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Wasserstoff aus der Wüste Thyssenkrupp wird Gesellschafter bei Desertec

Deutsche Konzerne begeistern sich wieder für nachhaltige Energie aus der Wüste: Thyssenkrupp wird Gesellschafter bei Desertec. Quelle: imago images

Deutsche Konzerne begeistern sich wieder für nachhaltige Energie aus der Wüste. Jüngstes Beispiel: Thyssenkrupp steigt als Gesellschafter beim aus der Desertec-Initiative entstanden Think Tank Dii Desert Energy ein.

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Das Projekt erschien vielen zunächst visionär – und wenig später nur noch größenwahnsinnig. Anfang der 2010er-Jahre wollten bis zu 55 Unternehmen, deutsche, spanische und italienische Energiekonzerne, Maschinenbauer, Großbanken, Solarfirmen, aber auch Technologiekonzerne in der Desertec Industrial Initiative (Dii) die unerschöpflichen Mengen an grünem Strom aus dem Nahen Osten und Nordafrika für die Energiewende erschließen.

Kaum fassbare 500 Milliarden Euro an Investitionen sollten in riesige Solarkraftwerke in Nordafrika und dem Mittleren Osten sowie für den Aufbau von Hochleistungsstromnetzen fließen. Doch wenige Jahre nach dem Start war die Euphorie schon wieder verflogen. Zerstritten und desillusioniert zogen sich die meisten der beteiligten Firmen 2013 aus den Projekt zurück. Desertec galt als tot.

Nur der aus der Desertec-Initiative hervorgegangene Think Tank Dii Desert Energy verfolgte die Vision unverdrossen weiter – und begeistert nun erneut Kraftwerksbetreiber, Energiekonzerne, Forschungsinstitute und Verbände für die nachhaltige Energie aus der Wüste. Neuzugang im Netzwerk der Desertec-Initiative: Der Stahl- und Technologiekonzern Thyssenkrupp verkündet am Donnerstag in Dubai, dass er über seine Tochter Industry Solutions bei Dii einsteigt.

Thyssenkrupp wird dritter Hauptgesellschafter bei der Trägergesellschaft des Thinktanks – neben dem chinesischen Energiekonzern State Grid Corporation of China sowie dem saudi-arabischen Kraftwerksentwickler und Betreiber von Wasserversorgungsanlagen Acwa Power. Die drei Gesellschafter tragen etwa zwei Drittel des Jahresbudgets, den Rest steuern assoziierte Partner bei. Deren Kreis umfasst heute rund 85 Unternehmen, Institutionen und Organisationen aus rund 25 Staaten weltweit.

Thyssenkrupp ist zwar als einer der größten Emittenten von Kohlendioxid in Deutschland vom Trend zu nachhaltiger Energie besonders betroffen, aber beileibe nicht das einzige deutsche Unternehmen, das Desertec als Treiber der transkontinentalen Energiewende wiederentdeckt: Der Energieversorger E.On, die Fraunhofer-Gesellschaft oder Siemens, alle vor Jahren aus dem Gesellschafter- und Partnerkreis ausgeschieden, sind mittlerweile zurück. Neu dabei sind dagegen Linde, die Lkw-Sparte des Daimler-Konzerns, die Unternehmensberatung Roland Berger und Uniper.

Mehr zum Thema: Als Desertec 2014 krachend gescheitert schien, zog ihr Chef Paul van Son „einen dicken Strich unters Projekt“ und wagte den Neustart in Dubai. Mit Erfolg. Lesen Sie hier das Interview mit ihm über die Wiedergeburt von Desertec: „Der alte Plan konnte noch nicht funktionieren.“

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