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Hochtief In Diensten des Königs

Hochtief Quelle: REUTERS

Einigung im Streit: Hochtief und der italienische Atlantia-Konzern wollen den spanischen Autobahnbetreiber Abertis nun gemeinsam übernehmen. Das ist ganz im Sinne der spanischen Regierung.

Deutschlands ehemaliger Bau-Marktführer Hochtief und der italienische Atlantia-Konzern wollen den spanischen Autobahnbetreiber Abertis nun gemeinsam übernehmen, anstatt sich um die Beute weiter zu streiten. Die heute mitgeteilte Einigung sagt eine Menge aus über die Rolle von Hochtief innerhalb der spanischen ACS-Gruppe, die den deutschen Baukonzern 2011 feindlich übernommen hat.

Nachdem Hochtief den angeblich nicht mehr interessanten Betrieb von Flughäfen vor wenigen Jahren aufgegeben hat, soll der Essener Konzern sich demnächst zu 20 Prozent an einem Autobahnbetreiber beteiligen. Der Grund dafür ist nicht, dass das zum Kerngeschäft gehört, sondern weil die spanische Regierung es will.

Als nämlich bekannt wurde, dass die zur Benetton-Gruppe gehörende Atlantia für Abertis bietet, fürchtete die Regierung in Madrid die römische Fremdbestimmung über Spaniens Schnellstraßen. Sie bat ACS-Chef Florentino Perez um Hilfe. Und der baute Hochtief zum Gegenwicht in dem Übernahmekampf auf - bis nun das Kräftemessen im vorliegenden Kompromiss endet.

Wem was in dem künftigen Gemeinschaftsunternehmen gehören soll, ist noch nicht klar. Aber eine Prognose scheint sicher: Die spanischen Autobahnen managt am Ende nicht Atlantia, sondern Hochtief – in Diensten des spanischen Königs.   

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