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Börsen-Neuling Online-Modehändler Mytheresa erzielt Umsatz- und Ergebnissprung

Die Ladenschließungen in der Coronakrise haben das Geschäft von Mytheresa angeschoben. Auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres will der Modehändler stark wachsen.

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Für das im Juni endende Geschäftsjahr 2020/21 strebt der Luxusmode-Anbieter Umsätze zwischen 565 und 580 Millionen Euro (plus 26 bis 29 Prozent) an. Quelle: AP

Der Online-Modehändler Mytheresa hat dank des Rückenwindes durch weltweit geschlossene Läden in der Coronakrise und dem Trend zum Online-Shoppen einen Umsatz- und Ergebnissprung hingelegt. Die Erlöse kletterten von Oktober bis Dezember um ein Drittel auf knapp 159 Millionen Euro, wie das in München ansässige Unternehmen am Donnerstag mitteilte, das im Januar sein Börsendebüt in New York feiert.

Für das im Juni endende Geschäftsjahr 2020/21 strebt der Luxusmode-Anbieter Umsätze zwischen 565 und 580 Millionen Euro (plus 26 bis 29 Prozent) an, während das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) zwischen 27 und 36 Prozent auf bis zu 48 Millionen Euro zulegen soll. Mit Blick auf die Wiedereröffnung von Modeboutiquen geht das Unternehmen davon aus, dass der Rückenwind etwas nachlässt.

„Wir haben viele Neukunden hinzugewonnen“, sagte Mytheresa-Chef Michael Kliger zu Journalisten. Mehr als 100.000 Kunden hätten erstmals im zweiten Geschäftsquartal bei Mytheresa eingekauft, dass sich auf die großen Luxushäuser spezialisiert hat und Mode von Designern wie Gucci, Yves Saint Laurent, Prada, Burberry und Valentino anbietet.

Durchschnittlich bestellten Kunden pro Jahr Kleidung im Wert von 15.000 Euro bei dem Online-Modehändler, der inzwischen auch Anziehsachen für Männer und Kinder im Angebot hat. Das bereinigte Ebitda stieg von Oktober bis Dezember um 71 Prozent auf 22,1 Millionen Euro.

Laut Finanzchef Martin Beer hat das Unternehmen, das 1987 mit einem Modeladen in der Münchner Innenstadt startete, die Einnahmen aus dem Börsengang vornehmlich in die Schuldentilgung gesteckt und ist nun „vollständig schuldenfrei“.

Mytheresa, das zur niederländischen Holding MYT Netherlands gehört, waren aus dem Börsengang, der die Firma mit mehr als drei Milliarden Dollar bewertete, bis zu 370 Millionen Dollar zugeflossen. Ein Teil davon wird laut Beer investiert.

Kliger hofft darauf, bald auch wieder mehr Veranstaltungen zu organisieren, damit seine inzwischen 569.000 Kunden die „Luxuswelt wieder erleben“ könnten. „Dann wird vielleicht der ein oder andere Cashmere-Lounge-Sweater nicht mehr verkauft“, sagte Kliger, dafür vielleicht wieder mehr Abend- und Ballkleider.

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