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Luxusreisen 10 Ideen für einen Ausbruch aus dem Alltag

Was macht Ferien zum Luxusurlaub? Möglichst exotische Ziele sagen die einen. Individuelle Erlebnisse, Ruhe und Zeit für sich selbst und die Familie meinen die anderen. Zehn Vorschläge für Luxus-Reisen: mit Wow-Effekt oder als Kontrastprogramm.

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Die zehn größten Hotel-Suiten der Welt
Grand-Hotel-Kempinski Quelle: Presse
Mandarin-Oriental-Marrakesch Quelle: Presse
The-Mark_New-York Quelle: Presse
Hilltop-Residence Quelle: Presse
Raj-Palace Quelle: Presse
Waldorf-Astoria-Dubai Quelle: Presse
Grand-Hyatt-Cannes-Hôtel-Martinez Quelle: Presse

Luxus polarisiert – seit er in der Welt ist. Auch, weil Luxus in der christlichen Kultur traditionell als verwerflich und oberflächlich gilt. Der lateinische Begriff „luxus“ steht für Verschwendung und Liederlichkeit, in der katholischen Glaubenslehre zählt die wortverwandte „Luxuria“ (Wollust) zu den sieben Todsünden.

Gleichzeitig wird Luxus aber ganz unterschiedlich definiert. Für den, der einen zehn Jahre alten Golf fährt und seine Hosen und Hemden bei Kik oder Primark kauft, sind Porsche und Prada der ultimative Luxus. Für Kranke ist Gesundheit Luxus, für die, die hungern, sich satt essen zu können und wer in einem Slum in Kalkutta lebt, für den ist sauberes Wasser und saubere Luft Luxus.

Luxus allein auf Überflüssiges reduzieren zu wollen, wird ihm nicht gerecht – Luxus lässt sich genauso als immaterieller Reichtum definieren. Luxus muss nicht materiell teuer sein, Luxus ist schwierig zu erlangen. Für Arbeitslose ist ein ordentlich bezahlter Job Luxus, für Top-Verdiener mit stressigen 18-Stunden-Tagen wird Zeit zum Luxusgut. Zeit für die Kinder, Zeit für den Partner, Zeit für sich selbst.

Luxus ist relativ und abhängig von der Lebenssituation, vom Wertesystem und vom Zeitgeist. Es gibt traditionellen Luxus, der sich materiell definiert und mentalen Luxus, der Veränderungen im gesellschaftlichen Bewusstsein antizipiert und ideelle Ziele wie Nachhaltigkeit und Spiritualität oder den Wert von Familie und Freundschaft verfolgt.

Für die Anbieter von Luxus-Gütern und -Dienstleistungen sind solche Überlegungen zu den unterschiedlichen Ausprägungen von Luxus nur zum Teil interessant: Für sie ist entscheidend, was sich verkaufen lässt und das zu einem möglichst hohen Preis. Je höher der Preis, um so besser fürs Geschäft.

Auf weltweit rund 1080 Milliarden Euro schätzt die Unternehmensberatung Bain & Company den Markt für Luxus-Güter und –Dienstleistungen im Jahr 2016, vier Prozent mehr als im Vorjahr.. Der größte Markt für Luxus aller Art sind die USA mit einem Volumen von knapp 79 Milliarden Euro, gefolgt von Japan mit gut 20 und China mit knapp 18 Milliarden Euro. Deutschland steht auf dem siebten Platz mit fast 12 Milliarden Euro.

Gut 200 Milliarden Euro entfallen nach der Bain-Studie auf Reisen, Hotelübernachtungen und Ausgaben für das Mieten von Villen und Ferienhäusern sowie das Chartern von Yachten. Mit 172 Milliarden Euro etwas niedriger ist das Marktvolumen nach Berechnungen der Marktforscher von IPK World Travel Monitor.

