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Location-based Services Wie das Smartphone die Einkaufsmeile retten soll

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17 Push-Mitteilungen verlangen nach Aufmerksamkeit

Soweit die Theorie. Ein Ehepaar um die 40 aus Stutensee, einer Kleinstadt wenige Kilometer von Durlach entfernt, hat sich von der Digitaloffensive locken lassen. „Ich fand das spannend“, sagt der Mann, der in der Stadtverwaltung arbeitet.

Das Smartphone in der linken Hand, die Frau in der rechten, durchstreift er die Einkaufsstraße. Das erste Angebot, das aufpoppt, erregt seine Aufmerksamkeit: „Kräuterladen: 5% Rabatt auf kulinarische Spezialitäten!“

Im Geschäft liegt der  Geruch von hunderten Kräutern in der Luft. Trotz der mannigfaltigen Auswahl kauft das Paar eine Packung Salz. „Da wirken sich die fünf Prozent Rabatt natürlich nicht so aus“, sagt der Mann. „Aber was soll’s?“

Ob Location-base Services im wenig technikaffinen Deutschland wirklich eine Chance haben?

Die Gelben Seiten jedenfalls rechnen sich gute Chancen aus. Eine von ihnen beauftragte Studie kommt zu dem Schluss, dass 43 Prozent der Smartphone-Nutzer ihren Aufenthaltsort verraten, wenn sie Informationen über Geschäfte in ihrer Nähe suchen. Allerdings gaben auch 36 Prozent an, ihren Aufenthaltsort nie zu verraten.

In den USA ist der Nutzeranteil für Location-based Services deutlich größer: Dort nutzen neun von zehn Smartphone-Besitzern solche Dienste, wie aus Daten des Pew Research Center hervorgeht.

otential aber ist auch hierzulande vorhanden: „Ein nicht zu verleugnender Verbraucheranteil ist offen für solche Angebote“, sagt Goldhammer. „Menschen, die heute schon begeistert Mitgliedskarten und Coupons sammeln, um sich Preisvorteile und Rabatte zu verschaffen, werden sich auch für Shopping-Apps begeistern.“ Allein 20 Millionen Deutsche etwa nutzen Payback-Karten. Allerdings schickt einem eine Payback-Karte nicht andauernd Push-Mitteilungen. In Durlach blickt das Einkaufs-Ehepaar schon wieder auf das Smartphone.

Das können die deutschen Online-Händler
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17 weitere Push-Mitteilungen verlangen nach  Aufmerksamkeit. „Da verliert man schon den Überblick“, sagt der Mann etwas genervt. Trotzdem gibt das Paar der App noch eine Chance. Nach etwas Scrollen finden sie ein Angebot, das sie interessiert: Die Parfümerie Stephan verspricht 20 Prozent Rabatt.

Allerdings findet sich in der App keine Karte, die den Weg zur Parfümerie weist. Also erst einmal suchen. Als das Geschäft gefunden ist, ist der Besuch nach nicht einmal fünf Minuten vorbei. „Da hatte ich eine andere Preisvorstellung“, sagt die Frau. „ 20 Prozent Rabatt helfen in dem Fall auch nicht.“ Bei den gängigen Parfümerie-Ketten sei es eben günstiger.

Nebenan gibt es Erdbeerkuchen für 1,80 Euro das Stück. Der Bäcker nimmt zwar nicht am Feldversuch teil, das Angebot überzeugt das Paar trotzdem – im Gegensatz zur App.

 

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