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Verdi Der Streik-König

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Neue Kita-Verhandlung kommende Woche

Die erste Herausforderung von Bsirskes fünfter Amtszeit steht bereits fest. Am 28. und 29. September treffen sich Gewerkschaft und kommunale Arbeitgeber, um zum xten Mal über die künftigen Löhne im Sozial- und Erziehungsdienst zu verhandeln. Nachdem die Verdi-Basis (gegen Bsirskes Empfehlung) das Schlichtungsergebnis abgelehnt hat, fordert die Gewerkschaft von den kommunalen Arbeitgebern ein neues Angebot, das über das Schlichtungsergebnis hinausgeht. 

Fragen und Antworten zum Kita-Streik

Ansonsten werde es laut Bsirske eine „massive Eskalation des Konfliktes werden mit hohen Belastungen für alle Beteiligten, für Eltern, Arbeitgeber und die Streikenden“. Allerdings ist Bsirske erfahren genug, um zu wissen, dass es für die renitente Haltung  seiner Gewerkschaft im Kita-Streit außerhalb von Verdi kein Verständnis mehr gibt. Vielleicht ging der 63-Jährige auch deshalb heute erneut ans Rednerpult, um seine Leute vor  „Tarifromantik“ zu warnen und die Botschaft loszuwerden: „In der Regel muss man Tarifkompromisse schließen“. 

Doch wie könnte der aussehen? Möglich wäre etwa, die im Schlichterspruch festgelegte lange Laufzeit von fünf Jahren etwas zu verkürzen und Umschichtungen im Gehaltsgefüge zu vereinbaren, die den Kuchen nicht vergrößern, sondern nur anders verteilen. So könnte der Lohnzuwachs für Leitungspersonal etwas geringer ausfallen, dafür die einfachen  Erzieherinnen mehr bekommen. Innergewerkschaftlich ließe sich das ohne größere Verwerfungen durchsetzen, da die Kita-Leiter eine zahlenmäßig vergleichsweise kleine Gruppe sind (mit entsprechend wenig Protestmacht) und monetäre Nivellierungstendenzen bei Verdi traditionell stark ausgeprägt sind. 

Deutschland



Am Rande des Gewerkschaftstages äußerten Verdianer allerdings die Befürchtung, die kommunalen Arbeitgeber könnten  die Verhandlungen verschleppen, um den Kitastreit in die Tarifrunde des öffentlichen Dienstes  zu tragen; dort läuft der Tarifvertrag  Ende Februar aus. Deutlich höhere Löhne für Erziehungs- und Sozialberufe könnten dann womöglich in einem Gesamtpaket die Zuwächse bei anderen Berufsgruppen begrenzen – eine angesichts der kommunalen Finanzprobleme  nicht völlig abwegige  Strategie. Für streikgeplagte berufstätige Eltern wäre das wahrlich keine gute Nachricht. 

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