"Großartiger Italiener": Trauer um Ferrero-Eigentümer
Gute Zeiten für Lebensmittelhändler
Die Lebensmittelhändler können größtenteils auf ein gutes Jahr zurückblicken. Fast alle Unternehmen in den Top-Ten konnten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr zumindest leicht steigern. Lediglich ein Konzern musste einen Rückgang im Lebensmittelgeschäft verbuchen. Der Gesamtumsatz der zehn umsatzstärksten Händler in Deutschland lag bei rund 164,8 Milliarden Euro. Wobei fast ein Drittel davon auf den ersten Platz entfällt.
Quelle: TradeDimensions, Statista
Foto: dpaPlatz 10: Bartels-Langness
Die Bartels-Langness Handelsgesellschaft konnte im Jahr 2015 knapp 3,1 Milliarden Euro mit Lebensmitteln umsetzen. Zu der Unternehmensgruppe zählen 86 famila-Warenhäuser, mehr als 30 Markant-Märkte und diverse Bäckerei-Filialen in Norddeutschland.
Foto: PRPlatz 9: Globus
1828 legte Franz Bruch mit einem Handelshaus im saarländischen St. Wendel den Grundstein für das heutige Imperium. 2015 setzte die Kette 3,2 Milliarden Euro mit Lebensmitteln um. Damit steigerte sie ihren Umsatz in dem Bereich leicht. Zwar verdient Globus den Großteil seines Gesamtumsatzes mit Lebensmitteln. Baustoffe, Heimwerkerbedarf und Elektrogeräte zählen aber ebenfalls zum Sortiment. Globus betreibt 46 Selbstbedienungs-Warenhäuser, 77 Baumärkte, zwei Globus Drive und sieben Elektrofachmärkte in Deutschland. Darüber hinaus ist die Kette in Russland, Luxemburg und Tschechien vertreten. Mittlerweile lenkt die sechste Generation die Gruppe.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 8: Rossmann
Der Drogist legte im vergangenen Jahr um gut 6 Prozent zu und erreichte damit eine Lebensmittelumsatz 5,17 Milliarden Euro. Der macht 90 Prozent des Gesamtumsatzes des dm-Konkurrenten aus.
Foto: dpaPlatz 7: dm
Die Drogeriekette wächst mit 9 Prozent mehr Umsatz gegenüber 2014 am stärksten innerhalb der Top Ten. Auch dm erwirtschaftet 90 Prozent seiner Erlöse mit Nahrungsmitteln wie Baby-Brei, Tees oder Schokoladen.
Foto: dpaPlatz 6: Lekkerland
Der Lebensmittel-Großhändler beliefert täglich rund 61.000 Tankstellen und Kioske in Deutschland. Im Geschäftsjahr macht Lekkerland damit einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro und wuchs um 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Für die Gruppe arbeiten 3200 Menschen. Ihren Ursprung hat sie in den Niederlanden, wo sich 1956 mehrere selbständige Süßwaren-Großhändler zu Lekkerland zusammenschlossen.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 5: Metro-Gruppe
Als einziges Unternehmen in den Top Ten konnte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr nicht wachsen. Der Umsatz mit Lebensmitteln schrumpfte um gut 5 Prozent. Die gut 10,2 Milliarden Euro aus dem Lebensmittelhandel in den Großhandelsmärkten Metro und den Supermärkten der Real-Kette machen ein Drittel des Konzernumsatzes aus. Weitaus bedeutsamer für die Gruppe sind Umsätze aus den Elektronikmärkten Media-Markt und Saturn.
Foto: dpaPlatz 4: Aldi-Gruppe
Die in Aldi-Süd und Aldi-Nord aufgeteilte Unternehmensgruppe gehört zu den größten Discountern Deutschlands. Ihr Umsatz mit Lebensmitteln lag in 2015 bei rund 22 Milliarden Euro - ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. 82 Prozent der Gesamterlöse stammen vom Lebensmittelverkauf.
Foto: dpaPlatz 3: Schwarz-Gruppe
Der Discounter Lidl und die Supermarkt-Kette Kaufland sind die Zugpferde der Schwarz-Gruppe. Insgesamt setzte sie 28 Milliarden Euro mit Lebensmitteln um. Das macht ein Plus von gut einem Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Foto: ZBPlatz 2: Rewe-Gruppe
Die in Köln ansässige Gruppe vertreibt neben ihrem bekannten Lebensmittelgeschäft auch Elektroartikel und Reisen. Alles in allem setzte die Gruppe 28,5 Milliarden Euro mit Lebensmitteln um. Das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesteigert werden soll das im laufenden Jahr durch Angebote wie einen Online- Lebensmittellieferservice. Die Rewe-Gruppe erzielt gut zwei Drittel ihres Umsatzes in der Food-Sparte.
Foto: dpaPlatz 1: Edeka-Gruppe
Der mit Abstand größte deutsche Lebensmittelhändler machte mit seiner Kernsparte rund 48 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015. Das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr und rund 20 Milliarden Euro mehr als die Rewe-Gruppe erwirtschaften konnte. 90,6 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Lebensmittelgeschäft. Dafür sorgen rund 11.700 Märkte und 318.000 Mitarbeiter.
Foto: dpaItalien trauert nach dem Tod von Ferrero-Eigentümer Michele Ferrero um einen der bedeutendsten Unternehmer des Landes. Der Miterfinder von Produkten wie Nutella oder Kinder-Schokolade starb am Samstag im Alter von 89 Jahren nach monatelanger Krankheit in Monte Carlo, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Konzern meldete. „Er hat es dank seiner innovativen Produkte und seiner beharrlichen und zurückhaltenden Arbeit immer geschafft, mit der Zeit zu gehen“, lobte Staatspräsident Sergio Mattarella.
Der 1925 im norditalienischen Dogliani geborene Ferrero zählte zu den reichsten Menschen der Welt. Er machte aus der kleinen Konditorei seines Vaters einen Weltkonzern, indem er neue Produkte entwickelte und diese konsequent vermarktete. Das Unternehmen ist in Deutschland vor allem für Kinder-Schokolade und die Schokocreme Nutella bekannt. Der Brotaufstrich wurde 1940 von Ferreros Vater Pietro entwickelt. Ihren heutigen Namen erhielt die ehemalige „Supercrema“ 1964. Ein Jahr später kam das erste Nutella-Glas in Deutschland in den Handel. Sitz des deutschen Ferrero-Ablegers ist Frankfurt am Main.
„Ein Erfinder, ein großartiger Italiener, der mit erhobenem Kopf Kreativität, Talent, Qualität und Unternehmergeist unseres Landes in die Welt getragen hat“, erklärte Italiens Regierungschef Matteo Renzi, der der Familie sein Mitgefühl ausdrückte. Außenminister Paolo Gentiloni sagte: „Es geht einer der größten Unternehmer unseres Landes, der es mit Arbeit und Opferbereitschaft geschafft hat, Innovation mit Tradition und italienischer Qualität zu verbinden.“
Auch die Mitarbeiter trauerten um Michele Ferrero. Am Sonntag wurde auf der Internet-Seite des Konzerns ein Bild des Eigentümers veröffentlicht, daneben hieß es: „Wir sind stolz auf dich. Danke, Michele.“ Der Bürgermeister des piemontesischen Ortes Alba, wo Ferrero seinen Stammsitz hatte, rief eine öffentliche Trauer aus: „Alba verdankt Ferrero alles. Die Nachricht vom Tod Micheles ist eine Neuigkeit, die wir nie hören wollten“, sagte Maurizio Marello.