1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Energie
  4. OMV-Chef Alfred Stern: „Deutschland könnte eigene Gasquellen erschließen“

Alfred SternOMV-Chef: „Deutschland könnte eigene Gasquellen erschließen“

Österreichs Energiekonzern OMV will das Angebot an Gas ausweiten. Die Loslösung von Gazprom war eine teure Lektion. Wachstumsfeld ist auch die Chemiesparte. 21.02.2025 - 11:15 Uhr

Alfred Stern ist seit September 2021 Vorstandsvorsitzender der OMV.

Foto: REUTERS

Der Chef von Österreichs größtem Energiekonzern OMV, Alfred Stern, rät Deutschland, wieder eigenes Gas zu fördern. „Der Gaspreis wird primär durch Angebot und Nachfrage bestimmt“, sagt Stern im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Die einzige Möglichkeit, den Preis zu senken, ist ein höheres Angebot. Also müssen wir jede neue Gasquelle prüfen. (…) Auch Deutschland könnte wieder eigene Quellen erschließen.“

Stern sagte, Europa werde bis 2050 Nettoimporteur bleiben. Also müsse man nicht nur kurzfristig Ersatz schaffen. „Energie ist inzwischen ein emotionales Thema“, so der OMV-Chef. „Wir müssen aber weg von Extrempositionen – und auf den Boden der Realität.“ OMV setzt dabei verstärkt auf die eigene Produktion in Europa.

Stern verwies auf das „Neptun Deep“-Projekt der Tochter OMV Petrom im Schwarzen Meer, wo die Österreicher mit dem rumänischen Erdgasproduzenten Romgaz 4 Milliarden Euro investieren. Das größte Gasentwicklungsprojekt der EU soll ab 2027 100 Milliarden Kubikmeter liefern. Darüber hinaus baut OMV die LNG-Kapazitäten weiter aus.

Energiekonzern OMV

„Wir müssen jede neue Gasquelle prüfen“

Der Energiekonzern OMV hat sich erst spät vom russischen Gas gelöst. CEO Alfred Stern sagt: Nur mehr Angebot wird die Preise in Europa senken.

von Horst von Buttlar

OMV, das mit 23.000 Mitarbeitern pro Jahr 34 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, hatte sich erst zum Jahreswechsel vom russischen Gas gelöst – nach einem Rechtsstreit mit Gazprom, im Zuge dessen der russische Konzern 230 Millionen Schadensersatz zahlen musste. OMV musste 2,5 Milliarden Euro auf Darlehen für Nord Stream II und Anteile an dem in Westsibirien liegenden Erdgasfeld Juschno Russkoje abschreiben. „Das war viel Geld, dafür sind wir nun besser aufgestellt“, sagte Stern. „Russland ist nicht mehr der Partner, der es 60 Jahre lang war. Wir haben dadurch gelernt, dass wir uns nie wieder einseitig von einem Lieferanten abhängig machen dürfen.“

Ein Wachstumsfeld von OMV ist die Chemiesparte. Derzeit plant der Konzern gemeinsam mit dem arabischen Ölkonzern Adnoc – der auch Großaktionär des österreichischen Energieversorgers ist –, die Kunststofftöchter Borealis und Borouge zusammenzulegen. Im Zuge dessen erwägt man, den kanadischen Kunststoffproduzenten Nova Chemicals zu kaufen. „Diese potentielle Kombination würde ein global führendes Unternehmen für Polyolefine bilden“, so Stern.

Lesen Sie auch: Leere Gasspeicher: „Wir sind in einem Extremszenario“

Horst von Buttlar
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick