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Filialschließungen von GaleriaFür den Einzelhandel sind Galerias Warenhäuser irrelevant

16 Häuser von Galeria Karstadt Kaufhof sollen schließen, 1400 Mitarbeiter müssen gehen. Ob die Einschnitte ausreichen, um das Überleben der Warenhauskette langfristig zu sichern, ist dennoch fraglich. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Henryk Hielscher 27.04.2024 - 13:57 Uhr

Insgesamt vier Insolvenzverfahren haben Karstadt und Kaufhof in den vergangenen Jahren durchlaufen. 

Foto: imago images

Was für ein Absturz: Insgesamt vier Insolvenzverfahren haben Karstadt und Kaufhof in den vergangenen Jahren durchlaufen. Noch 2019 gehörten 171 Filialen zum Warenhausreich von Galeria Karstadt Kaufhof. Zuletzt waren es noch 92 Häuser – von denen nun weitere 16 geschlossen werden. Noch dramatischer fiel der Abbau der Arbeitsplätze aus: Arbeiteten vor zehn Jahren 32.600 Mitarbeiter für Karstadt und Kaufhof, sind es inzwischen 12.800 – und jetzt streicht der Insolvenzverwalter weitere 1400 Stellen. 

Aber so dramatisch der Rückgang auch klingen mag, ob er wirklich ausreichen wird, um nun endlich eine solide wirtschaftliche Basis für Galeria zu schaffen, ist längst nicht sicher. Zu stark hat sich das Konsumverhalten geändert. Zu gründlich wurde das Unternehmen von den Eigentümern und ihrem jeweiligen Management ruiniert. Egal ob Madeleine Schickedanz, Nicolas Berggruen, der Konzern Hudson’s Bay Company (HBC) oder René Benko – sie alle sind an der Sanierung von Karstadt und Kaufhof gescheitert. 

Fast 20 Jahre Dauerkrise

Nun wollen es die nächsten Investoren versuchen: der Ex-Vorstandschef des Kosmetikkonzerns Coty, Bernd Beetz, und – ausgerechnet – der kanadische Handelsunternehmer und frühere HBC-Chef Richard Baker werden Galeria aus der Insolvenz übernehmen. Was sie konkret vorhaben, um das Unternehmen auf Kurs zu bringen, ist noch nicht bekannt.

Fest steht aber: Einfach wird es nicht. Oft schon wurde Beschäftigten, Lieferanten, Vermietern und auch den Kunden ein Neuanfang versprochen. Es wurden hohe Investitionen in Aussicht gestellt, die später doch nicht flossen. Und frische Konzepte angekündigt, aus denen am Ende nichts wurde. 

Skepsis ist also angebracht, dass diesmal die große Wende gelingt und der jüngste Stellenabbau im Warenhausreich auch wirklich der letzte sein wird. Dabei wäre vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu wünschen, dass nun endlich Ruhe einkehrt und sich das Unternehmen nach fast 20 Jahren Dauerkrise endlich berappelt. Für den deutschen Einzelhandel insgesamt ist Galeria dagegen schon lange irrelevant. Zum Vergleich: Die Supermarktkette Edeka beschäftigt bundesweit mehr als 19.000 Azubis – und damit deutlich mehr Auszubildende als Galeria insgesamt Mitarbeiter zählt.

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