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Fluggesellschaft Lufthansa gibt Gebot für Condor-Kauf ab

Lufthansa gibt Gebot für Kauf von Condor ab Quelle: dpa

Deutsche Lufthansa bietet für die deutsche Fluggesellschaft des Reiseveranstalters Thomas Cook und könnte das Angebot auf das gesamte Flugzeugportfolio der britischen Gruppe ausweiten.

Die Lufthansa hat beim Reisekonzern Thomas Cook ein unverbindliches Angebot zum Kauf des deutschen Ferienfliegers Condor abgegeben. „Wir haben uns gestern in der Vorstandssitzung entschieden, ein Bid abzugeben für die gesamte Condor - mit der Option, dies auf alle Thomas-Cook-Airlines erweitern zu können“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag am Rande der Hauptversammlung in Bonn. Thomas Cook habe für die Abgabe erster Interessenbekundungen eine Frist bis zum heutigen Tag gesetzt. Es sei aus wettbewerbsrechtlicher Sicht aber unwahrscheinlich, dass ein Käufer die gesamte Airline-Gruppe von Thomas Cook übernehmen könne, ergänzte Spohr.

Wie Reuters von Insidern erfahren hatte, sind auch Gebote des britisch-spanischen Luftfahrtkonzers IAG sowie des US-Finanzinvestors Indigo möglich, der an der ungarischen Wizz Air beteiligt ist.

Thomas Cook will seine Airlines verkaufen, um mehr in den Ausbau eigener Hotels investieren zu können. Denn das älteste Reiseunternehmen der Welt hat derzeit mit Verlusten und hohen Schulden zu kämpfen. Die Thomas-Cook-Flotte umfasst gut 100 Flugzeuge in eigenständigen Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien, Skandinavien und Spanien. Condor ist mit etwa 58, größtenteils geleasten Fliegern und rund 4500 Mitarbeitern der größte Teil. Die deutsche Traditionsmarke gehörte früher zur Lufthansa. Spohr erklärte weiter, bei einer Rückkehr in den Lufthansa-Konzern müsse Condor nicht zerschlagen werden. Auf der Langstrecke gebe es zwischen Lufthansa und Condor nur wenige Überschneidungen, auf der Kurzstrecke mehr. Deshalb rechne der Dax-Konzern im Fall eines Kaufs mit Auflagen der EU-Wettbewerbshüter zur Kurzstrecke. Angaben zum möglichen Preis wollte Spohr nicht machen.

Eine weitere Übernahmemöglichkeit könnte für die Kranich-Airline Alitalia sein. Die Sanierung der insolventen staatlichen italienischen Fluggesellschaft zieht sich seit fast zwei Jahren hin. Zuletzt wurde über ein Eigentümerkonsortium unter Beteiligung der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato und Delta Airlines aus den USA verhandelt. Doch sucht der Staat noch einen dritten Teileigentümer, der nach Informationen von Insidern 400 Millionen Euro beisteuern soll. Die Frist zur Abgabe von Kaufangeboten wurde abermals von Ende April auf Mitte Juni verlängert. Die Lufthansa war bereits früher in Gesprächen mit Regierungsvertretern, stellte diesen aber bislang unerfüllbare Bedingungen. Von dieser Position werde die Lufthansa „keinen Meter abrücken“, sagte Spohr: „Es muss eine restrukturierte Alitalia sein, ohne Staatsbeteiligung.“

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