Urlaub machen wie ein Promi
Amalfiküste Quelle: imago images
Promis an der Amalfiküste Quelle: AP
Côte d'Azur Quelle: dpa
Promis an der Côte d'Azur Quelle: dpa Picture-Alliance
Hawaii Quelle: AP
Promis auf Hawaii Quelle: dpa
Ibiza Quelle: dpa

Heruntergebrochen auf Deutschland, Österreich und die Schweiz werden die Schätzungen dann ziemlich vage: Die Unternehmensberatung Keylens beziffert die Zahl der Kunden auf 1,5 bis zwei Millionen und das Ausgabenvolumen auf sechs bis neun Milliarden Euro, was einem Marktanteil von rund einem Prozent an den Reiseausgaben in den drei Ländern entspricht.

Die Breite des Angebots an Luxusreisen ist so vielfältig wie die Erwartungen an das, was Luxusurlaub heute bieten soll und geht preislich so weit auseinander wie die Schätzungen der Marktforscher. Traditioneller Fünf-Sterne-Luxus mit goldenen Wasserhähnen und 24-Stunden-Rund-um-die Uhr-Service im Ferienhotel gehört ebenso dazu, wie Erlebnisrundreisen per Schiff oder Flugzeug und hohem Prestigefaktor. Was aber auch immer besser ankommt, sind eher alternative Konzepte für eine jüngere Klientel mit Fokus etwa auf Naturschutz, gesunde Ernährung oder Sport. Hier zehn Vorschläge für etwas anderen Luxus.

Vom Wiesenbett zum Mond: Zehn ganz verschiedene Luxus-Reisen

Zur Kategorie Naturschutz gehört zum Beispiel das Grootbos Private Nature Reserve, eine Fünf-Sterne-Öko-Lodge in Hermanus an der Südspitze Afrikas, zwei Autostunden entfernt von Kapstadt an der Garden Route. Die 1000-Quadratmeter-Villa auf dem Gelände gilt als das exklusivste Ferienangebot Südafrikas überhaupt und hat Platz für bis zu zwölf Personen (ab 3800 Euro pro Nacht, www.grootbos.com). Zur Luxusunterkunft gehört ein eigener Guide mit einem für die Gäste reservierten Wagen, ein Butler, der Wäsche-Service und ein privater Koch, der die Mahlzeiten zubereitet. Frühstück, Lunch und Fünf-Gänge-Dinner sind ebenso inklusive wie die Getränke, sowie zahlreiche Aktivitäten in der Natur oder Ausflüge auf umliegende Weingüter und Golfplätze. Das vermutlich aufregendste Abenteuer, das hier geboten wird, ist das Tauchen mit weißen Haien, geschützt nur durch einen Gitterkäfig. Und wer einen Beitrag zum Naturschutz leisten will, kann während seines Aufenthalts an einem der zahlreichen Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt mitarbeiten.

Noch spektakulärer ist die Privatfarm Ol Donyo Laro im Great Rift Valleey in Kenia für maximal 16 Gäste. Die Farm wird nur komplett vermietet (ab 235.000 Euro pro Woche, www.c-und-m.de), lediglich sechs Termine im Jahr stehen zur Auswahl. Der Aufenthalt auf dem über 2400 Hektar großen Anwesen mit seinen rund 300 Angestellten, davon allein 90 Rangern für Ausflüge in die Wildnis, bietet ultimativen Luxus inmitten unberührter Natur. Im Preis enthalten sind neben der gesamten Verpflegung und allen Getränken auch ein Flugzeug, ein Hubschrauber und zehn komfortable Zelte für Safaris. Hobby-Großwildjäger sind hier fehl am Platz und unerwünscht, bei den Safaris geht es ausschließlich um Naturerlebnisse und Tierbeobachtung.

The Brando auf der Südseeinsel Tetiaroa. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Ebenfalls Natur-pur, kombiniert mit exklusivem Badeurlaub, bietet das The Brando auf der Südseeinsel Tetiaroa knapp 60 Kilometer nordöstlich von Tahiti. Das Refugium gehörte früher dem US-Schauspieler Marlon Brando. Das Resort zählt 35 direkt am weißen Sandstrand gelegene Villen mit einem, zwei oder drei Schlafräumen und privaten Planschpools auf den Terrassen (ab 2000 Euro pro Nacht für zwei Personen in einer One-Bedroom-Villa inklusive aller Mahlzeiten, Getränke, Ausflüge und Spa-Leistungen, www.thebrando.com). In den beiden Restaurants wird klassische französische und polynesisch inspirierte East-West-Fusion-Küche serviert.

