass wir die einzige internationale Reederei sind, die so einen vielfältigen Gästemix hat. Einige Zahlen: Wir haben 15 Prozent italienischsprachige Gäste, 20 Prozent deutschsprachige, etwa 10 Prozent jeweils aus Spanien und Frankreich und dann folgen Amerikaner und viele andere Nationen.

Babylonische Verhältnisse als Unique Selling Proposition?

Nicht allein, denn diese Vielfalt erkennen sie unter anderem auch beim Frühstück wieder. Wir bieten den Menschen aus vielen Nationen die Dinge an, die sie wünschen. Sie riechen dann toskanischen Schinken und auch vielfältige Eierspeisen, aber natürlich ist auch Nutella an Bord.

Glaskugelkran und Fallschirmsimulator

Einen einmaligen Blick ermöglicht der Glaskugelkran auf der "Ovation of the Seas". Das neue Flagschiff der Royal Caribbean Cruise Line aus den USA bietet Platz für fast 5000 Gäste. Vor allem Adrenalin-Junkies kommen auf dem Schiff voll auf ihre Kosten: An Bord gibt es unter anderem einen Simulator für Fallschirmsprünge. Zudem ist auch für Gaumenschmaus gesorgt: Neben Spezialitätenspeisesälen wird es ein Restaurant von Star-Koch Jamie Oliver an Board geben.

Foto: Presse

Wellen-Surfen an Bord

Wer noch nicht genug Wasser um sich herum hat, kann nun auch auf dem Schiff selbst seinen liebsten Wassersportarten nachgehen: Die Seaborn Encore, eines der neusten Schiffe eines Tochterunternehmens der britischen Carnival Cooperation, hat einen Pool an Bord, in dem man mit Kajaks und Surfbrettern gegen die Wellen kämpfen kann. Danach genießt man den Sonnenuntergang am Pooldeck. Im Luxus des Schiffes mitinbegriffen ist eine private Veranda zur Suite, sowie eine eigene Stewardess. In See stechen soll das Schiff Anfang 2017.

Foto: Presse

Yoga-Tour

Auch deutsche Kreuzfahrtunternehmen haben die Sport-Kreuzfahrten für sich entdeckt: Tui Cruises startet dieses Jahr mit der ersten Yoga-Fahrt. Fußball-, Tauch- oder Golfreisen gibt es schon lange. Der Hamburger Fußballclub St. Pauli nutzt Kreuzfahrtschiffe als Trainingscamp für Kinder.

Foto: Presse

Gay-Cruise

Traumpartner gesucht – auf dem Traumschiff: Viele Reedereien verstehen sich mittlerweile als Kuppler und bieten Kreuzfahrten nur für Singles an. Neu ab dem kommenden Jahr: Eine Kreuzfahrt für Schwule. Die Gay Cruise von Dertour schippert von Rom nach Sizilien und Istanbul, in der Hoffnung, dass sich die Gäste verlieben. Fast gleichzeitig startet allerdings Tui Cruises eine "Rainbow Cruise" auf einer ähnlichen Strecke, die sich an die gesamte lesbische, schwule und Transgender-Szene richtet. Ganz unromantisch gerieten die beiden Unternehmen dabei in Streit, wer zuerst auf die Idee gekommen sei. Dabei gibt es solche Kuppler-Fahrten in den USA schon lange...

Foto: Presse

Sugardaddy sucht Sugarbabe

Die amerikanischen Kreuzfahrt-Unternehmen bringen auch noch ganz andere Pärchen zusammen: Männer mit gehobenem Alter und gefülltem Geldbeutel können auf einer "Sugardaddy meets Sugarbabe" jüngere Damen treffen. Ebenfalls möglich: Eine Cougar-Kreuzfahrt. Cougar, das wörtlich übersetzt "Puma" bedeutet, bezeichnet im Englischen eine ältere Frau, die auf eine Beziehung zu einem wesentlich jüngeren Mann aus ist. Diese Bekanntschaften forcieren zum Beispiel die Royal Caribbean und Norwegian Cruise Lines auf ihren Kreuzfahrten. Zielpublikum sind – laut Veranstalter – Single-Gäste, die sich ohne Verpflichtungen auf Reisen vergnügen wollen.

