Luxusmode Mit Sparen mehr Umsatz - Burberry versucht's

Die britische Luxusmarke mit dem prägnanten Karomuster kämpft gegen den Abstieg. Ein strenges Sparprogramm und ein neuer Chef sollen die Trendwende bringen.

Cara Delevigne Quelle: REUTERS

Die zierliche Chinesin schlüpft in den marineblauen Burberry-Trenchcoat, das Modell The Kensington gefällt ihr sichtlich. Es herrscht Hochbetrieb in der Designer-Outlet-Mall Bicester Village in der Nähe der Universitätsstadt Oxford. Für asiatische Touristen in Großbritannien gehört die Mall zu den Topzielen.

Luxuslabels wie Burberry sind hier günstiger als anderswo: 906 Pfund (1081 Euro) statt 1295 Pfund (1545 Euro) kostet etwa The Kensington. Die Kundin kann sich sogar doppelt freuen: Seit die Briten entschieden haben, die EU zu verlassen, ist der Wert der britischen Währung um 20 Prozent gesunken, was der Asiatin eine zusätzliche Ersparnis beschert.

Für Burberry sind die aufgrund der günstigen Wechselkurse wieder kauflustigen Touristen aus China und den USA ein wahrer Segen. Nicht nur hier in der Outlet-Mall, sondern auch in den Londoner Luxuskaufhäusern griffen die Kundinnen zuletzt wieder gerne zu – und trugen damit ganz wesentlich dazu bei, dass der Umsatz der 160 Jahre alten Marke in Großbritannien im ersten Halbjahr 2016 um 30 Prozent zulegte.

Sakkos: Diese Knöpfe sollten Sie schließen
Faustregel: Der unterste Knopf bleibt aufDer untere Knopf beim Sakko bleibt geöffnet. Diese Tradition soll auf den 1901 verstorbenen britischen König Edward VII. zurückgehen. Der füllige Monarch mit einer Taille von 122 Zentimetern zum Zeitpunkt seiner Krönung ließ den unteren Knopf meist geöffnet. Quelle: dpa Picture-Alliance
ZweireiherDie einzige Ausnahme von der Regel: Der Zweireiher. Das klassische, manche würden sagen konservative, Sakko bleibt immer geschlossen. Daher muss er gut passen und darf nicht zu eng sein. Jünger wirkt der Zweireiher mit zwei statt drei Knöpfen auf jeder Seite. Prinz Charles macht es auf diesem Foto richtig, sein Sohn Prinz Harry nicht. Aber er scheint dabei zu sein, seinen Fehler zu beheben. Quelle: dpa/dpaweb
Ein-Knopf-SakkoAuch das Ein-Knopf-Sakko darf nicht zu eng sein. Denn auch hier gibt es nur einen Knopf, der geschlossen bleibt. Daher eignet sich dieses Sakko für schlanke, sportliche Männer. Durch den tief angesetzten Knopf ist das Revers besonders lang und unterstreicht so die schmale Figur der Träger. Quelle: AP
Zwei-Knopf-SakkoMeist die gute Wahl: Das Zwei-Knopf-Sakko ist nicht zu modisch und nicht zu spießig. Ein Knopf bleibt geschlossen, einer offen – in der Regel ist das der untere. Quelle: dpa Picture-Alliance
Drei-Knopf-SakkoDer untere Knopf bleibt offen und der mittlere auf jeden Fall geschlossen. Den obersten Knopf zu schließen oder geöffnet zu lassen, steht dem Träger frei. Durch die drei Knöpfe ergibt sich ein kürzeres Revers als bei den vorherigen Modellen. Das acht die Wahl von passendem Hemdkragen und Krawatten-Knoten schwieriger. Quelle: AP
Vier-Knopf-SakkoDie beiden mittleren Knöpfe werden geschlossen – eventuell der oberste auch. Für den untersten Knopf gilt wie immer: Geöffnet lassen. Sakkos mit mehr als drei Knöpfen bieten sich etwa für besonders große Männer an, denen das Revers bei den gängigen Modellen zu lang vorkommt. Quelle: dpa Picture-Alliance
Fünf-Knopf-SakkoEs geht sogar noch mit einem Knopf mehr. Alle Knöpfe bis auf den untersten werden beim Fünf-Knopf-Sakko geschlossen. Quelle: Fotolia
FrackDer Frack wird immer offen getragen – ohnehin lässt er sich nicht schließen, da Fracks nur Zierknöpfe haben. Quelle: dpa Picture-Alliance
WesteDer unterste Knopf bei der Weste bleibt geöffnet, die restlichen geschlossen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Knöpfe beim Aufstehen und HinsetzenBeim Sitzen werden alle Knöpfe geöffnet – außer beim Zweireiher. Auch weil er beim Sitzen zugeknöpft bleibt, darf der Zweireiher nicht zu eng sitzen. Der Träger schließt die Knöpfe wieder vor dem Aufstehen – und nicht danach. Das gilt auch, um jemanden kurz die Hand zu schütteln. Quelle: Fotolia

