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Mobilität E-Scooter-Anbieter Lime will Expansion trotz Coronakrise fortsetzen

E-Scooter haben sich auf den Gehwegen hartnäckig gehalten. Lime-Deutschlandchef Jashar Seyfi plant bereits mit weiteren Standorten und größerer Flotte.

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Mit inzwischen rund 40.000 Fahrzeugen hat das Unternehmen seine Flotte in Deutschland im laufenden Jahr fast verdoppelt. Quelle: dpa

Trotz Corona-Krise will der E-Tretroller-Verleiher Lime an seinen Expansionsplänen festhalten. „Unser Ziel ist es, unsere Marktführerschaft zu verteidigen“, sagte Deutschland-Chef Jashar Seyfi der Deutschen Presse-Agentur. „Dafür reicht es nicht, sich zurückzulehnen. Wir müssen an verschiedenen Fronten aktiv werden.“

Mit inzwischen rund 40.000 Fahrzeugen hat das Unternehmen seine Flotte in Deutschland im laufenden Jahr fast verdoppelt. Ein Großteil besteht aus den E-Scootern. Elektro-Fahrräder machen laut Seyfi rund 15 bis 20 Prozent der Flotte aus. Inzwischen ist Lime in rund 30 Städten vertreten. Weitere sollen folgen.

Im kommenden Jahr will Lime zudem eine neue Roller-Generation auf die Straßen bringen, die mit einem austauschbaren Akku ausgestattet sein werde. Die Fahrzeuge müssten dann zum Aufladen nicht jedes Mal eingesammelt werden.

Seyfi plant außerdem mit neuen Fahrzeugtypen. „Es wird ein weiteres Elektrofahrzeug hinzukommen, das uns dabei helfen soll, noch mehr Handlungsfälle abzudecken.“ Auf der eigenen Plattform sollen zudem Drittanbieter integriert werden können.

Mit den Plänen rüstet sich das aus den USA stammende Unternehmen Lime für den künftigen Wettbewerb auf dem nach wie vor schwer umkämpften europäischen Markt für E-Tretroller. Hier ist vor allem die Konkurrenz aus Europa stark.

Lime ist inzwischen profitabel

Während kleinere Anbieter wie das deutsche Unternehmen Circ inzwischen von größeren übernommen wurden oder ganz verschwunden sind, verkündete das Berliner Start-up Tier im November, 250 Millionen US-Dollar (rund 205,6 Millionen Euro) bei Investoren eingesammelt zu haben.

Mit dabei war der chinesische Medienkonzern Softbank, der für langfristige Engagements im Mobilitätsmarkt bekannt ist. „Die Finanzierung wird hauptsächlich eingesetzt zum Ausbau der führenden Abdeckung an Städten in Europa sowie der Beschleunigung der Expansion in strategische Wachstumsmärkte“, teilte Tier seinerzeit mit.

Vor wenigen Wochen konnte auch der schwedische Konkurrent Voi 160 Millionen Dollar einsammeln. Und das estländische Start-up Bolt kündigte jüngst an, rund 130.000 zusätzliche E-Scooter und E-Bikes in Europa aufstellen zu wollen, darunter auch in Deutschland. Sowohl Lime als auch Tier geben dabei an, den Dienst inzwischen profitabel zu betreiben. „Wir haben im 3. Quartal mit jeder Fahrt Geld verdient“, sagte Seyfi.

Doch das Image der Roller, denen häufig vorgeworfen wird, Gehwege und Radwege zu blockieren, ändert sich nur langsam. In Berlin wird aktuell ein Gesetzentwurf des Verkehrssenats diskutiert, der das Angebot regulieren will. Roller-Sharing-Plattformen sollen demnach dann eine kostenpflichtige Sondererlaubnis brauchen, wenn ihre Kunden Fahrzeuge auch auf Gehwegen abstellen können sollen.

Seyfi betrachtet solche Tendenzen naturgemäß „mit großer Sorge“. „Das wird dazu führen, dass unsererseits die Planungssicherheit runtergeht“, sagte er. „Wir müssen dann überlegen, welche Investitionen wir weiterhin tätigen.“

Trotz solcher Debatten bleibt er zuversichtlich. Das Angebot werde in der kalten Jahreszeit zwar runtergefahren. Ganz von den Straßen werden die Roller in diesem Winter aber nicht verschwinden - trotz niedriger Temperaturen und trotz Corona.

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