Foto: Fotolia

Metal- Kreuzfahrt

Fast schon ein Klassiker: Die Full Metal Cruise. Die Idee hat Tui Cruises gemeinsam mit den Organisatoren des Metal-Festivals Wacken entwickelt. Das Konzept: Metal-Fans können die Festival-Atmosphäre nun auch auf einer Kreuzfahrt erleben. Zum Angebot gehören jeden Tag Konzerte und Autogramm-Stunden, und rund um die Uhr kostenloses Essen und Alkohol. Musikkreuzfahrten gibt es mittlerweile für fast jeden Geschmack: Wer will, kann mit Udo Lindenberg oder Helene Fischer auf eine Schlagerkreuzfahrt gehen und Klassik-Liebhaber buchen lieber Touren mit den Wiener Philharmoniker.

Foto: CLARK/obs

FKK-Kreuzfahrten

Liebhaber der Freikörperkultur (FKK) können das Nacktsein auch auf bestimmten Kreuzfahrten ausleben. Und das in einem ganz besonderen Ambiente: Der Royal Clipper ist ein 135 Meter langes 5-Mast-Segelschiff, das Platz für 227 Passagiere bietet.

Auf dem Vier-Sterne-Luxus-Kreuzfahrtschiff fallen alle Hüllen: diese FKK-Kreuzfahrt ist nur für Nudisten, Paare und Singles ab 18 Jahren ausgelegt. Entlang der Adria werden sechs Länder mit FKK-freundlichen Häfen angesteuert: Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland und Italien. Neben den zahlreichen Landausflügen gibt es drei Swimmingpools und Liegestühle, ein Spa- und Fitness Center, eine Bibliothek und eine am Heck befestigte Wassersportplattform. Die Kabinen sind in acht verschiedenen Kategorien buchbar. Die nächste Abfahrt ist Ende Mai dieses Jahres.

Foto: Presse

Kreuzfahrt mit eigenem Butler

Besonders luxuriös sind die Kreuzfahrten der Seven Seas Explorer von Regent Seven Seas Cruises. In diesem Sommer legt das Schiff erstmals ab und bietet neben geräumigen Designer-Suiten inklusive eigenem Spa und zwei separaten Balkonen auf Anfrage (mit Aufpreis) auch einen persönlichen Butler zur Erfüllung von individuellen Wünschen. Das Kreuzfahrtschiff steuert neben Italien, Spanien und Portugal auch Israel und die Türkei an.

Foto: Presse

Reise mit der Macht

Passend zum Start des neuen Kinofilms "Star Wars: Das Erwachen der Macht" legt die Disney Cruise Line in diesem Jahr acht Mal ab, um einen Star Wars-Tag auf hoher See zu verbringen. Gäste haben die Möglichkeit, die Abenteuer und kultigen Figuren von Star Wars an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu erleben. Unter dem Motto "Star Wars Day at Sea" verbindet der Anbieter die Kraft der Macht, den Zauber von Disney und das Schifffahrvergnügen miteinander.

Foto: Matt Stroshane

Foto: Presse

Vollkornbrot?
Natürlich auch die Brotsorten, die deutsche Passagiere bevorzugen.

Fehlt nur noch, dass es auch Mettbrötchen gibt.

Beef Tatar gibt es an Bord - auch wenn ich es beim Frühstück zugegebenermaßen noch nicht gesehen habe. Aber dabei bleibt es ja nicht, wenn sie abends in die Sportsbar gehen auf einem Schiff mit einem großen Anteil an deutschen Gästen, dann läuft da auch die Sportschau.

Derzeit sind zwölf Schiffe bei Ihnen unterwegs, wonach suchen sich Menschen aus, welches sie wählen?

Die Schiffsgröße ist ein Thema. Unser neuestes Schiff, das ab Mai 2017 zu uns stößt, hat dann Platz für 5000 Gäste, da ist die Vielfalt an Restaurants zum Beispiel größer als auf einem Schiff mit der halben Kapazität. Auch die Route spielt immer noch eine große Rolle. Soll es lieber durch die Fjorde gehen, in die Karibik oder das Mittelmeer. Für den deutschen Markt ist auch hilfreich, dass wir Reisen ab Hamburg, Kiel und Warnemünde anbieten.

