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Lay's von PepsiCo Chipskrieg um deutsche Wohnzimmer

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Flache Chips für Deutschland

Richten sollen es speziell für den deutschen Markt entwickelte Produkte. Fünf Sorten – darunter eine Paprikavariante – bilden das Basissortiment. „Früher hatten wir nur geriffelte Chips. Aber für Deutschland brauchten wir flache Chips“, sagt Reichle. Auch die gibt es nun, vertrieben von einem 70-köpfigen Außendienst. Begleitet wird der Angriff von einer aufwendigen Werbekampagne. So hat Pepsico vor deutschen Champions-League-Spielen Probiertütchen vor dem Stadion verteilt. In Privatsendern läuft ein Werbefilmchen, in dem Weltfußballer Lionel Messi Kunststücke am Kickertisch zeigt. „Das können wir uns nur leisten, weil wir in das globale Pepsico-Netzwerk eingebunden sind“, sagt Reichle.

Diese Fast-Food-Läden stürmen die Deutschen
31. Hans im GlückHans im Glück konnte seinen Umsatz fast verdoppeln auf 86,8 Millionen Euro. Einen Dämpfer gibt der Abschied vom größten Franchisenehmer Patrick Junge, der seine eigenen Kette „Peter Pane“ aufzieht und ein Drittel des Umsatzes mitnimmt. Erfolg bringt das Konzept, edle Burger und Cocktails zu verkaufen. Denn das lockt vor allem weibliche Gäste zwischen 20 und 40 Jahren, für die Hamburger ganz selbstverständlich auf der Speisekarte stehen. Die aktuellen Wachstumspläne sind ambitioniert. Quelle für alle Zahlen: Fachzeitschrift „Food Service“ Quelle: dpa
15. Joey’sJoey’s wächst als größter deutscher Lieferdienst auf 143,5 Millionen Euro. Dennoch verliert das Unternehmen seine Unabhängigkeit: Die Inhaber konnten einem Angebot der US-Kette Domino’s Pizza nicht widerstehen. Die Filialen sollen auf die neue Marke umgeflaggt werden. Quelle: dpa Picture-Alliance
11. VapianoVapiano wächst um gut 15 Millionen Euro auf 190,8 Millionen Euro. Doch Berichte über Probleme bei Zeiterfassung und Frische bremsten das Tempo. Das italienisch inspirierte Konzept arbeitet zudem daran, Schlangen zu verkleinern – etwa durch Bestell-Apps. Quelle: dpa-dpaweb
10. EdekaDass Edeka Zentrale im Ranking auftaucht, zeigt: Auch bei Bäckern und in Supermärkten wird das Gastronomie- und Snack-Geschäft wichtiger. In die Umsatzzahl von 198 Millionen Euro sind dabei viele Angebote der Kaufleute nicht mal eingerechnet. Quelle: dpa
9. IkeaIkea wächst ebenfalls bei der Gastronomie – auch dank neuer Angebote wie vegetarischer Bällchen um 13 Millionen auf 204 Millionen Euro. In der ersten City-Filiale in Hamburg-Altona ist die Gastronomie sogar so erfolgreich, dass Ikea bereits am dortigen Bahnhof wirbt. „Bei uns gibt es neben Coffee auch Tische to go“. Quelle: dpa
8. AralAral wächst mit Petit Bistro in den Filialen seiner 1137 Franchisenehmer und bringt es auf 212,1 Millionen Euro Umsatz. Der Ölkonzern sorgte für Aufsehen, weil die konzerneigenen Filialen schrittweise auf Rewe to Go umgestellt werden. Das Kölner Handelsunternehmen weitet so die Präsenz seiner Convenience-Linie deutlich aus. Quelle: dpa
7. SubwaySubway hat seine Krise in Deutschland überwunden und wächst wieder. Zwischenzeitlich hatte die Kette mit ihren Franchise-Nehmern zu viele Filialen in Deutschland eröffnet. Anschließend gab es Ärger mit mehreren Partnern, die sich über hohe Gebühren bei wenig Umsatz beklagten. Inzwischen ist das Filialnetz bereinigt, Subway läuft in Deutschland wieder recht geräuschlos – und wächst um zwölf Millionen Euro auf 215 Millionen Euro. Die Positionierung als gesunde Alternative hilft. Quelle: PR

Deutsche im Knabbermittelfeld

Der Weg nach oben wird für ihn trotzdem kein leichter sein. Mit Lorenz Bahlsen und Intersnack dominieren zwei seit Jahrzehnten etablierte Platzhirsche den inklusive Erdnüssen, Nachos und Salzgebäck insgesamt 2,6 Milliarden Euro Umsatz schweren deutschen Knabbermarkt. Der wächst seit Jahren, hat sich in der vergangenen Dekade fast verdoppelt. Dabei rangieren die Deutschen mit einem jährlichen Durchschnittskonsum von 4,5 Kilogramm im Knabbermittelfeld. Der Rückstand auf Norwegen (6,8 Kilo) und die Niederlande (7,5 Kilo) ist beträchtlich.

„Wir sind Marktführer in Deutschland. Diese Position haben wir uns über Jahrzehnte erarbeitet“, sagt Intersnack-Geschäftsführer Roland Stroese. Mit den Unternehmen Intersnack und Ültje und Marken wie funny-frisch, Chio, Pom-Bär, Goldfischli und Pittjes ist die Intersnack-Gruppe aus Düsseldorf unbestritten die Nummer eins in Deutschland. „Wir haben die lokale Expertise, und die spielen wir aus, egal, ob Lay’s kommt oder nicht“, sagt Stroese.

Der 55-Jährige ist davon überzeugt, das Intersnack die Vorlieben der Deutschen besser kennt als der ausländische Newcomer. Stroese meint, dass zudem Themen wie Heimat und regionale Produkte künftig noch wichtiger werden. Während die Kartoffeln für Lay’s-Chips zum Teil aus Polen stammen und in einem polnischen Werk verarbeitet werden, verwendet Intersnack nur Knollen vom Niederrhein und aus der Pfalz. Produziert wird in heimischen Fabriken. Auch in der Werbung spielt Stroese seit Jahren die deutsche Karte: Er setzt auf den Kapitän der Fußballnationalelf, Bastian Schweinsteiger.

Preiskrieg um den Klassiker

Absoluter Renner im Angebot ist ein Klassiker: „Chipsfrisch ungarisch im 175 Gramm Beutel ist der umsatzstärkste Artikel mit der höchsten Wiederkaufsrate im gesamten deutschen Süßwarenmarkt“, sagt Stroese. Doch ausgerechnet um diesen gibt es in der Branche Ärger. Intersnack setzt auf Wachstum durch Masse und hat dafür, wie viele andere Markenartikelhersteller auch, ein Tabu gebrochen: Seit Mitte 2015 liegen Chipsfrisch-Beutel bei Aldi im Regal. Der Preis je Tüte rauschte seitdem von im Schnitt 1,89 auf 1,19 Euro in den Keller – ein Minus von fast 40 Prozent.

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