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Kooperation gescheitert Deutsche Telekom steigt aus dem Weltnetz Ngena aus

Exklusiv
Die Deutsche Telekom zieht sich aus dem Joint-Venture Ngena zurück. Quelle: imago images

Drei Jahre nach dem Start zieht sich die Telekom aus dem Joint-Venture Ngena für multinationale Großunternehmen zurück. Damit scheitert sie bereits zum zweiten Mal mit einer globalen Kooperation.

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Die Deutsche Telekom begräbt ihre bisherige „Weltnetz“-Strategie und zieht sich als Gesellschafter aus dem dafür gegründeten Joint-Venture Ngena zurück. Die Strategie sah vor, dass sich die Partner dort, wo sie kein Netz haben, gegenseitig helfen. Informationen über den Rückzug bestätigte ein Sprecher auf Nachfrage. Demnach verkauft die Telekom sämtliche Anteile an dem von ihr mitbegründeten Gemeinschaftsunternehmen. Käufer, heißt es aus Gesellschafterkreisen, sei der US-Finanzinvestor BiscayneAmericas Advisers, der bereits an Ngena beteiligt ist. Der für das Projekt verantwortliche T-Systems-Manager Patrick Molck-Ude verlässt das Unternehmen. Offiziell heißt es, „auf eigenen Wunsch“. Der Rückzug ist Teil der strategischen Neuausrichtung, mit der der neue T-Systems-Chef Adel al-Saleh die angeschlagene Großkundensparte der Telekom wieder profitabel machen will.

Telekom-Chef Tim Höttges hatte vor drei Jahren die globale Allianz zusammen mit dem US-Anbieter Centurylink, dem indischen Konzern Reliance und der südkoreanischen SK Telecom gegründet. Der Name Ngena steht für Next Generation Enterprise Network Alliance, die Firma hat 24 Mitglieder. Vorbild ist die Star Alliance der Lufthansa. Mit dem IT-Riesen Cisco als Technologiepartner sollte Ngena mit ihrem Sharing-Modell ein Gegengewicht schaffen zu Telekom-Giganten mit gut ausgebauten globalen Netzen wie AT&T, Verizon, Orange und BT. Vor allem entlegene Standorte von multinationalen Unternehmen sollte Ngena schnell anbinden. Doch die Sharing-Idee setzte sich nicht durch. Die Großkunden der Telekom griffen stärker auf die konzerneigenen Produkte zurück als auf die der Ngena-Allianz. Deshalb konzentriert sich T-Systems jetzt – wie das Unternehmen offiziell erklärt – „vollständig auf eigene Lösungen“.

Mit dem Rückzug aus Ngena vollzieht die Telekom zum zweiten Mal eine strategische Wende im Geschäft mit globalen Großkunden. Bereits im Jahr 2000 hatte der Konzernvorstand die Kooperationen rund um das Joint-Venture Global One gekündigt, mit der die Telekom ähnlich ehrgeizige Ziele verfolgte. Die Telekom hatte 1996 den Schulterschluss mit France Télécom und der US-Gesellschaft Sprint gewagt, um sich an die Spitze bei der weltweiten Vernetzung zu setzen. Eine starke internationale Präsenz und weltweit einheitliche Dienstleistungen sollten für starke wachsende Auftragsvolumina bei den 500 größten Unternehmen sorgen.

Das Projekt scheiterte schließlich, weil sich die Gesellschafter gegenseitig blockierten und jeder dem anderen misstraute. Beim Ausstieg nach vier schwierigen Jahren bekam die Telekom für ihre knapp 30-prozentige Beteiligung an Global One immerhin noch über 2,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist anschließend vollständig in den Besitz von France Télécom (heute: Orange) übergegangen und schaffte damit eine der Grundlagen für das heute noch weltumspannende Netz der Business-Sparte von Orange.

Beim Ausstieg aus Ngena will die Telekom nicht alle Verbindungen kappen. Mit den übrigen Gesellschaftern wurde offenbar vereinbart, dass die Telekom auch weiterhin Produkte und Dienstleistungen für Ngena-Kunden anbietet. Die Frage ist allerdings, wie lange die anderen Gesellschafter tolerieren, dass es im wichtigen deutschen Markt keinen Partner mehr mit starker Vertriebsmannschaft für die Neukunden-Akquise gibt. Die von der Telekom hinterlassene Lücke wieder aufzufüllen, wird eine der Aufgaben für Ngena-Geschäftsführer Marcus Hacke am Firmensitz in Frankfurt am Main sein.

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