Doch Britannien riss es nicht heraus: Weltweit schrumpfte der Umsatz von Burberry um vier Prozent, der Gewinn ging, angesichts hoher Abschreibungen auf das Geschäft mit Parfüms und Make-up, um ein Drittel auf 102 Millionen Pfund zurück. In den USA, wo knapp ein Viertel des Umsatzes gemacht wird, lag der Rückgang gar bei zwölf Prozent.

Damit setzt sich der vor zwei Jahren begonnene Abstieg der Traditionsmarke fort. Dennoch will Burberry nicht aufgeben: Dem Hersteller von Luxushandtaschen Coach aus den USA, der in den vergangenen Monaten mehrere informelle Übernahmeangebote gemacht hatte, erteilten die Briten laut „Financial Times“ soeben einen Korb. Sie wollen allein einen Neustart wagen.

Das bedeuten Dresscodes für Männer
Stufe 1: Baseline Casual für MännerDie Zeiten, in denen Anzug tragen Pflicht war, sind lange vorbei. Viele Unternehmen setzen jetzt auf den „Baseline Casual“-Look. Also: Hübsche T-Shirts oder Polohemden, dunkle Jeans ohne Waschungen und geschmackvolle, nicht zu sportliche Sneaker. Aber Achtung: Folgen Sie immer der +1/-1 Regel. Sie können immer eine Stufe schicker gekleidet ins Büro kommen und am „Casual Friday“ oder zu anderen entspannteren Events auch mal eine Stufe weniger schick. Kleiden Sie sich dagegen gleich zwei Stufen schicker, wirkt das nur overdressed und überheblich. Quelle: Peek&Cloppenburg
Stufe 2: Mainstream casual für MännerAls Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtige Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look. Quelle: Peek&Cloppenburg
Business CasualHier bleibt die Jeans im Kleiderschrank, dafür darf die Krawatte raus – bei Bedarf. Grundsätzlich ist ein Anzug mit Hemd und darüber eventuell ein feiner Strickpulli absolut ausreichend. Quelle: dpa
Stufe 2: Mainstream casual für MännerAls Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtigen Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look. Quelle: Peek&Cloppenburg
Stufe 5: Boardroom attire für Männer Schick, adrett und schwarz-weiß - diese drei Schlagworte sollten bei diesem Outfit im Vordergrund stehen. Als Mann kommen Sie um einen schwarzen oder dunkelgrauen Anzug nun nicht mehr herum. Auch die Qualität spielt jetzt eine große Rolle. Weißes Hemd und unifarbene Krawatte machen das Outfit komplett. Quelle: Peek&Cloppenburg
Black Tie / Cravate NoireDamit ist keine schwarze Krawatte, sondern eine schwarze Fliege gemeint – die zum Smoking getragen wird. Quelle: REUTERS
White Tie / Cravate BlancheHier tragen Männer Frack mit weißer Fliege.  Dies ist bei besonders festlichen Anlässen wie dem Wiener Opernball angesagt. Und was ist mit den Damen? >>Das bedeuten Dresscodes für Frauen Quelle: dpa

Die Traditionsmarke, deren wasserabweisende Gabardine-Regenmäntel einst von den britischen Soldaten in den Schützengräben („Trenches“) getragen wurden, hatte Anfang des Jahrtausends eine der erfolgreichsten Wandlungen der Modegeschichte hingelegt.

Unter der Führung der Amerikanerin Rose Marie Bravo und später unter ihrer Nachfolgerin Angela Ahrendts wurde das verstaubte Label zu einer begehrten Glamourmarke. Das Erfolgsgeheimnis war ein gelungener Spagat zwischen modernem und traditionellem Design. Statt biederer Karos wurden den Models jetzt freche Luxusklamotten auf den Leib geschneidert, Herren- und Kinderkollektionen lanciert. Filmstar Keira Knightly und Supermodel Kate Moss verliehen Burberry ein modernes und edles Image. Selbst als Moss vor elf Jahren mit Kokain ertappt wurde, konnte das der Marke nichts anhaben, wenngleich Burberry die Zusammenarbeit mit dem Model daraufhin beendete.

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