Eher konventionellen Luxus bieten die beiden teuersten Hotelsuiten der Welt. Spitzenreiter ist das Ende vergangenen Jahres fertig gestellte Grand Penthouse im The Mark in New York (je nach Reisezeitpunkt rund 81.000 Euro die Nacht inklusive Steuern). Das gut 1100 Quadratmeter große Loft auf der Spitze des 1927 errichteten Art-Deco-Baus am Südende des Central Parks hat fünf Schlafzimmer, eine Bibliothek, einen Dining-Room für 24 Personen und eine eigene Dachterrasse. Deutlich preiswerter (56.500 Euro pro Nacht) und mit fast 1700 Quadratmeter sogar noch etwas größer ist die Royal Penthouse Suite im Hotel President Wilson in Genf (www.Billionaire.com). Die Suite mit zwölf Schlafzimmern und eigenem Steinway-Flügel bietet eine spektakuläre Aussicht über den Genfer See und die Alpen. Wer hier eincheckt, nächtigt im gleichen Bett wie vor ihm der frühere US-Präsident Bill Clinton, der verstorbene Popstar Michael Jackson oder der Software-Unternehmer Bill Gates.

Noch exklusiver ist die Gästeliste der Charter-Yacht „Christina O.“ (ab 560.000 Euro pro Woche, www.yachtcharterfleet.com). Das 1942 als Fregatte der kanadischen Marine in Dienst gestellte und 1954 umgebaute Schiff gehörte früher dem griechischen Tankerkönig Aristoteles Onassis, der dort Winston Churchill, Maria Callas, John F. Kennedy und dessen Frau Jackie, Frank Sinatra und Greta Garbo sowie zahlreiche andere Promis aus Show Business, Adel und Politik zu Gast hatte. Die knapp 100 Meter lange und 14 Knoten schnelle Yacht mit 38 Mann Besatzung bietet in 17 Kabinen Platz für bis zu 34 Gäste. Der bekannteste Raum an Bord ist Ari’s Bar: Holzverkleidung und Mobiliar stammen von einer antiken spanischen Galeere.

Kreuzflüge mit dem Privatjet

Wer Schiffe mag und eine spektakuläre Route mit hohem Erlebniswert sucht, bucht eine „Expedition im Herzen der Nordwestpassage“ mit dem Fünf-Sterne-Dampfer „Hanseatic“. Start und Ziel der im August und September 2017 angebotenen Kreuzfahrt ist Kangerlussuaq an der Westküste Grönlands, von dort geht es durch die Inselwelt Nordkanadas und der Arktis (ab 12.300 Euro pro Person inklusive An- und Abreise, www.hl-cruises.de).

Eine

Bizarre Eislandschaften und Begegnungen mit Eisbären, Robben und Walen stehen bei der 19 Tage langen Reise auf dem Programm. Der für traditionelle Kreuzfahrten obligatorische Smoking und das Abendkleid können bei dieser Reise von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten daheim bleiben – Anorak, Jeans und dicke Pullover genügen.

Kreuzflüge mit Hapag-Lloyds firmeneigenen Privatjet

Auch Kreuzflüge mit dem firmeneigenen Privatjet „Albert Ballin“ bietet Hapag-Lloyd an, zum Beispiel eine 21 Tage lange Reise rund um Australien und Neuseeland im April kommenden Jahres (60.500 Euro pro Person im Doppelzimmer, www.hl-cruises.de). Der Jet hat nur 44 Sitzplätze, erster Zwischenstopp der in Hamburg startenden Reise ist die thailändische Badeinsel Ko Samui. Von dort geht es zuerst nach Australien, dann nach Neuseeland und schließlich nach einem Stopover auf den Malediven zurück nach Hamburg. Zwischenstationen sind zum Beispiel Perth, Adelaide, Ayers Rock und Cairns, Queenstown, Rotorua und Auckland. Übernachtet wird in Hotels der Fünf-Sterne-Kategorie, im Preis enthalten sind auch die Verpflegung und alle Getränke im Flugzeug.

