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Handelskonzern Klagen über neun Milliarden Euro nach Bilanzskandal bei Steinhoff

Der südafrikanische Konzern hatte seine Bilanz über Jahre aufgebläht. Nun sieht sich Steinhoff mit einer Klagewelle konfrontiert.

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Die Pläne, die Steinhoff-Tochter Pepco zu Geld zu machen, wurden durch die Krise auf die lange Bank geschoben. Quelle: Reuters

Der südafrikanische Handelskonzern Steinhoff sieht sich nach einem milliardenschweren Bilanzbetrug mit einer Klagewelle konfrontiert. Insgesamt liegen Klagen im Volumen von mehr als neun Milliarden Euro gegen das Unternehmen mit Wurzeln in Deutschland vor, heißt es in dem in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht für 2018/19 (Ende September).

Steinhoff hatte mit krummen Geschäften die Bilanz über Jahre um mehr als sechs Milliarden Euro aufgebläht, wie sich Ende 2017 herausstellte. Die seit 2015 auch in Frankfurt notierte Aktie stürzte ab, gehört aber inzwischen wieder dem Kleinwerteindex SDax an. Rückstellungen für die Klagen hat Steinhoff nach eigenen Angaben bisher nicht gebildet.

Im operativen Geschäft schreibt der Konzern weiter Verluste: In den zwölf Monaten bis September 2019 liefen 1,8 Milliarden Euro auf, ein Jahr zuvor waren es 1,2 Milliarden. Dabei stieg der Umsatz auf zwölf von 11,4 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr sieht es nicht besser aus – der Coronavirus-Ausbruch werde die Ergebnisse beeinträchtigen, heißt es im Geschäftsbericht.

Auch die Pläne, die Tochter Pepco zu Geld zu machen, die Billigläden in Osteuropa und Großbritannien („Poundland“) betreibt, wurden durch die Krise auf die lange Bank geschoben. Die mit knapp zehn Milliarden Euro verschuldete Steinhoff will Pepco an die Börse bringen oder verkaufen, um Geld in die Kasse zu bekommen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hieß es.

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