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Sportartikelhersteller „Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie“ – Adidas fällt hinter die Rivalen zurück

Die Sportmarke wächst zum Jahresende lange nicht so stark wie Puma und Nike. Für 2021 verspricht Vorstandschef Rorsted aber ein kräftiges Plus.

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Der Sportartikelhersteller rechnet mit einer raschen Erholung. Quelle: dpa

Das vergangene Jahr ist enttäuschend zu Ende gegangen für Adidas. Im vierten Quartal ist der Umsatz zu konstanten Wechselkursen lediglich um ein Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro geklettert. Der operative Gewinn ging sogar um acht Prozent auf 225 Millionen Euro zurück. Das teilte Adidas am Mittwoch mit.

Im gesamten Jahr sind die Erlöse um gut 16 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro eingebrochen. Das Betriebsergebnis ist um 72 Prozent auf 751 Millionen Euro abgestürzt. „Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie“, betonte Vorstandschef Kasper Rorsted. Das schwache Geschäft zum Jahresende begründete der Däne mit den Auswirkungen der Pandemie in Europa und Nordamerika.

Allerdings: Adidas fällt damit gegenüber der Konkurrenz zurück. Lokalrivale Puma ist wesentlich besser in Form. Im vierten Quartal sind die Erlöse der Marke mit dem Raubtierlogo währungsbereinigt um gut neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis stieg sogar um 15 Prozent auf 63 Millionen Euro.

Im gesamten Jahr 2020 gingen die Einnahmen von Puma nur um gut ein Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich auf 209 Millionen Euro mehr als halbiert. Puma begründet dies mit den Auswirkungen der Pandemie.
Weltmarktführer Nike kam im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs, das am 30. November endete, auf ein Umsatzplus von sieben Prozent. Die Amerikaner legen ihre neuesten Zahlen in der kommenden Woche vor. Beim Konkurrenten Under Armour fielen die Erlöse im Schlussquartal unterdessen um drei Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar.

Adidas-Chef Rorsted verspricht für 2021 nun die Trendwende. So soll der Umsatz zu konstanten Wechselkursen zwischen 15 und 19 Prozent klettern. „Derzeit sind weltweit mehr als 95 Prozent der Stores des Unternehmens geöffnet. Vor diesem Hintergrund erwartet Adidas eine starke Erholung“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Die operative Marge soll von 3,8 Prozent im vergangenen Jahr auf bis zu zehn Prozent klettern.

Adidas-Aktie unter Druck

In der Prognose nicht mehr enthalten ist die US-Tochter Reebok, die verkauft werden soll und ab dem ersten Quartal als nicht fortgeführtes Geschäft eingestuft wird. Die Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung dürften sich mit rund 200 Millionen Euro auf das Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft auswirken.

Zumindest die Ambitionen der Marke mit den drei Streifen sind damit größer als die der Konkurrenz: Puma-Chef Björn Gulden verspricht für das laufende Jahr nur einen „moderaten“ Umsatzanstieg von drei bis fünf Prozent. Konkurrent Under Armour rechnet mit einem Erlösplus von bis zu neun Prozent.

Die Börse sieht Adidas derzeit eher kritisch. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um rund sechs Prozent gefallen. Der Dax ist im selben Zeitraum um etwa fünf Prozent geklettert. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch notierten die Papiere rund zwei Prozent im Plus.

Um die Mittagszeit wird Rorsted an diesem Mittwoch seinen neuen Mehrjahresplan präsentieren und die Ziele bis 2025 vorstellen. „Wir werden im ersten Jahr unseres neuen Strategiezyklus schnell aus den Startblöcken kommen“, kündigte der Manager an.

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