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LuftfahrtAirline LOT benötigt Staatshilfe – Condor-Übernahme in Gefahr

Die polnische Fluggesellschaft braucht staatliche Unterstützung. Der Vollzug der Condor-Übernahme wird damit immer unwahrscheinlicher. 03.04.2020 - 16:53 Uhr

Wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Flugbetrieb für die nächsten Monate vollständig eingestellt werden.

Foto: Reuters

Die Übernahme des deutschen Ferienfliegers Condor durch die polnische Airline LOT wackelt zunehmend. Denn die staatliche LOT braucht nach Angaben der Warschauer Regierung wahrscheinlich Unterstützung vom polnischen Staat. LOT arbeite an einem Rettungsplan, sagte der Minister für Staatsbeteiligungen, Jacek Sasin, am Freitag dem Fernsehsender TVN24.

Wegen der Coronavirus-Pandemie könnte der Flugbetrieb für die nächsten Monate vollständig eingestellt werden. „LOT wird es ohne staatliche Hilfe nicht schaffen“, sagte er. Er sei in ständigem Kontakt mit dem LOT-Management.

Die geplante Übernahme von Condor droht Insidern zufolge ohnehin an Forderungen des LOT-Eigners PGL zu scheitern. Für Condor zeichnet sich deshalb eine vorübergehende Verstaatlichung ab. Im Gespräch ist auch, dass der staatliche Brückenkredit der KfW von 380 Millionen Euro über den 15. April hinaus verlängert wird, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen sagten.

Wegen der Coronakrise und des deutlich reduzierten Flugbetriebs beantragte der Ferienflieger Insidern zufolge bereits zusätzlich einen 200-Millionen-Euro Kredit bei der KfW als Liquiditätshilfe. Offen war auch, ob es einen neuen Verkaufsprozess geben könnte.

Condor selbst wollte die sich abzeichnende Staatshilfe für LOT nicht konkret kommentieren. Man sei weiter in Gesprächen mit PGL und bewerte die Situation gemeinsam, sagte eine Sprecherin. Der Ferienflieger hat über 4000 Beschäftigte, die alle von Kurzarbeit betroffen sind – allerdings nicht in gleichem Umfang. Denn viele Mitarbeiter sind noch mit Rückholflügen deutscher Urlauber aus dem Ausland beschäftigt.

Die insolvente Condor hatte sich im Herbst wegen der Pleite der damaligen Muttergesellschaft Thomas Cook unter einen Schutzschirm geflüchtet. Die Gläubigergruppen von Condor hatten den Insolvenzplan dann Mitte März zwar mehrheitlich angenommen, der Pensionssicherungsverein (PSV) legte allerdings Einspruch dagegen ein.

Der PSV lehnte eine Stellungnahme hierzu ab. Die Condor-Sprecherin sagte, man sei auf den Einspruch vorbereitet und gehe davon aus, dass das Landgericht Frankfurt hier rasch entscheide und der Plan dann als rechtskräftig eingestuft werde. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Schutzschirmverfahren in den kommenden Wochen verlassen werden.“

Der PSV wird von den Arbeitgebern finanziert und springt ein, wenn Unternehmen in Schieflage ihre Betriebsrenten nicht mehr zahlen können. Das macht ihn bei Insolvenzen oft zu einem der größten Gläubiger. Der PSV ist Insidern zufolge im Insolvenzplan für Condor besser gestellt als andere Gläubiger.

rtr
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