Aida, Tui Cruises und Co

Die verrückten Ideen der Kreuzfahrt-Reeder

von Jacqueline Goebel

Ausgerechnet im Mittelmeer wird es eng, die Top-Destination Venedig ist für große Schiffe nicht mehr direkt anzufahren. Bereitet Ihnen das Probleme?

Wir als Reederei müssen uns den politischen Entscheidungen anpassen. Derzeit können wir dort mit einigen Schiffen unserer Flotte anlegen.

Anthem of the Seas
Die Anthem of the Seas der US-Reederei Royal Caribbean ist das das größte je in Deutschland gebaute Passagierschiff – und dazu das modernste: Zahlreiche technische Innovationen machen den Kreuzer zu einem schwimmenden Rechenzentrum. 348 Meter misst das „Smartship“ in der Länge, 41,4 Meter in der Breite. 4188 Passagiere finden auf der Anthem of the Seas Platz. Im April stach das Luxus-Schiff aus der Meyer-Werft in Papenburg zu seiner Jungfernfahrt in See.

Foto: Royal Caribbean International

Destinationen
Von Southampton in England geht es weiter Richtung Norwegen und Mittelmeer. Im Winter reist die Anthem dann von Fort Lauderdale (Florida) in die Karibik. Das Schiff gehört, genau wie das Schwesterschiff Quantum of the Seas zur sogenannten Quantum-Klasse. Im Auftragsbuch der Meyer Werft steht noch ein dritter Kreuzfahrer dieser Klasse, der 2016 ausgeliefert werden soll.

Foto: Royal Caribbean International

Bionische Bar
Diese Barkeeper sind zwar für ein Schwätzchen an der Bar ungeeignet, mixen aber dafür mit allerhöchster Präzision. Sogar individuelle Getränke-Kreationen der Gäste setzten die Roboter-Arme um.

Foto: Royal Caribbean International

Elektronisches Eintrittsband
Jeder Gast erhält beim Einchecken ein Armband mit eingebautem Funkchip. Wer das Band kurz an ein Lesegerät hält, kann so für Wellnessangebote zahlen, Parfüm an Bord kaufen, das elektronische Schloss der Kabinentür öffnen oder beim Bar-Roboter Cocktails ordern.

Foto: Royal Caribbean International

Schnelles Wi-Fi
Auf dem gesamten Schiff gibt es schnelles Internet via Satellit – dies muss allerdings extra bezahlt werden. Eine Stunde kostet etwa 30 US-Dollar. Per App organisiert die Crew ihre Arbeit; Passagiere koordinieren so ihre Freizeitaktivitäten wie Konzertbesuche oder Landausflüge.

Foto: Royal Caribbean International

Ausstattung
Dafür stehen 15.000 Tablet-Computer für die Gäste an Bord bereit.

Foto: Royal Caribbean International

Kabinen
Gut 2000 Kabinen gibt es auf der Anthem of the Seas. In 375 Zimmern auf der Innenseite sind virtuelle Fenster angebracht: Ultra-HD-Bildschirme zeigen ein Livebild von der Reling, das dort hochauflösende Kameras filmen. Eine 14-tägige Kreuzfahrt auf dem Luxusschiff kostet in der Innen-Kabine beispielsweise ab 2359 Euro, in einer Kabine mit Fenster 2489 Euro.

Foto: Royal Caribbean International

North Star
Ein Highlight des Smartships ist die bewegliche Aussichts-Kugel „North Star“.

Foto: Royal Caribbean International

360-Grad-Blick
Bis zu 14 Insassen können sich mit dem Kran auf eine Höhe von bis zu 90 Metern anheben lassen und so den perfekten Rundum-Blick genießen.

Foto: Royal Caribbean International

Multimediales Cabaret
Eine Glaswand am Heck des Schiffs bietet einen Panoramablick aufs Meer. Abends verwandelt sie sich in eine Projektionsfläche für eine Multimedia-Cabaret-Show. Roboterarme fahren zusätzliche Bildschirme von der Decke herab und zeigen Videos.

Foto: Royal Caribbean International

Theater-Spektakel
Video, Spezialeffekte und Musik werden im Spektakel „Starwater“ mit Live-Performances kombiniert.

