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Karl-Erivan Haub Tengelmann-Chef rechnet mit weiteren Pleiten

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Zu spät auf Euro-Krise reagiert


Deutschlands beliebteste Händler
19. Aldi Gar nicht so beliebt wie viele glauben: Im OC&C-Ranking schaffte es der Lebensmittel-Discounter nicht einmal unter die Top Ten. Zur Studie: Die Beratung OC&C hat 25.000 Konsumenten in Europa zu 580 Händlern, darunter 80 aus Deutschland, befragt. Dabei ging es etwa um die Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service. Aus den Antworten entstand ein Punkte-Ranking. Zu den größten Aufsteigern zählt der Online-Handel. Quelle: dpa
Branche: Textilhandel Beliebteste Marke (Vorjahr): Peek & Cloppenburg (Peek & Cloppenburg) BrandIndex (Vorjahr): 64 (63) P&C verbessert sein Image kontinuierlich und nicht nur das, es hält die Top-Position bei den Textilhändlern, vor C&A und H&M, die nach den Bränden in Textilfabriken in Asien an Image eingebüßt haben. Quelle: Comfort Holding GmbH
15. Zalando Der Online-Händler mit dem lauten Slogan "Schrei vor Glück" belegt Platz 15. Ein erstaunlicher Erfolg für das Unternehmen, das erst seit 2008 am Markt ist. Quelle: dpa
14. ebayÜberholt wird Zalando vom Online-Auktionshaus eBay. Mit dem Slogan "3,2,1 - meins!" schaffte sich der E-Auktionator viele Freunde und scheffelte ordentlich Umsazt. 3,28 Milliarden Euro waren es zu Beginn dieses Jahres. Quelle: dapd
11. OttoDas 1949 gegründete Versandhandelsunternehmen Otto belegt den 11. Platz im OC&C-Ranking. Erst kürzlich erwarb die Otto-Gruppe die Rechte an Neckermann.de. Der Konkurrent musste den Geschäftsbetrieb zum 30. September einstellen, nachdem der Investor Sun Capital kein weiteres Geld in das marode Traditionshaus stecken wollte. Quelle: dapd
10. EspritIn die Top Ten hat es Esprit-Holding geschafft. Die Holding vertreibt Kleidung, Schuhwaren, Wohnaccessoires, Schmuck und Möbel mit Filialen in über 40 Ländern. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Marke aber an Beliebtheit. Immer wieder gab es Diskussionen um schlechte Qualität. Quelle: dpa
8. notebooksbilliger.denotebooksbilliger.de gehört ebenfalls zu den Lieblingen der Deutschen. Der Anbieter von günstiger Technik landete auf Platz acht des Rankings. Quelle: Presse

Wenn Sie so überzeugt vom Online-Geschäft sind, warum wollen Sie Ihre Discountmarke Plus wiederbeleben und neue Plus-Filialen in Russland eröffnen?

Wären wir eine börsennotierte Gesellschaft, würden mich die Analysten dafür abstrafen. Klar, der russische Markt ist ein Abenteuer. Aber wir sehen dort enormes Potenzial und trauen uns das zu. Wir sind seit acht Jahren mit Obi in Russland. Die Schwäche des Landes ist die mangelhafte Infrastruktur, das gilt auch für die Nahversorgung mit Lebensmitteln. Es gibt große SB-Warenhäuser am Stadtrand und riesige Shoppingcenter in den Innenstädten, aber in den Wohngebieten wenige Lebensmittelläden. Da wollen wir rein.

Es gibt bei den Verbrauchern einen Gewöhnungseffekt. Die Konsumneigung hängt in Deutschland stark von der Beschäftigungsquote ab, die im Laufe dieses Jahres weiter gestiegen ist. Das ist gut für uns. Jetzt ist womöglich der Punkt gekommen, an dem die Situation kippt und die Arbeitslosenzahl wieder nach oben geht. Aber die Auswirkungen werden – wenn überhaupt – erst 2013 zu spüren sein.

Es ist ein wenig wie hiermit (hält seine verbundene Hand hoch): Ich hatte zu Hause einen kleinen Unfall. Eigentlich hätte ein Arzt die Wunde wohl sofort nähen müssen, aber wie das so ist, unterschätzt man die Lage und versucht, sich durchzuwurschteln. Ähnlich ist es mit der Euro-Krise. Es wurde viel zu spät reagiert, und statt eines chirurgischen Eingriffs haben es Politik und Notenbank mit einem großen Pflaster versucht. Jetzt hoffen alle, dass das Pflaster auch hält und die Wunde heilt.

Wie sind die Genesungschancen?

Es hat einige Fortschritte gegeben. In Spanien, Italien und anderen Ländern wurden Reformen angeschoben. Ob das reicht, muss sich zeigen. Mit der EU ist es wie mit einem Unternehmen: Ohne einen Finanzchef und hartes Controlling droht auf Dauer der Ruin. Wir werden um diese bittere Wahrheit nicht herumkommen und die Institutionen verändern müssen.

Erwarten Sie einen Konjunktureinbruch?

Ich rechne 2013 nicht mit einer Rezession in Deutschland, eher mit einer schwarzen Null. Die Renten werden erhöht, zugleich die Arbeitnehmer beim Rentenbeitrag etwas entlastet, das sollte den Konsum stützen und einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit ausgleichen. Leider steigen die Energiekosten. Wenn es die Umlage für erneuerbare Energien (EEG) nicht gäbe, hätten die Konsumenten mehr in der Tasche. Zudem belastet uns als Unternehmer die Umlage enorm.

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