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Taschendiebe in der Bahn Warum immer wieder dieselben Täter zuschlagen

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Wie Fahrgäste sich schützen können

Um das Bewusstsein weiter zu steigern, haben Bundespolizei und Bahn eine gemeinsame Präventionskampagne ins Leben gerufen: „Achten Sie auf Ihre Wertsachen“ ist auf Plakaten in Zügen und Bahnhöfen zu lesen. „Wir versuchen die Fahrgäste zu sensibilisieren“, sagt ein Bahnsprecher. „Wer im Zug sitzt, ist nicht so sicher wie im heimischen Wohnzimmer.“

Die Videoüberwachung wurde ausgebaut – aktuell sind 27.000 Videokameras in Nahverkehrs- und S-Bahn-Zügen im Einsatz, die Hälfte aller Fahrzeuge im Nahverkehr ist mittlerweile mit Kameras ausgestattet. Außerdem sind 5000 Kameras an rund 700 Bahnhöfen im Einsatz. „Rund 80 Prozent der Fahrströme erfassen wir mit unserer Videotechnik“, sagt ein Bahnsprecher. Das helfe sehr bei der Aufklärung von Straftaten und erhöhe das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste.

Zudem würden Bahnmitarbeiter von Experten der Bundespolizei ausgebildet, die sich mit Taschendiebstählen befassen. Über die genaue Zahl der ausgebildeten Mitarbeiter gibt das Unternehmen keine Auskunft. Von einer Zahl im mittleren zweistelligen Bereich ist die Rede. Die Mitarbeiter sind in Zivilkleidung am Bahnhof unterwegs und sollen die Täter beobachten, stellen und der Polizei übergeben. „Die Zusammenarbeit mit der Bahn ist lückenlos“, sagt Polizeigewerkschafter Wendt. „Da ist nichts zu bemängeln.“

Wo die meisten Fahrräder geklaut werden
Fahrräder Quelle: Presse
Fahrräder Quelle: dpa
Der stereotypische Fahrraddieb Quelle: AP
Fahrradschloss Quelle: dpa
Oldenburg Quelle: dpa Picture-Alliance
Kieler Förde Quelle: dpa
Dessau-Roßlau Quelle: AP

Aus Naumanns Sicht kann die Bahn trotzdem mehr tun – das fängt schon bei Kleinigkeiten an. „Die Wege an Bahnhöfen müssen deutlich besser ausgeschildert werden“, fordert Naumann. Eine Frau etwa, die mit einer offenen Handtasche im Bahnhof stehen bliebe und sich auf der Suche nach dem Weg verwirrt umguckt, ist Taschendieben ein leichtes Opfer. „Die Leute müssen in Bewegung bleiben, dann ist es für Taschendiebe sehr viel schwerer.“

"Taschendieben wird es zu leicht gemacht"

Doch Verantwortung dafür, die Zahl der Diebstähle zu reduzieren, haben auch die Fahrgäste: „Taschendieben wird es viel zu oft viel zu leicht gemacht“, sagt der Bahnsprecher. So sollten Fahrgäste Wertgegenstände wie Handy und Portemonnaies immer am Körper tragen und nicht in Taschen, auf die man von außen zugreifen kann. Die Polizei empfiehlt, Rucksäcke und Taschen im Gedränge seitlich oder vorn zu tragen, sodass Diebe nicht von hinten unbemerkt das Portemonnaie aus dem Rucksack fischen können. Auch wenn andere Fahrgäste einen anrempeln oder bedrängen, sollten Passagiere wachsam sein.

Grundsätzlich sind die Taschendiebe zu jeder Zeit unterwegs. Gerade wenn an den Bahngleisen viel Gedränge herrscht und die Züge voll sind, greifen sie häufig zu. Etwa morgens und nachmittags, wenn viele Pendler unterwegs sind. Auch nachts, wenn die Menschen aus der Disco und von Partys alkoholisiert und müde gen Heimat fahren, machen Taschendiebe leichte Beute.

Aus Wendts Sicht hilft am Ende nur intelligente Videoüberwachung an Bahnhöfen. In Berlin testet die Bundespolizei an einem Bahnhof gerade Kameras, die selbst verdächtige Situationen erkennen. Treffen in einer Bahnhofshalle etwa alle 30 Minuten die drei selben Menschen in verschiedenen Ecken zusammen – ein typisches Bewegungsmuster von Taschendieben – macht die Videosoftware auf das verdächtige Verhalten aufmerksam. Die Bundespolizei würde so entlastet.

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