Foto: Royal Caribbean International

Freizeitaktivitäten
Wer sich für den Urlaub am (oder besser: im) Meer entschieden hat, muss trotzdem nicht auf alpine Erfahrungen verzichten – einer Kletterwand an Bord sei Dank.

Foto: Royal Caribbean International

Surf-Simulator
Auf einer künstlich erzeugten Welle kann auf dem Deck gesurft werden.

Foto: Royal Caribbean International

Fitness-Studio
Wer möchte, kann sich während der Fahrt auch aufs Laufband begeben. Ein Personal Training kostet 85 US-Dollar pro Stunde, Yoga und Pilates jeweils 12 Dollar.

Foto: Royal Caribbean International

Skydiving
Auch einen Fallschirmsprung können Gäste an Bord erleben – zumindest das Gefühl: Im Flugsimulator.

Foto: Royal Caribbean International

Rollschuhbahn
Auch über eine Skater-Disko...

Foto: Royal Caribbean International

Boxautos
... und einen Autoscooter verfügt der Luxus-Liner. So kommt sicher keine Langeweile auf.

Foto: Royal Caribbean International

Die ganz großen und vor allem die von Ihnen geplanten Schiffe mit Platz für mehr als 5000 Passagiere dürfen nicht mehr dort ankern. Von denen bauen Sie aber gerade viele.

Das stimmt und unsere Schiffe der „Fantasia“-Klasse laufen Venedig nicht mehr an. Das sind die Regeln, mit denen wir umgehen müssen. Venedig hat eine besondere Ausstrahlungskraft, deswegen bieten wir es auch an. Wenn Reeder und die Stadt vernünftig miteinander kooperieren, dann wird die Stadt auch weiterhin ein attraktives Ziel für die Kreuzfahrtindustrie bleiben. Unsere neuen Schiffe setzen wir im westlichen Mittelmeer ein, was auch dem Markt entspricht.

Auch weil das östliche Mittelmeer mit Stationen wie Istanbul problematisch ist?

Da haben wir uns relativ schnell zurückgezogen, ebenso wie aus Ägypten und Tunesien. Das ist natürlich der Vorteil eines Schiffs. Wenn sie ein Hotel betreiben, können sie das nicht einfach verlegen. Wir ändern die Route. Für die Länder tut uns das leid, aber da müssen wir uns nach den Aspekten Sicherheit und der Nachfrage richten. Und die hat für diese Regionen nachgelassen. Sollte sie wieder steigen, müssen wir uns Alternativen überlegen.

Diese Kreuzfahrtschiffe werden 2015 ausgeliefert
Reederei: P&O CruisesWerft: FincantieriKosten in Mio. €: 591,9
Reederei: AidaWerft: Mitsubishi HIKosten in Mio. €: 477,3
Reederei: Royal CaribbeanWerft: Meyer WerftKosten in Mio. €: 690,7
Reederei: Tui CruisesWerft: STX FinlandKosten in Mio. €: 392,4
Reederei: Viking Ocean CruisesWerft: FincantieriKosten in Mio. €: 271,9
Reederei: Norwegian CLWerft: Meyer WerftKosten in Mio. €: 661,3
Reederei: MSCWerft: FincantieriKosten in Mio. €: 200
Reederei: MSCWerft: FincantieriKosten in Mio. €: 200
Reederei: MSCWerft: FincantieriKosten in Mio. €: 200

Die da sein könnten?

Triest oder Bari sind auch schöne italienische Städte, es gibt die Alternativen. Aber auch griechische Inseln oder Athen kämen in Fragen.

Obgleich Ihre bestehende Flotte große Schiffe beinhaltet, werden Ihre kommenden Schiffe noch größer. Sie werden dann aber immer noch nicht die größten sein. Ist der Superlativ nicht wichtig für Sie?

Mit Größe können Sie mehr Vielfalt anbieten, das stimmt. Gleichzeitig ist Größe auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Die größten Kosten, die Sie haben, sind die Investitionskosten. Schiffe dieser Größenordnung kosten inzwischen rund eine Milliarde Euro. Je größer, desto wirtschaftlicher sind sie. Aber nicht alle Häfen haben die nötige Infrastruktur, diese Megaliner abzufertigen. Deswegen achten wir darauf, dass unsere Schiffe nicht wesentlich länger werden. Derzeit bewegen wir uns bei 300 bis 315 Metern. Wir planen unsere Schiffe so, dass sie jeweils ein wenig breiter und höher werden. Einem immer größeren Wachstum müsste also auch eine Veränderung und Vereinheitlichung von Standards bei den Häfen vorangehen. Für uns als Anbieter ist es aber wichtiger, dass wir innovativ sind, beispielsweise bei Architektur und Design - und nicht einfach die größten.

Bislang sehen alle ziemlich gleich aus.

Das ändert sich aber. Unser Schiff MSC Seaside, das kommendes Jahr fertig gestellt ist, zum Beispiel setzt auf das Erlebnis Meer. Es ist so gebaut, dass die Nähe zum Wasser möglichst überall zu spüren ist. Das beginnt mit Restaurants und Cafés, die keine acht Meter über den Wasserspiegel eine Terrasse haben und so dem Gast das Gefühl großer Nähe zur Meeresoberfläche vermitteln.

In Ihren Broschüren weisen Sie auf die Umweltverträglichkeit Ihrer Schiffe hin. Sie betreiben ein Spendenprogramm für Unicef. Die derzeitig im Einsatz befindlichen Schiffe der MSC fahren jedoch unter der Flagge Panamas, die kommenden unter Maltesischer. Neben steuerlichen Vorteilen sind die Kreuzfahrtgesellschaften somit auch nicht an Arbeitsrecht und Tarife der Heimatländer gebunden. Es gibt immer wieder Berichte über ungleiche Bezahlung und lange Arbeitsstunden. Werden hier nicht ökonomische Gründe auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen?

Wir sind ein Familienunternehmen, das unterscheidet uns von den drei Gesellschaften, die noch vor uns liegen und börsennotiert sind. Wir wissen, dass die Mitarbeiter ganz wichtig sind. Gäste erwarten guten Service – den können Sie nicht anbieten, wenn die Mitarbeiter nicht zufrieden sind. Happy crew, happy guests. Niemand wird gezwungen auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Ein ganz großer Anteil unserer Crewmitglieder arbeitet schon sehr lange bei uns. Und wir benötigen natürlich bei unseren Wachstumszielen zukünftig mehr. Aber alle haben freie Tage. Diese Geschichten von Mitarbeitern, die 20 oder 24 Stunden durcharbeiten, die als Gerücht kursieren, gibt es nicht. Es gibt weltweite Standards, an die wir uns halten.

Die nur eben aus der Perspektive deutscher Arbeitnehmer sehr arbeitgeberfreundlich sind.

Unsere Mitarbeiter werden alle angemessen bezahlt, sonst würden sie nicht zu uns kommen.

Angemessen ist relativ für Menschen, die aus Nationen kommen, in denen 500 Euro im Monat wahnsinnig viel ist.
Sie dürfen nicht vergessen, dass unsere Mitarbeiter an Bord auch kostenfrei wohnen und verpflegt werden. Es gibt gute ärztliche Versorgung. Auch die Zeiten der großen Mannschaftsräume sind vorbei auf den modernen Schiffen. Wir haben kleinere Einheiten mit Einzel- und Zweibettbelegung. Auch wenn es einige Nationalitäten gibt, die sich gerne in einer größeren Gruppe aufhalten.

Wäre es neben dem Verweis auf Umweltschutz und Spendenprogramm nicht sinnvoll, auf allen Schiffen den Mitarbeitern einen Mindestlohn zu zahlen, um das Gehaltsgefälle an Bord zu minimieren und damit Diskussionen um Arbeitsbedingungen entgegenzutreten? More happy crew, more happy guests?

Vielleicht ist es sinnvoll, auch bei diesem Thema proaktiver vorzugehen. Andererseits hat auch das Crewmitglied beim Gehalt steuerliche Vorteile. Auch haben alle Mitarbeiter eine Pause, die zwischen zwei bis drei Monaten lang ist, bevor ein Crewmitglied wieder an Bord kommt. Glasklar, Gehalt ist relativ, aber wenn unsere Mitarbeiter nicht gerne wiederkämen, hätten wir ein Problem. Ich denke, die modernen großen Reedereien bezahlen die Mitarbeiter fair.

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