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Hörmann gegen HörmannSportfunktionär wehrt sich gegen schwere Vorwürfe

Topsportfunktionär Alfons Hörmann wehrt sich gegen schwere Vorwürfe seines Exarbeitgebers. Der hat dem Manager fristlos gekündigt.Harald Schumacher 23.03.2016 - 11:52 Uhr

Alfons Hörmann.

Foto: dpa

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), las den Sündern die Leviten: Neu diskutierte Manipulationen im Profitennis seien „ein weiterer Schlag in die Magengrube“, so Deutschlands oberster Sportfunktionär beim DOSB-Neujahrsempfang in Frankfurt. Der Sport sei an einem Punkt, an dem Selbstreinigung „von innen nicht mehr geht“. Missstände müssten „in aller Klarheit und Brutalität aufgeklärt“ werden.

Zwei Wochen nach der Brandrede verlor Hörmann, 55, überraschend seinen Hauptjob als Geschäftsführer der 2400 Mitarbeiter zählenden Hörmann Holding im bayrischen Kirchseeon. Bei dem Streit, der das Ansehen der Sportfunktionärskaste weiter schädigen könnte, geht es um den Vorwurf, Hörmann habe Olympia-Amt und Job unzulässig verquickt. Das geht aus Unterlagen hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegen.

Am 5. Februar 2016 trennte sich die Familienfirma demnach von dem Geschäftsführer, der nur zufällig denselben Nachnamen trägt wie sein Exarbeitgeber. Der dankte Alfons Hörmann zwar „für die erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit“.

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Doch nach Informationen der WirtschaftsWoche kracht es hinter den Kulissen. Das Unternehmen unter Seniorchef Hans Hörmann, das mit Auto- und Kommunikationstechnik sowie Industriedienstleistungen nach einer Sanierungsphase gut 400 Millionen Euro umsetzt, hat Alfons Hörmann fristlos gekündigt. Der klagt dagegen und beschwert sich, dass „rechtsunwirksam und rechtswidrig mein E-Mail-Anschluss in der Gesellschaft gekappt worden ist“. Am 23. Juni wird vor dem Landgericht München verhandelt.

Nur eine Aufgabe von vielen

Laut der WirtschaftsWoche vorliegenden Unterlagen genehmigte das Unternehmen Alfons Hörmann bei der Einstellung 2010 zwar dessen Präsidentenjob beim Deutschen Skiverband.

Nachdem Hörmann aber 2013 das DOSB-Spitzenamt übernommen hatte und Mitglied im FIS-Council blieb, dem Topgremium des Weltskiverbands, kamen Arbeitgeber Hans Hörmann offenbar irgendwann Zweifel. „Es enttäuscht uns zutiefst, feststellen zu müssen, dass mein Lebenswerk für Sie nur eine unter mehreren Aufgaben ist“, schrieb der 87-Jährige im Januar 2016: „Eine operative Geschäftstätigkeit lässt sich mit Ihrem zusätzlich übernommenen Amt nicht vereinbaren.“

Rücktritt vom Amt des Präsidenten angeboten

Alfons Hörmann wehrt sich gegen schwere Vorwürfe seines Ex-Arbeitgebers

von Harald Schumacher

Kurz darauf hat Alfons Hörmann einem Schreiben seiner Anwälte vom 5. Februar zufolge dem Seniorchef „ausdrücklich angeboten (...) das Amt als Präsident des DOSB aufzugeben“. An dem Angebot halte Hörmann „nach wie vor fest“, heißt es im Anwaltsbrief. Alfons Hörmann wollte auf Nachfrage dazu keine Stellung nehmen.

Fest steht nur: Zu einem Kompromiss kam es nicht mehr. Hörmann ist weiter DOSB-Präsident, und die Firma hat sich ad hoc von ihm getrennt. Sie wirft Alfons Hörmann vor, er habe ab Ende 2013 dem Unternehmen nicht mehr „seine gesamte Arbeitskraft zur Verfügung gestellt“. Dessen Anwälte halten dagegen, Hörmanns DOSB-Amt sei vom Beirat „unzweifelhaft gebilligt“ und „zu keiner Zeit beanstandet“ worden.

Dem „Hamburger Abendblatt“ sagte Hörmann, der auf monatlich 250 Euro Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt verzichtet, beim DOSB gehe es außer um Sportorganisation „um saubere Buchhaltung, Compliance, Good Governance, Controlling, Transparenz“.

Folgt man dem Unternehmen, hat es daran bei Alfons Hörmann gehapert. Beiratschef Hans Hörmann hat sich bevollmächtigen lassen, dessen Geschäftsführung hinsichtlich „der etwaigen zweckwidrigen Verwendung von Betriebsmitteln und Mitarbeitern, z.B. für die Zwecke des DOSB oder für eigene, private Zwecke wie der Vermögensverwaltung“, prüfen zu lassen. Die Firmenanwälte forderten den Manager ultimativ auf, Spesen- und Beiratsordner „sowie etwaig weitere (...) aus dem Unternehmen entfernte Unternehmensunterlagen (...) zurückzugeben“.

Alfons Hörmanns Anwälte wiederum wehren sich gegen den „Versuch, unserem Mandanten angebliche Pflichtverletzungen unterzuschieben, insbesondere der Vorwurf einer angeblichen Entwendung von Unternehmenseigentum ist nachdrücklich zurückzuweisen und durch nichts gerechtfertigt“. Dienstreisen habe Hörmann „immer sachlich und korrekt (...) und selbstverständlich nie zu Lasten des Unternehmens“ abgerechnet. Was sie allerdings bestätigen: Der Spesenordner 2015 „befindet sich derzeit im Heim-Büro unseres Mandanten“, ebenso vermisste Beiratsordner.

Hörmanns Nachfolger als Geschäftsführer schreibt auf Anfrage nur, dessen Ausscheiden sei „eine interne Angelegenheit, die von uns nach außen nicht kommentiert wird“.

„Wir wollen und müssen Glaubwürdigkeit zurückgewinnen“, sagte Hörmann in Frankfurt – und meinte den Sport. Nun muss der DOSB-Präsident aber erst einmal um seine eigene Glaubwürdigkeit kämpfen.

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