Ein echtes Weltraum-Schnäppchen: Das Orbit-Angebot von Virgin Galactic. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Das teuerste und mit Sicherheit auch spektakulärste Luxusreiseangebot weltweit ist eine Mondumrundung (12,3 Millionen Euro, www.spaceadventures.com). Genaugenommen sind für die Mondfahrt allerdings nur Reservierungen möglich – die erste Expedition zum Erdtrabanten ist erst für 2018 geplant. Die Reise in einer russischen Soyuz-Rakete soll vom Weltraumbahnhof Baikonur starten und zehn Tage dauern. Ob die exklusive Pauschalreise aber jemals stattfindet, steht buchstäblich in den Sternen: Bislang führten die Flüge in den Orbit nur bis zur Weltraumstation ISS, der letzte von bislang sieben Weltraumtouristen verbrachte 2009 mehrere Tage an Bord. Weil in den Raumtransportern nicht genug Platz ist, können Interessenten sich auf eine Warteliste setzen lassen. Der nächste freie Platz soll allerdings schon länger vergeben sein: an die britische Sängerin Sarah Brightman. Ein echtes Weltraum-Schnäppchen ist das Orbit-Angebot von Virgin Galactic (236.000 Euro, www.virgingalactic.com). Ängstlich sollte man nicht sein: Ein SpaceShipTwo-Prototyp stürzte im Herbst 2014 ab, ein Pilot kam ums Leben.

Zu den Highlights der Familienreise „Family & Kids in Florida“ gehören Besuche in Disneyworld – inklusive Frühstück mit Goofy - den Universal Studios und dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral, Baden in Miami Beach und die Fahrt nach Key West über die vielen Brücken. Quelle: Fotolia

Was ihre Lebenssituation angeht, unterscheiden sich die meisten Luxusreisenden nicht von „normalen“ Touristen: Immer öfter sind sie als Familie unterwegs, häufig auch in Patchwork-Konstellationen oder als alleinerziehende Mütter oder Väter mit Kindern. Speziell für diese Zielgruppe wurde die Familienreise „Family & Kids in Florida“ konzipiert (10.000 Euro für einen Erwachsenen und zwei Kinder, zehn Übernachtungen inklusive Flug und Mietwagen, www.windrose.de). Übernachtet wird in luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels wie dem Four Seasons Resort Orlando at Walt Disney World Resort. Zu den Highlights gehören Besuche in Disneyworld – inklusive Frühstück mit Goofy - den Universal Studios und dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral, Baden in Miami Beach und die Fahrt nach Key West über die vielen Brücken.

Das familientaugliche Kontrastprogramm bietet das Hofgut Rembs im Westerwald, eine knappe Autostunde von Frankfurt entfernt. Luxus wird hier minimalistisch definiert: Zur Kim Ranch (270 Euro pro Nacht und Familie, www.c-und-m.de ) gehört nicht nur ein Bauernhof mit Westernpferdezucht, Rinderverleih, Schafen, Hühnerstall und Bio-Shop, sondern auch fünf Wiesenzelte mitten in der Pampa. Die Zelte sind so rustikal eingerichtet wie eine Bauernstube – mit Esstisch und Bollerofen, Etagenbetten und Bänken mit Grill vor der Tür. Statt elektrischem Strom gibt es Öllampen, statt eines Badezimmers fließend kaltes Wasser und Plumpsklo, dafür aber jede Menge Platz für Kinder. Was gestressten Managern mit vernachlässigter Familie ebenfalls gefallen könnte: Die unkonventionelle Unterkunft ist garantiert Handy- und WLan-freie Zone.

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