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Online-Handel Schlechte Noten für die "Internethändler von nebenan"

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"Die Auswahl ist kleiner, die Preise sind höher"

Für den E-Commerce-Experten Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein ist der Versuch, die Verbraucher mithilfe von Online-Marktplätzen zurück in Innenstädte zu locken, zum Scheitern verurteilt. „Die lokalen Marktplätze widersprechen in vielen Punkten dem, was die deutschen Verbraucher wollen: Die Auswahl ist kleiner, die Preise sind höher. Es gibt Begrenzungen an allen Ecken und Enden. Das wird nicht funktionieren“, ist er überzeugt.

Für ihn steht fest: Die lokalen Händler haben nur eine Zukunft, wenn es ihnen gelingt, sich ein Stück von dem größer werdenden Online-Kuchen abzuschneiden. Dabei könne aber ein rein lokaler Marktplatz nur wenig helfen, wichtig sei hier die Zusammenarbeit mit einem der großen etablierten Player wie Ebay oder Amazon.

Wer im Onlinehandel die Nase vorn hat

Ein Beispiel für eine solche Lösung ist das von Heinemann initiierte Projekt Mönchengladbach bei Ebay. Es bietet Händlern neben einer eigenen Mönchengladbach-Seite auch Zugang zu Millionen Ebay-Kunden weltweit. „Das sorgt zwar nicht für zusätzliche Belebung in der Mönchengladbacher Innenstadt, aber es hilft den beteiligten Mönchengladbacher Händlern zu überleben“, meint Heinemann.

Doch nicht alle Experten sehen so schwarz für die lokalen Marktplätze. Für den E-Commerce-Experte Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) sind die Schwächen der bisherigen Projekte eher ein Grund, das ganze Konzept neu zu denken: weniger handelsfixiert, dafür mehr serviceorientiert.

„Das Ziel muss sein, den lokalen Online-Marktplatz zum selbstverständlichen Anlaufpunkt für den Verbraucher zu machen. Das wird mit einem am Ende doch sehr begrenzten Shopping-Angebot allein nicht gelingen“, meint er. Die Marktplätze müssten viel mehr bieten: Etwa die Möglichkeit, einen Friseurtermin zu vereinbaren, einen Restauranttisch zu reservieren, Theater-Karten zu buchen, Behördengänge online zu erledigen oder sich über die Parkplatzsituation in der Innenstadt zu informieren. „Dass auch noch etwas gekauft wird, ist am Ende vielleicht eher eine Begleiterscheinung.“

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