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Von wem sich die Deutschen am liebsten ihr Essen bringen lassen

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Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugend

Besonders interessant ist ein Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, das bei allen vier Lieferdiensten zwischen +5 und +9 Punkten liegt. Das ist nicht schlecht, doch weit entfernt von guten Werten, wie sie zum Beispiel Tchibo und Nordsee erreichen. Um das zu verbessern, müssten die Lieferdienste entweder ihre Preise senken oder ihre Qualität verbessern oder am besten beides. Doch das ist alles schwierig.

Lieferdienste, die das Essen ja nicht zubereiten, erhalten von den Restaurants je nachdem ob diese zum Beispiel selbst ausliefern oder ob der Lieferdienst einen Fahrer schickt, eine Umsatzbeteiligung von 10 bis 30 Prozent. Manchen Restaurants ist das zu viel und sie kündigen ihre Partnerschaft mit den Lieferdiensten wieder. Will der Lieferdienst aber die anvisierte Marge erhalten – Website, App, Datenbank, Marketing, Werbung kosten schließlich – und das Restaurant will ebenfalls nicht auf Einnahmen verzichten, muss dieses die Preise für die Gerichte erhöhen. Das wiederum dürfte dem Kunden nicht gefallen.

Und dann ist da die Qualität. Vermutlich dürften einige Kunden die Schuld beim Lieferservice sehen, wenn das Essen nicht schmeckt, was nicht gerechtfertigt wäre. Wenn das Essen aber kalt geliefert wird oder viel zu spät oder die App funktioniert nicht, dann liegt die Verantwortung sehr wohl beim Lieferdienst. Und hier kommen wieder die Kosten ins Spiel: Soll das Essen immer pünktlich kommen, auch zu Spitzenzeiten, braucht der Lieferdienst mehr Fahrer, und die gibt es nicht umsonst. Manche Experten bewerten diese Art des Liefergeschäfts als so teuer, dass es niemals profitabel werden kann.

Junge Verbraucher mit mehr Interesse für Lieferdienste

In vielen Geschäftsbereichen spricht man von der „Economy of Scale“ - je mehr vom selben produziert wird oder je mehr eine Dienstleistung nachgefragt wird, desto profitabler ist das Geschäft. Für die Lieferdienste könnte das funktionieren, indem sie bei mehr Aufträgen die Lieferwege intelligenter gestalten und ein Fahrer mehr ausliefern kann als heute. Oder es braucht in Zukunft gar keine Fahrer mehr, weil Roboter und Drohnen das Essen bringen. Verbraucher, die Interesse an der Dienstleistung Essenslieferung haben, gibt es jedenfalls, und in Zukunft vermutlich noch mehr – so dass sich das Modell Economy of Scale auch für die Lieferdienste lohnen könnte. Zehn Prozent (Lieferheld) bis zwölf Prozent (Foodora) aller derjenigen, die die jeweilige Marke kennen, geben an, den jeweiligen Lieferdienst in die engere Wahl zu ziehen, wenn es darum geht ein gastronomisches Produkt auszuwählen. In der Gruppe der Bis-30-Jährigen geben das für Lieferheld und Lieferando 16 Prozent an, für Pizza.de sogar 18 Prozent.

Die Lieferdienste werden sich in Zukunft vermutlich auf mehr Kunden einstellen dürfen und müssen. Bleibt die Frage, ob für alle Beteiligten – Restaurant, Lieferdienst, Fahrer – genügend Geld übrig bleibt oder ob der Kunde irgendwann bereit ist, für geliefertes Essen eine Extra-Gebühr zu bezahlen.

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