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Klimaziele Windbranche sieht Ende der Flaute - Ausbautempo aber noch zu gering

Die Energiebranche hat deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windkraft an Land gefordert, vor allem im Süden. Sonst seien die EU-Klimaziele nicht zu erreichen, sagt der Bundesverband Windenergie.

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Die deutsche Windenergie-Branche fordert trotz eines Aufwärtstrends bei den Neubauten mehr Tempo für die Klimaziele. Im ersten Halbjahr seien 240 neue Windräder an Land mit einer Leistung von rund 970 Megawatt gebaut worden, teilte der Bundesverband Windenergie (BWE) am Dienstag mit. Dies sei bereits mehr als im gesamten Krisenjahr 2019 und liege noch gut 60 Prozent über den Vorjahreswerten. „Die Entwicklung der Ausbauzahlen von Windenergie an Land bleibt positiv. Die Talsohle ist durchschritten“, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. „Vor uns liegt allerdings immer noch ein steiniger Weg, den es jetzt dringend zu ebnen gilt.“

Er verwies darauf, dass für die neuen EU-Klimaziele der Ausbau noch einmal deutlich beschleunigt werden müsse. Bereits die jetzigen Vorgaben sähen eine jährliche neue Leistung von 4000 Megawatt vor. Für 2021 seien aber nur 2200 bis 2400 Megawatt zu erwarten.

Insgesamt drehen sich in Deutschland an Land inzwischen fast 30.000 Windräder. Allerdings werden auch Anlagen abgerissen. Abzüglich dieser liegt der Netto-Zubau so im ersten Halbjahr auch nur bei 831 Megawatt. Die Branche beklagt seit längerem, dass die Regelungen für den Ersatz alter Windparks unzureichend sind. Neue Windparks stoßen zudem häufig auf Widerstand von Anwohnern und müssen langwierige Genehmigungsprozesse durchlaufen.



Versuche der großen Koalition, diese zu beschleunigen, hatten nur beschränkten Erfolg. Union und SPD konnten sich auch nicht auf neue Ausbauziele für Wind- und Solarenergie bis 2030 angesichts der neuen Klimaziele verständigen. Das Tempo beim Ökostrom gilt auch als entscheidend für das Tempo beim Kohleausstieg.

Mehr zum Thema: Die Akzeptanz für den Umbau der Energieversorgung geht zurück – auch weil die Bürger eine klare Strategie und Kostentransparenz vermissen. Ein Gastbeitrag.

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