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Disney-Gewinn bricht um 90 Prozent ein Das Micky-Maus-Imperium und die Seuche

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Das neue „Bob & Bob“-Duo

Hinzu kommt, dass Disney massiv verschuldet ist. Allein der Kauf der 21st-Century-Fox-Unterhaltungssparte von Rupert Murdochs News Corp hat 71,3 Milliarden Dollar gekostet. Der australische Medientycoon, der sich nun auf Nachrichten- und Kommentarkanäle, Sportsender, Zeitungen und Zeitschriften beschränkt, hatte listig den Preis hochgetrieben und dazu das Interesse von Disney-Wettbewerbern wie Comcast und Verizon genutzt. In Zeiten von niedrigen Zinsen schien der hohe Kaufpreis gerechtfertigt. Die Rückzahlung wird Disney nun weit stärker belasten als angenommen. In den vergangenen sechs Monaten musste der Konzern rund 583 Millionen Dollar für Zinsen aufwenden, mehr als doppelt so viel wie in den sechs Monaten zuvor.

Die Aktie hat sich auf knapp 100 Dollar eingepegelt, wo sie schon mal im Januar 2015 stand, bevor der Wirtschaftsaufschwung nach den langen Jahren der Finanzkrise von 2008 sich verfestigte. Nachdem der Bundesstaat Kalifornien, die Heimat von Disney Ausgangsbeschränkungen verhängte und damit die Themenparks lahmlegte, sackte die Aktie auf 79 Dollar ab.

Seitdem hat sie sich wieder erholt, auch weil in den USA langsam die Covid-19-Bestimmungen gelockert werden und die Wiedereröffnung des Parks in Shanghai bevorsteht. Disney geht davon aus, dass der Park in China am 11. Mai wieder öffnen kann. Doch Chapek warnt, nicht zu viel zu erwarten. Er geht von wesentlich weniger Besuchern aus, wahrscheinlich nur die Hälfte aus den Zeiten vor Covid-19. Man werde zudem extrem vorsichtig beim Wiedereröffnen sein, um Warteschlangen zu vermeiden und dabei noch konservativer sein als die Vorgaben von Behörden es zulassen.

Nach Börsenschluss gab die Disney-Aktie um bis zu drei Prozent nach und fiel wieder unter die 100 Dollar Marke, vor allem nach der Nachricht, dass die Dividende ausbleibt.

Beobachter sind zudem besorgt, dass Chapek keine Krisenerfahrung vorweisen kann und sich im Filmgeschäft nicht auskennt. Allerdings hat er zuvor überaus erfolgreich die Themenparks geführt, die nun vor der härtesten Bewährungsprobe stehen.

Es sollte wohl ein Signal sein, dass nicht Chapek, sondern Iger am Dienstagabend die Diskussion der Quartalszahlen eröffnete und darauf hinwies, dass er den Konzern schon durch viele Tiefen erfolgreich gesteuert habe. In Hollywood raunt man, dass Iger nun eine Art graue Eminenz bei Disney sei und der einflussreichere im neuen „Bob & Bob“-Duo. „Wir arbeiten im Team“, versichert Iger. Dass er das extra klarstellte, wird die Gerüchteküche in Hollywood erst recht befeuern. „Das muss echt hart für Bob Chapek sein, dass er noch nicht mal sein allererstes Quartalsgespräch als CEO eröffnen durfte“, stichelt Rich Greenfield. Der Analyst, der als Disney-Kritiker bekannt ist, hätte Iger gern eine Frage gestellt, kam aber nicht zum Zuge. Nämlich warum der Konzern, trotz seiner Erfahrungen in Asien so lange brauchte, um seine Parks zu schließen.

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Überraschend stellte Walt Disney im Februar seine Führungsspitze neu auf. Bob Iger trat nach rund 15 Jahren ab, Bob Chapek folgte. Die Personalie sorgte mancherorts für Stirnrunzeln. Lesen Sie hier, warum der Wechsel an der Disney-Spitze im Februar für Erstaunen sorgte.

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