Flixbus Die unheimlichen Pläne des Bus-Riesen

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Flixbus will die nächste Stufe zünden

Züge betreiben: Flixbus ist ein Busunternehmen, aber soll es auch dabei ausschließlich bleiben? Seit gut einem halben Jahr experimentiert das Unternehmen mit Zügen. Zusammen mit dem tschechischen Unternehmen Leo Express übernahm Flixbus den einst insolventen Zugbetreiber Locomore. Seitdem geht die Zahl der Kunden, die Tickets über die Online-Plattform von Flixbus kaufen, nach oben. 100.000 Tickets wurden bereits verkauft. Zwar stapelt das Unternehmen, was eine mögliche Expansion auf der Schiene angeht, niedrig. Man wolle keine zweite Deutsche Bahn werden. Doch gleichzeitig sagt Flixbus-Chef Engert: „Wir können auch genug Volumen für Bahnstrecken produzieren." Und: "Eigentlich ist für uns ein Zug nur ein großer Bus." Lowcost-Rail sei ein Markt mit riesigem Potenzial. Zug-Strecken für die Jahre 2019 und 2020 seien bereits beantragt worden.

Mini-Busse einführen: Das Kerngeschäft von Flixbus bleiben die Fernbusse. Aber wie groß müssen die Busse eigentlich sein? Dem „Flixtaxi“ erteilte das Unternehmen im „Handelsblatt“ eine Absage.

Flixbus scheut also das Risiko, den übermächtigen Unternehmen wie Uber und Lyft aus den USA und Didi aus China auf der kurzen Strecke Konkurrenz zu machen. Carsharing oder Taxen seien eher Ergänzungen der Mittel- und Langstreckendienste. „Ich sehe nicht, dass wir da auf absehbare Zeit aktiv werden.“ Aber „klar machen wir uns in die eine wie in die andere Richtung Gedanken“, sagte Engert dem „Handelsblatt“. „So können wir zum Beispiel noch kleinere Städte mit kleineren Bussen anbinden.“

Leute unterhalten: Seitdem Flixbus auf dem Markt ist, gibt es in den Bussen kostenloses WLAN. Das Angebot war ein Coup, stellte die Deutsche Bahn in die Ecke des Nachzüglers. Der Staatskonzern hat erst vor einem Jahr Hot Spots in die Züge eingebaut. Flixbus war seit jeher der Beweis: Die können es und die Deutsche Bahn nicht. Nun will Flixbus die nächste Stufe zünden. An Bord der Fernbusse sollen die Kunden künftig Filme und Serien streamen – eine Offensive an Bord für mehr Kundenfreundlichkeit. Allerdings: Das hat die Deutsche Bahn bereits im Angebot.

Ökologisch vorangehen: Flixbus lobt sich dafür, dass Busse ökologischer seien als Autos und Züge. Das gilt zwar nur bei hoher Auslastung. Doch ohnehin reicht dem Unternehmen das nicht. „Wir wollen möglichst bald die ersten Prototypen für elektrische Busse sehen und gehen da auch auf Hersteller mit der Bitte zu, das aktiv voranzutreiben“, sagte Schwämmlein dem „Bayerischen Rundfunk“. „Unsere Aufgabe ist es, dass wir bald auch alternative Antriebe sehen im Bus.“ Die grundsätzliche Idee: Auf der Autobahn fahren Busse weiterhin mit Diesel, in die Städte geht es elektrisch.

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